00:00:11: In unserer heutigen Folge spreche ich mit dem Arzt Dr.
00:00:14: Peter Kaup.
00:00:15: Peter ist Gründungsmitglied des internationalen Such- und Rettungsteams ISA, war bereits weltweit nach Erdbeben, Hungersnöten und anderen Katastrophen im Einsatz.
00:00:28: Darüber hinaus ist er aber auch Teamarzt beim MSV.
00:00:31: Die vielen weiteren medizinischen Aufgaben lassen sich kaum aufzählen.
00:00:35: Ein Mann mit tausend Leidenschaften!
00:00:39: Hallo Peter, schön dass du da bist.
00:00:41: Ja herrte ich danke für die Einladung Michael.
00:00:44: Sehr gern geschehen.
00:00:46: Bevor wir hier bei zwanzig Prozent mehr so richtig in den Gesprächsfluss kommen gibt es immer ein paar Einstiegsfragen.
00:00:52: entweder oder fragen und du darfst dich für eins der beiden Paare entscheiden.
00:00:58: Das klingt schwer.
00:01:00: Nee?
00:01:01: Wir starten mit Abenteuerurlaub in Costa Rica oder mit dem Wohnmobil durch Schweden.
00:01:08: Mit den Wohnmobilen durch Schwedern ohne Mücken?
00:01:11: Ja, Mercedes-Hunterneinzig Roadster von bestes und achtundfünfzig oder ein aktueller Mercedes-Benz CLE Cabriolet.
00:01:19: Ninzehundertachtundfünftig.
00:01:22: Schalke oder MSV?
00:01:23: MSV
00:01:25: Grillwurst oder zwei Sterneküche auf
00:01:26: jeden Fall grillwurst
00:01:28: Schlagzeug oder Klavier?
00:01:29: Schlagzeig.
00:01:30: Das war einfach und das war so der allererste Einstieg, um ein bisschen mitzubekommen.
00:01:35: Was ist das eigentlich für einen Mensch, der da vor mir sitzt?
00:01:38: Dr.
00:01:39: Peter Kaup Du feierst in rund zwei Wochen deinen einsächsigsten Geburtstag
00:01:44: Den Tag an dem ich meine Mutter bekommen habe.
00:01:45: genau Ja
00:01:47: Facharzt für Allgemeinmedizin unter anderem.
00:01:50: du bist ärztlicher Direktor von ISA einem internationalen Rettungsteam Für die Opfer von Naturkatastrophen.
00:01:58: Du bist Teamarzt des MSV Du wurdest von der Stadt Oberhausen für dein ehrenamtliches Engagement gewürdigt und du warst zuletzt in den schweren Erdbeben in der Türkei vor Ort, um Menschen zu helfen.
00:02:11: Das ist richtig!
00:02:13: Du bist Teil dieses ESA-Teams.
00:02:16: Und du warste damals dort als die schlimmen Bilder des Erdbehbens so einmal rund um die Welt gegangen sind?
00:02:23: Was hast du dort erlebt?
00:02:27: Ja also ich glaube... Vorab ist wichtig zu wissen, wir gehen immer als erfahrenes Team hin.
00:02:35: Also es nicht so was wenn man das erste Mal dabei ist und wenn man dass erst mal dabei ist, ist man nicht alleine.
00:02:40: Das heißt was ich erlebe steht gar nicht so im Vordergrund sondern mehr was die Menschen da vor Ort erlebt haben nämlich sie haben eine riesen Katastrophe erlebt.
00:02:48: Die haben erlebt dass mehrere Tage ja keinerlei Versorgung mit nichts mehr da war und dass die Menschen die ihnen wichtig sind vielleicht verschüttet oder tot sind.
00:03:00: Wenn man dann, wie wir so schnell vor Ort sein kann und Hilfe leisten können ist das ein extrem gutes Gefühl.
00:03:09: Hilfe bedeutet dann ganz konkret?
00:03:11: Genau, Hilfe bedeutet ganz konkret!
00:03:13: Man kommt an.
00:03:13: Normalerweise ist die Idee dass wir erst unser Lager aufbauen und dann starten aber diesmal war es halt so, dass wir direkt bei Ankunft im Katastrophengebiet von Hilfesuchenden angesprochen wurden und wir unser Team aufgeteilt haben wie wir's immer machen Aber ein Team direkt mit der Suche nach Verschüttelungen gestartet hat und das zweite Team, nach der Stelle wo man einen Lager aufbauen kann.
00:03:37: Wo wir sozusagen unsere Basis haben, unsere Base die aber gleichzeitig so sein muss dass sie Erdbeben geschützt ist.
00:03:44: also Wir haben halt Zelte dabei und wir können uns nicht in den Schlagschatten eines Hauses oder so aufbauten sollen.
00:03:49: wir müssen irgendwo sein wo unser Zelt rappelt aber natürlich weder wir gefährdet sind noch unserer Rettungsaktionen.
00:03:55: damit
00:03:56: Gab es eigentlich noch Nachbeben als du da warst?
00:03:58: Ja klar,
00:03:58: gibt immer Nachbebern.
00:04:00: Hast du das gemerkt?
00:04:01: Ja manchmal merkt es sich manchmal nicht.
00:04:02: dann denkt mal wer rappelt denn an meiner Kiste?
00:04:04: wenn man schläft am Tag gibts sie auch.
00:04:07: dann gibts einen Alarm alle müssen raus aus der Einsatzstelle.
00:04:10: wenn man sich zum Beispiel eingebuddelt hat dann verlässt man die ruckartig und es gab sogar ein so starkes nachbeben dass man kurz dachte das Haus schräg gegenüber würde einbrechen.
00:04:21: aber ist halt natürlich.
00:04:22: Du guckst hoch, du siehst Wolken, die da langziehen.
00:04:25: Die Wolken bewegen sich das Haus und dann nimmt man schon ein bisschen Abstand.
00:04:31: Du bist von Isar benachrichtigt worden?
00:04:34: Wir werden über diese genauen Abläufe wie funktioniert das eigentlich im Detail?
00:04:38: Du bist informiert worden, du bist dahin geflogen und du bist wo gelandet?
00:04:42: in der Türkei mit einem Linienflugzeug oder mit nem Militärflugzeuge?
00:04:46: Nein wir haben eine Maschine, die wir schartern müssen.
00:04:52: also Wir haben immer im Vorfeld schon eine Option auf einer Maschine, in dem Moment wo es zum Erdbeben kommt wird deutlich komplizierter ein Flugzeug zu bekommen.
00:05:03: Man muss also vorab zusammen vorgebucht haben und die Maschine ist dann von Köln ausgeflogen.
00:05:10: dort wurden unser Equipment hingebracht und ja und von da geht der Flug los.
00:05:17: das ist eigen finanziert auch vorfinanziert und wird durch Spenden refinanziert.
00:05:23: Wie will man das denn im Vorfeld buchen?
00:05:24: Du weißt doch nicht, wann der Erdbeben ist...
00:05:26: Nein, nein!
00:05:26: Du musst halt bei der Gesellschaft eine gewisse Summe hinterlegen, dass wir einfach wissen du bist in der Lage ein solches Flugzeug zu chartern oder eben auch bekannt.
00:05:34: Das sind aber alles Parts, die ich natürlich als Arzt selber gar nicht manager, sondern unser Team.
00:05:40: Und es geht ja viel eher los.
00:05:42: Es geht ja nicht in dem Moment los wo das Erddbeben stattgefunden hat.
00:05:46: Manchmal schon vorher.
00:05:48: Aber noch bevor es überhaupt zu einem Hilfe ersucht kommt ist unser Team schon dabei, die Voraussetzung zu schaffen.
00:05:57: Weil es ja nicht nur wichtig ist, dass wir hinfliegen können und wir müssen dann auch fortauf weiterkommen.
00:06:01: Du ländest jetzt an einem Flughafen?
00:06:03: Jetzt nehm ich mich nicht fest bei dem Namen, das kann ich wirklich echt nicht erinnern...
00:06:08: Also in der Türkei der Flughafe?
00:06:09: Ja genau!
00:06:10: Das ist möglicherweise auch schwierig auszusprechen.
00:06:12: Aber du bist
00:06:13: in Köln-Bonn losgeflogen?
00:06:15: Und von da sind wir dann halt in die Türkei geflogen und da muss natürlich vor Ort ein Lkw warten, macht keinen Sinn wenn man dann versucht einen Lkws zu bekommen.
00:06:23: Man kann sich vorstellen die gesamten Transportmittel vor Ort sind natürlich ausgebucht in so einem Moment weil natürlich schweres Gerät hingefahren wird, weil das Land selber startet.
00:06:33: also man muss von da aus an die Stelle kommen wo Hilfe benötigt wird und braucht auch Unterstützung vor Ort um eben die Stelle zu finden für Das Lager, wo man es aufstellen kann umzuwissen an welcher Stelle jetzt akut Hilfe benötigt wird weil's natürlich an vielen Stellen ist und die man muss ja koordinieren.
00:06:53: Und das macht er.
00:06:54: in der Regel wird das im Lokal vor Ort koordiniert also dann durch die Türkei selber.
00:07:00: Das Beben war zwei Tausend Dreiundzwanzig.
00:07:02: ich habe davon durch die Nachrichten erfahren.
00:07:04: du auch?
00:07:06: Nein!
00:07:06: Ich hab dadurch erfahren dass sich eine Nachricht auf meinem Handy bekommen hat.
00:07:11: wir haben ein Notfall App ... die auch wenn mein Handy ausgeschaltet ist, funktioniert und die mich dann wach macht.
00:07:19: Das Erdbeben natürlich wird wahrscheinlich genauso gelaufen sein... ... dass wir ja nachts zwei, drei, vier Wochen vermitteln in der Nacht.
00:07:26: Und es gibt für den Vereinten Nationen ein virtuelles... Ja, virtuelle Leitstelle-Ossok heißt die Virtuelle Ossok.
00:07:35: Da laufen alle Informationen rein und darüber kann man auch sehr konkret an Informationen bekommen was und in welcher Stärke es zu dem Erdbeben gekommen ist.
00:07:48: Ab gewissen Stärken ist dann auch klar, dass Zerstörung von Gebäuden stattgefunden hat.
00:07:54: Und da war's ja sogar so, dass sie das Beben zweimal hintereinander und auch recht lange gebetet hat die Erde.
00:08:01: Und dann auch ziemlich klar war, dass sehr kurz für sich Hilfe notwendig sein wird.
00:08:05: Das heißt du hast eigentlich davon erfahren bevor es durch die Medien gegangen ist?
00:08:08: Ja klar!
00:08:11: dass das der Moment, in dem du es erfahren hast auch schon direkt der Aufruf an dich war.
00:08:15: Es geht los?
00:08:17: Ja wir machen das ja sehr schnell für das vom gesamten Team über zweihundert Meldungen geben.
00:08:22: ich kann gehen Ich muss abklären ich kann nicht damit die die Planung übernehmen einfach auch sehen.
00:08:30: habe ich für jedes Gebiet also die Bergung machen, für die sie suchen.
00:08:37: Für die die medizinische Erstversorgung machen?
00:08:39: habe ich da genug Personal kriege das Gefühl kann nicht in den Einsatz gehen.
00:08:42: Das ist zwar in der Regel so weil viele von uns auch mehrfach Funktionen haben.
00:08:46: es gibt Ärzte die auch gleichzeitig Rettungshunde führen oder es gibt Berger die auch Rettungsanitäter sind und sodass man auch verschieben kann.
00:08:56: innerhalb der Gruppe aber ist halt sehr wichtig viel Planung schnell zu sehen.
00:08:59: haben wir ein Team was rausgehen können?
00:09:02: Du bist mit einem Team dahin geflogen, du warst sofort vor Ort und hast quasi wirklich sofort angefangen.
00:09:08: Das ist... Du hast wahrscheinlich kaum Gelegenheit gehabt deine Tasche abzustellen und durftest direkt loslegen?
00:09:14: Ne genau also Tasche abstellen mit meinem persönlichen Ding ist nicht so wichtig.
00:09:17: ich feier in Einsatzkleidung hin Dann werden die Sachen ausgeladen die man halt vor Ort braucht Und dann geht's los.
00:09:25: wie lang hat es gedauert bis du den ersten Menschen gesehen hast dem du helfen konntest?
00:09:31: Ich glaube, nachdem wir da waren keine zwei Stunden hat mir den ersten Ostermann befreit.
00:09:36: Hat er gelebt?
00:09:37: Ja.
00:09:39: Also das ist eh so wie retten.
00:09:42: Wir bergen keine Verstorbenen.
00:09:47: Danach suchen unsere Hunde auch nicht also die können wirklich erkennen wer noch lebt weil die Zeit läuft.
00:09:55: Für die Menschen die verschüttet sind läuft die Zeit und die wir retten sind eben nicht, die man mit dem Bagger rausholen kann sondern sind die wirklich verschwürzelt sind fast wie unter einer lawine und Die sich nicht bewegen können oder wenig bewegen konnten.
00:10:12: Und die keine zeit haben zwei drei oder vier tage auf rettung zu warten.
00:10:24: isa Das haben wir jetzt so irgendwie als selbstverständlich hingenommen dass du ein teil von isabis und das man dann dahin fährt.
00:10:31: isa steht ja für International Search and Rescue, also ein internationales Such- und Bergeteam.
00:10:41: Verortet ist das in Duisburg.
00:10:43: Das hat natürlich Zufall, dass auch der Podcast jetzt hier in Duiskburg aufgezeichnet wird.
00:10:47: Kein Zufallsal.
00:10:48: Nein, es ist kein Zufallen!
00:10:50: Und solange gibt's das noch gar nicht?
00:10:52: ESA gibt es seit... ... zweitausend... Noch was?
00:10:59: Zwei
00:10:59: vielleicht?!
00:11:01: Also auch da ist es so, Jahreszahlen spielen ja keine echte Rolle.
00:11:04: Das hat sich ja entwickelt im Prinzip entstanden aus Freundschaft.
00:11:08: also.
00:11:08: ich habe über viele Jahre Rettungsdienst gemacht als Anästhesiologe und Intensivmediziner in der Klinik, in der ich früher gearbeitet hab.
00:11:19: Da hat man Menschen mit Rettungskennengelernt, da hat man Pfleger und Schwestern kennengelernten die in den Notaufnahmen sind, da hatte man sich gut verstanden.
00:11:26: Man hat gemahnschaftlich Patientinnen und Patienten in Duisburg versorgt.
00:11:30: Wer dann auf diese verrückte Idee kam zu sagen, wir könnten auch internationale Hilfe leisten weiß ich gar nicht.
00:11:37: Aber die Idee war halt von vornherein zu sagen Zu den damaligen Zeiten gab es solche Organisationen eigentlich gar nicht Die Von der Suche über die Rettung Über die Erstversorgung.
00:11:53: Dass sie übernommen haben also üblich war er man sucht mit Hunden zum Beispiel ein Gebiet ab, steckt Flaggen und sagt hier sinnvoll welcher.
00:12:00: dann kommen die nächsten und suchen.
00:12:01: Und dann kommen sie nächsten und versorgen und wir fanden halt Wir dachten die Idee ist besser zu sagen das macht man alles in einer Hand.
00:12:10: Zumal ja auch das Team was vor Ort ist ja auch den Schutz braucht.
00:12:13: es heißt also Es ist noch nie einem unserer team Mitglieder was ernsthaftes passiert, aber das hängt eben mit der Art zusammen wie wir in die Einsätze gehen und dass wenn etwas passiert wird eben auch die Hilfe leisten können.
00:12:27: Also wir können im Ernstfall achtundvierzig Stunden intensiv medizinisch eins unserer Teammitglieder versorgen.
00:12:34: Und zu den Teammitliedern sehen noch die Hunde.
00:12:36: also Wir haben auch ein Tierarzt dabei und auch Die Hunde werden versorgt.
00:12:39: Das klingt fast unwirklich Dass bis zwei tausend Zwei Drei des Sons ist dem nicht gab.
00:12:46: Also ich hätte jetzt gedacht, das gibt's auch schon viel länger.
00:12:49: Also so ein Such- und Bergeteam...
00:12:51: Ja also es gab sicherlich Teams die dann kooperiert haben aber einen Team dass das allein überlebt glaube ich eher.
00:12:59: nein
00:13:00: Das heißt Isa ist ja mittlerweile tatsächlich weltweit tätig.
00:13:06: Du bist im Grunde ein Gründungsmitglied?
00:13:09: Nicht nur im Grund.
00:13:12: Das heißt du warst wirklich dabei, als die Idee geboren wurde?
00:13:14: Genau.
00:13:15: Ich weiß noch wo wir das getroffen haben.
00:13:16: es war in einer alten Schule im Klassenzimmer wo wir dann besprochen haben welche Impfung notwendig wären und was man so braucht und was mal mitnehmen kann und dass vielleicht ganz sinnvoll ist ein Testament vorher zu haben und zur Wissen.
00:13:30: Deshalb werden wir ernsthaft wenn etwas passiert wie sieht denn die Versorgungen aus und was brauchen wir an Versicherungen...
00:13:36: Dass Du einen Testament hast!
00:13:37: Ja, jeder von uns.
00:13:38: Also eigentlich ist es immer sinnvoll das vorher zu bestimmen.
00:13:42: aber einfach, dass man sich klar macht egal ob ich ins Auto fahre oder ob ich in so einen internationalen Einsatz gehe Ich habe einen Risiko und über all diese Dinge vernünftig nachzudenken.
00:13:55: also mal ebenso eine Organisation zu gründen die letztlich weltweit tätig ist mit mehreren hundert Leuten ein großes Team bildet.
00:14:03: Das macht mir ja auch nicht mal eben so.
00:14:05: da stecken ja auch enorme Werte hinter.
00:14:08: Ich weiß, dass ihr sehr autark arbeiten könnt über eine relativ lange Zeitstrecke.
00:14:12: Das heißt das ist einfach teuer!
00:14:15: Wie finanziert sich denn Isar?
00:14:18: Aufwendig und teuer.
00:14:19: also ich muss ja... Also es ist halt so wie er sind alles Profis in unserem Bereich.
00:14:24: Also niemand der zu Isar kommt wird bei uns ausgebildet sondern ist Profi in seinem Bereich Und wir gucken ob wir miteinander gut klarkommen weil das ist super wichtig Weil im Auslandseinsatz gefühlt am Ende der Welt hat man keine Chance Dinge zu diskutieren, sondern muss man miteinander funktionieren.
00:14:44: Und da wir eine NGO sind also in einer neuen Government Organisation haben wir keinerlei Unterstützung von Landbund oder wie auch immer, sondern ist rein aus Spenden finanziert.
00:14:57: und Da hast du schon ganz recht das es manchmal schwierig Spender zu finden so sagen ihr müsst wir brauchen jetzt eine Spende für einen Einsatz der ... vom Tag X Y kommt, den wir selber noch nicht kennen.
00:15:11: So dass in der Regel nach Einsätzen wie zum Beispiel in der Türkei Spenden auflaufen die wir dann halt zurückhalten müssen für den nächsten Einsatz und... Was
00:15:21: sind das für Spenden?
00:15:22: Sind das Privatleute Firmen?
00:15:24: Genau also sind Privat-Leute.
00:15:25: inzwischen haben wir auch einige große Firmen als Sponsoren, die uns unterstützen was auch super wichtig ist und wird es gar nicht funktionieren.
00:15:34: Und das läuft natürlich auch darüber, wenn man bekannter wird und man sieht was wir machen, dass man sich damit identifizieren kann.
00:15:39: Das ist ja der Hauptgrund, warum er sagt ich kann mir vorstellen dort eine Spende zu geben.
00:15:45: Die letzte interessante Spende war ne neunzigjährige Dame die ihren neunzigsten Geburtstag gefeiert hat.
00:15:52: an Geschenken hat sie sich Geld schenken lassen für Isa und es waren genau hundertundelf Euro ist irgendwie ganz wichtig
00:15:59: Niedlich, ne?
00:16:00: Ja und total nett.
00:16:01: Also es ist ja schon was außergewöhnliches wenn jemand hingeht und sagt das bin ich bereit zu spenden.
00:16:06: Ich will selber gar nicht sich abkündigen und finde die Idee eine gute.
00:16:12: Wir werden heute noch relativ oft über Isa sprechen.
00:16:14: Das ramt unseren unser Gespräch ein bisschen ein.
00:16:17: aber es ist natürlich auch interessant ein bisschen etwas über dich zu erfahren und wie du so geworden bist wie du jetzt bis in dem Moment wo du hier vor mir sitzt.
00:16:27: Du bist von Das
00:16:30: Detail ist, die man freut.
00:16:34: Du bist in Duisburg aufgewachsen?
00:16:37: Ja ganz lange nicht also ein Jahr.
00:16:39: Du bis ein Jahr in Duiskburg aufwachsen und dann nach Förde gezogen?
00:16:43: Auch nichts sondern nach Wien zu sagen.
00:16:44: Also es hat uns erst mal nur an die Grenze von Duisberg
00:16:46: getreten.
00:16:46: Es ist ja alles eine Mischboke, also eine Stadtgrenze nur.
00:16:50: Und dann gab es eine Schule und irgendwann den Wunsch Medizin zu studieren Was du dann in Düsseldorf gemacht hast.
00:16:57: Ja tatsächlich wollte ich Bundeskanzler werden, also wenn man nachschaut was ich damals geschrieben habe stand, wenn Berufswunsch Bundeskansler waren.
00:17:04: Ernsthaft?
00:17:05: Ja ganz ernsthaft!
00:17:06: Was hatte ich denn dazu bewogen?
00:17:07: Ja nix, also ich hatte jetzt keine spezielle Idee.
00:17:11: da dachte ich Bundeskranzer könnte ja ganz schick sein.
00:17:13: Ich fand immer ganz guten Fahrrad zu haben und auch dann hast du bestimmt einen Fahrrad.
00:17:17: Hast du es in deinem Leben geschafft?
00:17:18: ein Fahrrad
00:17:20: Ja, tatsächlich beim ärztlichen Notdienst.
00:17:21: Aber der saß im kleinen Auto neben mir und das war jetzt nicht so ganz die Vorstellung, die ich hatte vom Fahrer.
00:17:26: aber gut...
00:17:27: In so einem dicken Pullmann-Metzel, wo man dann in drei Reihen... Da
00:17:30: muss es ja nicht so... Also hinten rechts wäre schon schön gewesen!
00:17:33: Und so winken?
00:17:35: Nein!
00:17:38: Du hast in Düsseldorf studiert und bis Facharzt für allgemein Medizin, aber eben noch deutlich mehr.
00:17:46: Auch wenn ich dich jetzt schon viele Jahre kennen, muss ich mir trotzdem immer aufschreiben was da alles noch zugehört.
00:17:50: Also Facharzt für allgemein Medizin und Anästhesiologie gar kein einfaches Wort also ein Fachmann für Narkosen.
00:17:59: Du hast aber auch eine Menge Zusatzqualifikationen in der Notfallmedizin, in der Palliativmedizin In der speziellen Schmerztherapie Sucht medizinische Grundversorgung Und eigentlich auch noch mehr.
00:18:09: Ja warum so viel?
00:18:12: irgendwie ist beim Leben, lernt man ja nicht ausgefühlt.
00:18:15: Und so ein paar Dinge haben sich halt entwickelt.
00:18:18: also ich hab angefangen mit Anesthesiologie und Intensivmedizin weil ich spannend fand die Notfallversorgung im Rahmen der notfallversorgen hat mir dann aber gefehlt die Langzeitbetreuung von Patientinnen und Patienten.
00:18:31: und dann habe ich mit der Schmerztherapie angefangen auch mit einem Kollegen.
00:18:34: das war so.
00:18:35: man hat sich gegenseitig überlegt was könnte man eigentlich noch machen?
00:18:38: Und dann war die Schmerztherapie schon schön aber irgendwie doch nur ein Paar.
00:18:42: Und dann habe ich entdeckt, dass eigentlich Allgemeinmedizin mein Ziel war.
00:18:46: Das weiß man halt nicht.
00:18:47: Man ist jetzt mit seinem Studium fertig und hat damals was nicht so ganz leicht, hat dann Anstellung gehabt, hatte ein gutes Team in dem es auch Freude gemacht hat zu arbeiten
00:18:57: im Krankenhaus da.
00:18:57: Genau!
00:18:58: Dann hat sich das eben so entwickelt raus ausm Krankenhaus ohne Chef ganz angenehm... ...und dann in der Selbstständigkeit Allgemeimedizin.
00:19:06: In diesem Rahmen hat sich dann entwickelt, dass die Palästiefmedizin immer mehr in den Fokus kamen.
00:19:12: Prima eigentlich auch durch, dadurch entstanden das zu Beginn meiner Zeit.
00:19:16: Ich als Notarzt erlebt habe dass ich in Situationen, in denen ich vielleicht besser nicht wieder belebt hätte weil die Unterlagen nicht vor Ort lagen Menschen aber in Not waren uns gerufen haben und ein Patient zweimal sterben musste nachdem durch den Maßnahmen durchgeführt war.
00:19:33: Ich gedacht das darf nicht passieren.
00:19:35: In meines Erders Hausarzt hab' ich dann versucht es selber zu erbringen Also selber rauszufahren, selber erreichbar zu sein zu jeder Zeit.
00:19:44: Das ist nicht lange machbar.
00:19:48: also man kommt dann an so einen Punkt wo man ausbrennt und als dann das Konzept der palliativen Betreuung im Einzug gelangt in Deutschland war das genau was ich wollte.
00:20:02: Wir müssen einmal tatsächlich ganz kurz nochmal erklären was eigentlich die Palliativmedizin ist und wie sie sich von der klassischen Medizin auf Heilungen setzt wie sich das unterscheidet.
00:20:12: Das ist ja doch eine besondere Richtung.
00:20:14: Genau und eigentlich gar nicht so besonders, weil wann heilen wir mal?
00:20:18: Wir heilen keinen Diabetes aus kein Zucker ich heile keinen Asthma Ich heile keine COPD, ich heille keinen Hypertonus.
00:20:24: All die behandeln, dadurch als ich es behandle lebt man länger und in einer palliativen Betreuung ist genauso.
00:20:29: Menschen sind schwersterkrankt Und wenn sie gut palliativ medizinisch betreut werden haben Sie mehr Lebensqualität und leben länger zeigen alle Studien.
00:20:38: Man hat immer das Gefühl, der kommt hinter schwarzen Decke, spritzt so das letzte Medikament.
00:20:43: Über den denkt man nur ganz am Ende nach ist ein Fehler und sehr palliativ ausgehört eigentlich viel früher dazu aber eben in diesen schwierigen Situationen.
00:20:53: uns ist klar es gibt eine Geburt ja es gibt auch einen Tod und Geburt wird geplant unter Wasser mit Licht ohne Licht Sternenhimmel.
00:21:02: Aber wir denken nicht darüber nach wie und wo wir sterben wollen.
00:21:07: neue deutsch setting also welchem umfeld.
00:21:10: und wenn man das aber tut kommt man sehr schnell darauf dass man wahrscheinlich nicht auf der autobahn, nicht im krankenhaus, nicht auf den intensivstationen sondern zuhause bei den menschen die uns lieben.
00:21:21: Und in begleitung durch medizin die da versorgt dass wir kein leid erfahren.
00:21:30: Das ist erstaunlich gut machbar.
00:21:33: was für den ... für den Behandler noch dazukommen, die es noch mal extrem viel zurückbekommt.
00:21:37: Also das ist schon als Hausarzt so aber als Palliativ was noch mehr?
00:21:40: Das ist ja eine... also relativ jung ist jetzt auch nicht mehr richtig.
00:21:43: Aber es ist schon ein Zweig der Medizin,... ... der sich zunehmend etabliert, der immer bekannter wird, aber immer noch nicht sehr bekannt ist.
00:21:50: Wenn man Menschen auf der Straße fragt, was ist Palliativmedizin,... oder weiß nur einen Teil, was es damit auf sich hat.
00:22:01: Du bist auch Mitbegründer des Pallietivteams in Oberhausen Eine ganz starke Einheit, die sich auf eine spezielle ambulante Palliativversorgung spezialisiert hat.
00:22:17: Das ist ein großes Thema.
00:22:18: Oberhausen ist da auch wirklich führend?
00:22:20: Warum eigentlich Oberhausens?
00:22:23: Meine Frau war schon Niederglaschen-Oberhausen.
00:22:26: Ich weiß natürlich, ich war in Stärkrade.
00:22:28: Da muss man einen Unterschied.
00:22:30: Also ich bin nicht den Oberhausner.
00:22:31: Ach Gott!
00:22:32: Ja, das ist ein Unterschied.
00:22:34: Das ist absolut total.
00:22:34: Also für den Stärkader auf jeden Fall.
00:22:37: Also Stärkerade unter Oberhausen
00:22:38: und Gelsenkirchenbur.
00:22:39: Der kenne ich nicht.
00:22:40: Die stelle was das?
00:22:41: Ach so ja stimmt die
00:22:43: an!
00:22:47: Also mein Frau war da niedergelassen und dadurch hat sie irgendwie so ergeben dass das für mich eine gute Idee ist in die Nähe zu gehen weil auch von vornherein die Idee war meine Fachübergreifende Mannschaft Praxis zu ründen.
00:22:56: dann ergab sich das als auch noch einen Kollege der sich dort nieder gelassen hat, den ich aus der Hand des Sisi kenne mit dem ich gut befreundet bin, dass wir zusammen gegangen sind.
00:23:04: Und in Oberhausen hat sich dann nicht durch meine Tätigkeit sondern vor allem durch die Tätigkeiten dieses Freundes sehr schnell ein großes Netzwerk gebildet, das die Palliativmedizin in vielen Bereichen unterstützt hat – nicht nur im medizinischen Bereich, das umfasst ja halt viel mehr.
00:23:22: und das ist einfach glaube ich deswegen so gut gelaufen weil die Menschen, die daran teilgenommen haben ... die Teil davon waren, egal ob als Patient oder als Zugehörige... ...oder als Unterstützer.
00:23:38: Das gleiche Gefühl hat nämlich dass man unfassbar viel Positives aus der Betreuung mitnimmt.
00:23:46: Also was ich nicht erst mal zu Rat schon gesagt, als es darum ging wie du in deiner ISA-Funktion vor Ort tätig bist?
00:23:55: Das heißt du befreist da Menschen aus Situationen, aus denen sie selbst nicht mehr raus kämen und Eine Situation, in der diese Menschen wahrscheinlich sterben würden.
00:24:03: und dann kommt jemand.
00:24:05: Da kommt ein Team und holt die Menschen daraus.
00:24:09: Wir haben gerade über die Türkei gesprochen aber du warst noch bei mehr einsetzen.
00:24:12: also Du warst auf den Philippinen in Haiti In Armenien
00:24:20: Dadab
00:24:22: Genau in Ostafrika.
00:24:25: Was sind das denn jeweils für Einsätze?
00:24:27: Was zieht ISA dann dahin?
00:24:29: Was war es ganz konkret in diesen Fällen.
00:24:34: Es ist in der Regel ein internationales Hilfe gesucht, was über die Vereinten Nationen geht aber manchmal sind wir sogar schneller und müssen darauf gar nicht warten.
00:24:43: wenn wir zum Beispiel sehen dass es eine solche Katastrophe gibt werden sie von uns die Botschaften kontaktiert und gefragt ob ein Request also eine Anforderung erfolgt, weil wir können ja nicht auf eigen Idee mal losfahren und sagen hier sind wir.
00:25:01: Wir würden gerne mal helfen.
00:25:03: das wäre weder strukturiert noch sinnvoll Und eine Botschaft kann durchaus schneller reagieren als wenn es erst gemeldet werden muss.
00:25:12: Geht's also sozusagen bilateral dass man recht schnell vor Ort sein kann?
00:25:15: oder wie in der Türkei?
00:25:16: dort haben wir Eine zweite Organisation Isar Turkey und wenn die sagt wir sind hier national im Einsatz und wir fordern unsere Partnerorganisation aus Deutschland, ne?
00:25:28: Ich isse Germany an.
00:25:30: Dann sind wir halt schneller vor Ort um da helfen zu können
00:25:35: ist das habt ihr ein richtiges Büro eine Organisation die in so einem Moment sofort anspringt weil man muss ja dann die Nummer von der Botschaft haben kann man googeln aber du musst er anrufen und auch bei den Vereinten Nationen dazu bekannt zu sein.
00:25:49: also nicht jeder Verein ist bei der vereinten nation bekannt.
00:25:52: also überhaupt dort dabei sein zu können, muss man sich regelmäßig zertifizieren alle fünf Jahre in einem großen Training.
00:26:02: Die einzelnen Positionen die besetzt werden müssen, werden besetzt von unseren Ehrenamtlern, die sich Fortbildungen stellen müssen, die auf internationale Kongresse und Treffen gehen müssen.
00:26:16: Da bin ich vollkommen außerfor.
00:26:18: Ich bin sozusagen spezialisiert des Werkzeugarztes.
00:26:21: Bin auch froh dass ich das nur machen muss und lass mich dafür mitnehmen.
00:26:26: Der Rest läuft unfassbar professionell, damit man mitspielt oder das erste Team was vor Ort ist übernimmt dann auch für die Koordination von Freien Nationen.
00:26:40: Dafür muss man weitergebildet sein.
00:26:45: Das wird alles im Ehrenamt gestemmt.
00:26:48: Wenn man nur sieht, so ein Flugzeug zu beladen ist, heißt nicht so, dass man immer weiß wie groß das ist.
00:26:53: und unter Umständen kriegen wir gar nicht alles rein.
00:26:55: Türkei war zum Beispiel klar, wir würden unser gesamtes Gut nicht in den ersten Flieger kriegen.
00:26:59: Wir wollten aber im Ersten Fliegar sein.
00:27:01: Dann muss man ablasten.
00:27:03: Und dann haben wir halt überlegt was lasten wir ab?
00:27:06: Da war klar, dass die Heizung für unsere Schlafzelt ablastet obwohl es schon ordentlich kalt war.
00:27:12: Aber eben auf keinen Fall, auf Güter verzichten die für Fähigrettungen von Menschenbrauchern.
00:27:17: Und so ein Flugzeug zu beladen ist eben... Die Kisten müssen alle in einer digitalen Basis sein.
00:27:24: Die müssen beschriftet sein wie schwer und welche Güter drin sind.
00:27:30: wenn du einen Akku verschicken willst.
00:27:32: Den kannst nicht einfach ins Flugzeug rein, sondern die müssen bestimmte Größen haben.
00:27:35: Die, die das einpacken und sozusagen die Zollmakre drauf machen, ja, die haben da weiter Belohnung dafür.
00:27:41: also Ich kann nicht einfach die Kiste packen und sagen, hier nehmen wir mal mit.
00:27:44: Aber das sind doch Logistik-Spezialisten?
00:27:46: Ja genau!
00:27:47: So ist es bei ISA.
00:27:49: ISA
00:27:50: hat nicht nur Ärzte sondern also Logistikkspezialisten.
00:27:53: was gibt's noch?
00:27:53: Kommunikation.
00:27:54: Wir kooperieren mit dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum DLR damit schon lange Jahre eine Kooperation.
00:28:02: da sind Menschen die dort arbeiten gleichzeitig bei uns ehrenamtlich sind die zum Beispiel Drohnen fliegen.
00:28:09: Wir halt schon vor vielen Jahren nicht diese Drohne, die jetzt mit fünf oder sechs Autoren unterwegs ist.
00:28:17: Sondern wirklich halt, die man ja aus dem Kriegsgeschehen kennt, die drohen in hoher Geschwindigkeit das Gebiet abfliegen können um live Bilder zu senden, die dann international zur Verfügung gestellt werden für alle Rettungsteams aber auch für uns.
00:28:31: Weil das Schadensgebiet ändert sich halt und...
00:28:34: Das Schadensebiet änders sich?
00:28:36: Naja klar, also das ist ja nicht mehr wie vorher.
00:28:38: Also ich habe jetzt ein Gebet die Straße ist halt da gut beim Nachbäben kann sich es eben nochmal ändern.
00:28:44: Es kann sich ändern dadurch dass es vielleicht zu Explosionen oder ähnlichem kommt und es macht natürlich wenig Sinn dass wir irgendwo hinfahren wo dann der Lkw nicht durchkommt oder wie er nicht so fußdurchkommen weil herr tummer lagen sind die man nicht überschreiten kann Und auch so wissen.
00:29:00: wenn das Erdbeben wieder türkei nachts passiert dann ist klar dass die menschen die wir suchen Nicht in der Schule und nicht im Kaufhaus sind, sondern in den Wohngebäuden.
00:29:08: Das heißt man muss die Wohngebätten komplexe finden.
00:29:10: Man muss auch die finden, die zerstört sind.
00:29:12: Ist ja nicht so dass das wie beim Bomben-Einschlag alle gleich sind oder es geht so richtig wie Wellen?
00:29:17: Da kann sein, dass ein zwei Häuser vollkommen stehen und andere ja sind vollkommen zusammengebrochen.
00:29:24: Man nennt das so Pancake also die oberste Etage kommt runter und der deppert alle unten drunter.
00:29:30: Oder mal schon beim Runter kommen kippt die Obersau ab.
00:29:32: In der hat man die meisten Chancen dann natürlich zu überleben.
00:29:36: Aber manchmal überlebt man auch in den unteren Etagen, wenn man das Glück hat dass es mit einem winzigen Hohlraum ist.
00:29:42: Das sind halt die verschütteten wie man sucht.
00:29:45: Wie hast du das denn eigentlich so verarbeitet?
00:29:48: Du kommst da hin und... ...das ist ja eine laute chaotische staubige wilde Atmosphäre.
00:29:54: So stelle ich mir das vor also schon ein bisschen wie in so einem... In so einem Action-Szenario wo die Weltuntergangsstimmung herrscht.
00:30:02: Also es ist alles kaputt Es staubt Man hört sie reden Menschen schreien.
00:30:06: Ja, so ist es nicht.
00:30:07: Es ist erstaunliche Stille, völlig nach so einem großen Ereignis.
00:30:11: Was laut ist denn dann wenn schon große Geräte da sind vor Ort?
00:30:15: Also Bagger oder Geräten zum Trummerwerk räumen die Steine zerschlagen und das ist schon laut.
00:30:26: Das ist organisiert laut.
00:30:28: also es ist nicht so dass
00:30:30: da geschrien
00:30:30: wird.
00:30:31: Naja, wir sind ja nicht von ganz Anfang an dabei.
00:30:33: Ich bin ja nicht in der ersten Stunde da so nach zwölf Stunden vielleicht, also man versucht ja möglichst schnell dazu sein Anreise dazu.
00:30:39: Wir brauchen sechs Stunden um einsatzbereit rausgehen zu können.
00:30:44: Das heißt zwölft Stunden wenn es gut läuft und nicht soweit weg ist.
00:30:49: Und wir haben zum Beispiel bestimmte Geräte zum Räuchen unter Trümmern.
00:30:56: Da reicht aus, das ist ein Mikrofon.
00:30:58: Da reicht es aus, dass derjenige, der Hilfe sucht nur kratzen müsste.
00:31:02: mit dem Finger am Beton würde man das hören.
00:31:05: Dafür muss es super still sein und das gibt sehr schnell Absprache mit den Teamstommer.
00:31:11: rum Ein FIF und sofort ist Grabestille in der gesamten Straße.
00:31:18: Und wenn das dann sozusagen erledigt ist oder man eine Ordnung hat geht's halt weiter.
00:31:24: Oder wenn man eine Stimme hört, muss ich ja so vorstellen.
00:31:28: Wenn man Stimmen unterdrümmern hört, dann ist es wie Stimmen im Wasser.
00:31:31: Ich kann die nicht alleine orten von welcher Richtung die kommen.
00:31:35: Die kommen mir immer sehr nah vor.
00:31:38: Zainab, die wir zum Beispiel nach sehr langer Zeit gerettet haben ... Die Stimme kam uns erst vor wie einer Kinderschlimme und die kamen uns die ganze Zeit nah vor.
00:31:45: Und dann bruttelt man sich in diese Richtung vor wo auch die Hunde gezeigt haben hier das Leben Wo wir dann gehört haben hieres Leben ... geortet haben, mitten wir mein ich nicht mich sondern unser Team.
00:31:56: Und man buddelt und buddlt... ...und auf die Frage wann sind wir wohl vor Ort?
00:32:01: Denkt jeder in der Stunde.
00:32:03: Aber jetzt schaltet es sich anders.
00:32:05: das weiß halt vorher nicht.
00:32:06: Es kann sein.
00:32:07: Wir haben einige die haben wir Rokzug gerettet ja weil er irgendwie gefühlt nur eine Wand war die weg musste oder aber da war's halt katastrophal weit.
00:32:18: Das weißt du zu Beginn halt nicht.
00:32:21: Sie habt ihr gerettete.
00:32:24: Aber ich glaube, das ist die Frau, die wenige Tage später gestorben ist.
00:32:28: Genau!
00:32:30: Das war, glaub' ich sogar auch ein Medienereignis, diesen speziellen Thema.
00:32:35: Weil die Tagesschau nicht auch dabei?
00:32:37: Ja, war so.
00:32:41: Wie is'n das als Team?
00:32:42: Dann arbeitest du dich vor und freust dich jemandem gefunden zu haben und gerettet zu haben... ...und dann hat's doch nicht funktioniert.
00:32:51: Naja, ich glaube eben schon dass es funktioniert hat weil ... auch die Zeit, wo wir sie gesucht haben und Kommunikation hatten... ... war dieser Mensch nicht mehr alleine.
00:33:01: Und es ist dann erstaunlich!
00:33:04: Deswegen ist also, wir haben kein Leid ne?
00:33:06: Wir sind Profis, wir sind vorbereitet,... ... wir gehen dahin, wir wollen das tun.
00:33:11: Wir haben unsere Sachen angezogen.
00:33:12: in dem Moment,... ... bin ich auch in meinem eigenen Schutz, ne?
00:33:15: Also ich gehe da nicht ins Zivillen, sondern ich habe meine Einsatzklamotten dabei.
00:33:20: Ich bin mit meinem Team vor Ort, ich bin in meiner... ... in meinem Beruf vor Ort.
00:33:24: In seiner Rolle, ne?
00:33:25: In der Rolle genau.
00:33:27: und ZAINEP war dann diejenige... ...die uns gefragt hat wie es uns denn geht wenn das Team zum Beispiel nach zwölf Stunden gewechselt hat.
00:33:36: oder wenn wir dann gesagt haben wir werden jetzt von oben einen Clearcut also den Beton wegschneiden dann wird noch ein Ventilator aufgestellt, damit ihr kein Staub ins Gesicht fällt.
00:33:51: Sondern der Wind von vorne durchkommt, wenn man sich vorstellt eine große Flex direkt in deinem Rücken.
00:33:55: Ich glaube jeder von uns würde sagen das ist da werde ich nervös.
00:33:58: und man erklärt es dann und sagt Das wird jetzt laut und machen sich keine Sorgen.
00:34:03: Und sie hat gesagt ich mache mir keinen Sorgen weil ihr seid da?
00:34:08: Ja dass Das ist was Gutes, dass Sie kommunizieren konnte noch besser war, dass ihre Familie sie in die Arme nehmen kann dass sie dann verstorben ist, war eines der möglichen Risiken.
00:34:24: Die haben wir bei jeder Bergung, Bergungs-Tot nennt sich das, es kann auch während der Bergung passieren, dass der Verschüttete nicht überlebt und das muss man mit dem Team kommunizieren.
00:34:36: und natürlich löst aus Betroffenheit aus aber ich glaube kein Trauma weil mal was getan hat.
00:34:45: also ja
00:34:46: Das ist jetzt drei, fast dreieinhalb Jahre her.
00:34:48: Aber die Geschichte erzählst du schon sehr lebendig.
00:34:51: Es ist ein sehr eindrückliches Erlebnis.
00:34:53: Absurd!
00:34:56: Als du in Ostafrika warst... ...ein Kenia?
00:35:02: Ich glaube an der Grenze zu Somalia.
00:35:04: Genau also Dadab ist genau auf der Grenz in Kenia.
00:35:08: Das war ja kein Unglück wie ein Erdbeben oder einen Tsunami sondern das waren meines Mindestens nach eine
00:35:15: Hungerskatastrophe.
00:35:17: Was ist dir da begegnet?
00:35:19: Ja, das halte ich ein ganz anderes Szenario.
00:35:24: Da erlebt man dass Menschen fliehen aus dem Land in dem man sonst verhungern täte also somalier in dem Falle.
00:35:33: Zum Zeitpunkt gab es so, weil ich das ja auch unruhen und wenn man hier vielleicht sagen würde eine Mutter mit sieben Kindern flieht durch die Wüste was wir machen wenn ein Kind krank wird und nicht mehr gehen kann.
00:35:46: Dann hat sie zwei Entscheidungsmöglichkeiten, die eine ist dort zu bleiben und alle sterben oder sie lässt dieses Kind zurück.
00:35:52: Das ist eine Entscheidung, die wir uns gar nicht vorstellen können, die aber da dann getroffen werden muss.
00:35:56: Und wenn man dann sieht wie die Menschen, die dann dort angekommen sind also du siehst ein Zwei- oder Dreijährigen und denkst halbes Jahr vielleicht etwas älter?
00:36:09: Wenn Du siehst dass ein kind was Zum ersten mal Nahrung aufnimmt über eine Sonde, weil es gar nicht kauen kann.
00:36:18: Es kann nur diese Schluckbewegungen machen was einzig war blieb war wenig Muttermilch von der unterernährten Mutter.
00:36:27: Und das hat Schmerzen zum allererst Mal.
00:36:29: der Magen sich dehnt also schreit vor Schmerz als ernährt wird Dann wird man gefühlt ganz klein und dann hat das gar nichts mehr mit Medizin zu tun.
00:36:39: Damals war auch ein Journalist dabei, der dann als wir durch dieses Lager gegangen sind zu mir gesagt hat wie ich mich denn fühlen würde hier als Mediziner.
00:36:49: Und das Gute ist, dass wenn man mit guten Journalisten vor Ort ist sie nicht alles mitschneiden.
00:36:58: und ich habe halt hintergesagt.
00:36:59: diese Frage war keine gute Frage weil ich konnte ihm dem Moment auch gar nicht beantworten.
00:37:04: Ich konnte sie nämlich nicht beantworten.
00:37:06: ... menschlich als Arzt war.
00:37:09: Jemand, der Ernährung gibt... das ist kein Arzt, ne?
00:37:12: Das willst du schon als Mensch tun und ja auch auf dem Weg dahin also nicht nur in Dadab kommst du bei Kindern vorbei die am Straßen ran stehen.
00:37:23: Du gibst dir eine Wasserflasche ohne Kohlensäure warm und die freuen sich.
00:37:28: also wenn drei Feste auf einmal sind aber sie wissen nicht mal wie man die aufträgt Ja und dann zeigst du ihnen das dann haben die ein halben Liter klares Wasser Und das ist für die ununfassbar.
00:37:40: Das sind Eindrücke, die ich für mich mitgenommen habe und die mich einfach deutlich demütiger machen für das was wir hier haben.
00:37:48: Deutlich demütig!
00:37:50: Also kann eine ganze Menge passieren bevor ich denken würde... ...das ist nicht gut als Leben.
00:37:59: Ich kann es mir natürlich nur ansatzweise vorstellen weil ich solche Szenen so noch nie live miterlebt hab.
00:38:06: aber was ich mir durchaus vorstellen kann Das, was du gerade sagtest.
00:38:11: Dass das natürlich eine Sicht auf die Welt verändert und sagen wir mal so den Begriff des Problems, des alltäglichen Problemes, was einen zu Hause auf dem Keks geht?
00:38:21: Was ein Stress wo man sich drüber ärgert weil wieder irgendwas nicht funktioniert.
00:38:26: ist es nicht tatsächlich relativ schwierig auszuhalten wenn um nicht herum die Leute sich furchtbar darüber ärgern dass der Schlüssel abgebrochen ist oder der Wagen in Platten hat oder du als Arzt jemandem begegnest, bei dem du weißt er hat eigentlich keine Lust aber der hätte jetzt gern kranken scheinen.
00:38:42: Also das glauben ja Menschen die um einen herum sind sehr häufig auch Patenten so dass sie dann sowas kram wie ich habe nur Husten und ein Lockträder bein ist noch dran.
00:38:53: Ich wollte trotzdem zu ihnen kommen.
00:38:54: es nicht so.
00:38:55: also ist nicht so dass ich da eine andere Empfindung habe bezüglich Sorgen und Beschwerden wo Menschen zu mir kommen weil als erstes etwas ganz Ausgewöhnliches ... der Patient, der zu mir kommt hat ... ... hohes Vertrauen und hohen Respekt ... ... mir gegenüber.
00:39:10: Und den gebe ich zurück.
00:39:12: Ich komme als Arzt an Stellen wo man ... ... ist das was besser vorhin nicht hinkommt?
00:39:15: Nämlich manchmal ein Schlafzimmer zur Behandlung... ...
00:39:18: d.h.,
00:39:19: ich lerne Familien kennen, ... ... ich lernte deren Geschichte kennen ... ... und meine Arbeit wird respektvoll gesehen.
00:39:26: Da will ich nie im Traum auf die Idee kommen zu denken, na ja,... ... ich verhungert ja keiner!
00:39:31: Aber für mich selber ist es halt so dass ich in Supermarkt gehe und denke.... zwanzig unterschiedliche Erdbeermarmeladen, wo es da der Sinn.
00:39:39: Und hin und wieder gibt's ja schon mal Jugendliche die ein halbes Jahr oder drei Monate ins Ausland gehen und dort ehrenamtlich tätig sind und dann bekommen sie nochmal eine gratis Untersuchung.
00:39:53: wenn die zurückkommen dass sie sozusagen gesund sind und interessant war dann die sind in der Regel gesund zurückgekommen und waren auch nicht traumatisiert.
00:40:00: aber wenn man die dann so gefragt hat und gesagt Wie finden Sie das mit den zwanzig Erdbeermammeln?
00:40:06: Ja, dann hatten die das gleiche Gefühl.
00:40:08: Wir gehen in den Supermarkt und haben Überfluss.
00:40:12: Und wir drehen hier den Hahn auf.
00:40:13: Es kommt ein Wasser raus da... Also nach dem Einsatz in, ich glaube es war in Dadab, hatten wir danach Urlaub.
00:40:22: Ich glaube sogar fast dass der Urlaub ein bisschen darunter gelitten hat, dass sich weg war.
00:40:26: Dann kamen wir zurück und sind in der Schweiz wandern gegangen.
00:40:30: Da läuft dann klares Wasser aus einem Stein heraus, dann ist das unfassbar zu überlegen wo wir leben können und wo andere Menschen vielleicht leben müssen.
00:40:42: Das macht dem bütig, das hast du schon gesagt.
00:40:46: Du warst etwa dreißig jahrelang, korrigier mich, dreißzigjahrelange Arzt.
00:40:53: Allgemeinmediziner in der Praxis?
00:40:55: Ja nicht ganz.
00:40:57: Seit zwei tausend vier habe ich die Praxis übernommen.
00:41:01: Allgemeinen Mediziner stetig war ich zwei Jahre vorher schon.
00:41:06: Du bist
00:41:06: seit... ...zweitausendfünfundzwanzig aus der Praxis ausgeschieden.
00:41:10: Große Praxisse in Oberhausen.
00:41:13: Stärkade?
00:41:14: Oberhausemnach.
00:41:16: Die Steg auch, Stärkkader Gemeinschaftspraxis.
00:41:20: Das heißt du bist gar kein praktizierender Allgemeinmediziner mehr aber du bist natürlich trotzdem noch ein Arzt.
00:41:25: Ich hoffe!
00:41:26: In welchen Funktionen?
00:41:28: Ja für mich ist so... Also auch aus der Anästhesie bin ich ja nicht ausgeschieden oder aus der Schmerztherapie damals, weil ich da keine Freude mehr daran hatte.
00:41:37: und so ist es in allgemeiner Medizin auch.
00:41:39: Ich hätte ihn allen bleiben können.
00:41:40: Ich könnte heute noch was Notes als Arbeiten mit mir Freude machen, auch als Allgemeinarzt.
00:41:45: Ich wollte einfach nochmal etwas anderes ärztlich tun und ich wollte mich mehr einmal auf die Palliativmedizin konzentrieren aber auch auf Tätigkeiten, die so Berufspolitik ausmachen.
00:41:56: ... Arztgesundheit geht, wo es darum geht ... ... Traumatisierung.
00:42:03: Die jetzt gar nicht in einem solchen Einsatz geschehen sondern zum Beispiel im Rahmen von ... ... Wandlungsfehlern oder Wandlungsfehlervorwürfen... ... uns zusetzen.
00:42:16: Vielleicht ein System zu entwickeln, wo man auch da Hilfe bekommen kann weil ich glaube egal in welchem Beruf ich arbeite also wenn ich auf dem Werk arbeite Gibt es einen Werkschutz?
00:42:30: Da gibt's Ideen, wie ich mich schützen kann.
00:42:31: Wie ich Helm trage oder Schutzschuhe... Aber irgendwie so für die Seele gibts nix.
00:42:36: und beim Arzt das rechn' ich also da hilft der Helm halt nicht.
00:42:38: Da hilft auch der S-III oder S-IV Schuhnicks sondern da braucht man Hilfe wenn es zu einem Ereignis kommt was alle belastet dem Patienten natürlich ist ja klar weil er den Gesundheitsscheinen erleidet aber sicher auch den der ihn behandelt hat mit der Idee, ihm helfen zu wollen.
00:43:01: Das ist ein Thema das ich gerne mit dir noch ein bisschen vertiefen möchte denn wir haben schon einige Funktionen die du ausübst beleuchtet zumindest mal so leicht angeleuchtet aber dazu kommen ja auch deine Funktion bei der Ärztekammer Nordrhein und du bist Vorsitzender?
00:43:19: Ich weiß gar nicht was das alles ist welche Funktion du alle hast bei der Ärztekammer Aber es sind einige in der Gutachter-Kommission für ärztliche Behandlungsfehler.
00:43:29: Das ist das, was du gerade angeschnitten hast und da gibt es den Begriff des Second Victims, dass ist das was du grade sagtest.
00:43:38: Es gibt einen vermeintlichen Behandlungsehler und alle achten natürlich auf die Patienten hin.
00:43:45: Was auch in Ordnung ist?
00:43:47: Genau aber auch der Arzt leidet möglicherweise Das wirst du sehr viel besser wissen.
00:43:55: Genau,
00:43:55: gesichert.
00:43:56: also man gibt ja Studien dazu.
00:43:57: aber das hat eigentlich gar nicht so mit der Gutartekommission zu tun sondern mehr mit meiner berufspolitischen Tätigkeit herum als ich bin bei der Erzikammer auch in der Standesvertätung und der Kammerversammlung und da gibts so ähnlich wie im Landtag Fraktionen die sich berufspolitisch einsetzen.
00:44:14: oder gibt es einen Ausschuss der heiße Erzegesundheit und da engagiere ich mich.
00:44:18: Die Gutartekommission, da ist eigentlich mehr mein Engagement so, dass man einfach sieht wir gehen offen mit Fehlern um... Wir verstecken uns nicht!
00:44:24: Ich meine es ist ja fast auch klar wenn ich mit meinem Auto gegen Deins fahre werde ich jetzt nicht mich verstecken und warten bis du weggefahren bist sondern ich komm zu dir sag guck mal is passiert.
00:44:34: Und wenn das jetzt ein Lieblingsauto ist oder du mich vielleicht eh schon nicht so richtig leiden konntest wirst du nicht sagen Peter bist ein toller Typ danke dafür sondern du willst wahrscheinlich eher negative Ausdrücke finden können für das, was passiert ist.
00:44:46: Das ist total normal.
00:44:47: Aber ich stehe dazu.
00:44:48: Ich kann vielleicht den Schaden nicht reparieren aber ich bin versichert und jeder Arzt ist versicherd für das was er tut.
00:44:54: Aber der Richter in uns, der ist das Problem.
00:44:57: Ich selber bin sicher dass jeder von uns das viel viel strenger sieht wie das vor Gericht entschieden würde.
00:45:05: Und jeden Pfund ist ja klar, dass man mit Geld es nicht gut machen kann.
00:45:09: Das ist dann der Bereich des Second Victims.
00:45:13: Interessanterweise treten die nicht nur auf wenn was passiert ist, sondern welche auch erheblich sind, sind die Beinahe.
00:45:19: D.h.,
00:45:19: ich habe da etwas in der Spritze?
00:45:21: Ich will das Spritzen, der letzte Kunde fällt es mir auf.
00:45:23: Oh, falsch!
00:45:24: Und ich wüsste, wenn ich das gespritzt hätte, hätte ich zu schwer einen Schaden genommen und das kann schon eine erhebrliche Traumatisierung auslösen.
00:45:32: Gibt's da Untersuchungen zu wie oft so was eigentlich passiert?
00:45:36: Ja gibt´s die Zahlen weiß ich jetzt nicht auswendig aber tatsächlich häufiger glaubt, also auch Studierende oder junge Medizinerin wurden dazu befragt und da hat eigentlich ich glaube fast jeder zweite so eine Erfahrung mal gemacht als Second Victims.
00:45:51: Und das wird halt oft nicht besprochen und wird gar nicht angegangen.
00:45:54: und was ist dann die Reaktion?
00:45:56: Die Reaktionen darauf ist dass sich vielleicht überkorrekt werde, dann habe ich keine Chance mehr wenn ich als Notarzt als aufnehmender Not, dass in die Ambulanz rausgehen.
00:46:06: Da sitzen zehn Leute und ich kann sie nicht alle gleichzeitig sehen.
00:46:09: Sondern ich muss halt rausgeben und gucken, wer ist am schwersten krank?
00:46:11: Das wird wahrscheinlich der sein, der am wenigsten sagt.
00:46:14: Und um dem muss ich mich kümmern genau wie im Notfall.
00:46:16: Und dann den anderen sagen wenn sich hier jemand verschlechtert melden Sie sich!
00:46:20: Ich habe halt nur zwei Hände.
00:46:22: Wenn ich da jetzt so werde ... Ich nehme eine erste rein und mache mit dem CT MRT PIPAPO Dann werden die andern verstärben.
00:46:29: Wenn ich denke, das kann nicht.
00:46:31: Ich höre auf!
00:46:32: Dann haben wir vielleicht einen Arzt in Erzien verloren die wir gerne hätten weil... ...die sehr gewissenhaft ihren Beruf ausübt und darunter leidet dass ein Fehler passiert ist.
00:46:41: Und wenn wir überlegen, dass wir vielleicht in keinem Beruf auch im Ärztlichen Beruf niemanden verlieren sollten dann ist es wichtig glaube ich sich dafür einzusetzen.
00:46:51: Du warst in der Corona-Pandemie in Oberhausen Im Krisenstab der Stadt Das heißt Daran können sich glaube ich alle noch ganz gut erinnern.
00:47:01: Der
00:47:01: Oberhaus ist tatsächlich nicht
00:47:02: stärker allein.
00:47:03: Jetzt war es tatsächlich mal nicht stärk, gerade ein bisschen größer.
00:47:09: Bist du der bei Aufgaben die sich mit einer Hilfe von Menschen beschäftigen immer bist du der der hier schreit wenn's darum geht Menschen zu helfen?
00:47:20: Ich sag nicht nein das reicht oft.
00:47:23: Nein ich weiß nicht.
00:47:24: also es gibt ja so Dinge die machen halt Freude.
00:47:27: also ich mach das nicht.
00:47:31: Ich mache diese Dinge, weil ich sie sehr gerne mach und weil man eben dafür auch was so bekommt.
00:47:35: Nämlich Wertschätzung von den Menschen mit denen man das zusammentut und sich auch neue Verbindungen daraus ergeben also zum Beispiel aus der Arbeit im Krisenstab hat sich schon auch in extrem gute Vernetzung innerhalb der Stadtgesellschaft ergeben und davon haben dann meine Patienten auch profitiert Weil einfach die Dienstwege auf kürzer sind.
00:48:03: Die Corona-Pandemie startete in den Jahr zwanzig, zwanzich.
00:48:08: Du hast... ...zwanzig achtzehn... ...dich in Altenvorwebos gesetzt und bis zum Nordcup gefahren?
00:48:17: Das ist auch ungewöhnlich!
00:48:22: Gibt es den Peter auch gewöhnlich oder ist das ein ungewönlicher
00:48:25: Typ?!
00:48:26: Ich weiß nicht ob das ungewöhlich ist, ich glaube das ist ganz gewöhnlich.
00:48:29: Also da sieht sich immer das... Das System, an dem man sich orientiert.
00:48:32: Ich weiß nicht, ich müsste mir vielleicht meine Frau fragen?
00:48:38: Ich hoffe schon!
00:48:39: Du bist mit zwei Freunden gefahren und ihr wart viel lange weg, zwei Wochen?
00:48:43: Ungefähr, ne?
00:48:44: Ich weiß gar nicht wie viele Tage es war noch.
00:48:45: das ist so da die Emotionen dabei war's vierzehn-sechzehn Tage.
00:48:49: Es war auf jeden Fall ein bisschen länger weil um die gesamte Ostsee ging.
00:48:52: es waren eine Rallye.
00:48:54: bei der Rally sucht man sich ein altes Auto.
00:48:55: wir haben einen TIVIER vor Weberus uns ausgesucht, der dann auch ganz am Ende Faxen gemacht hat.
00:49:06: Man sucht dann Sponsoren die Geld dafür geben dass man deren Logo einmal um die Oste herumfährt.
00:49:12: Die finanzieren aber weder mich als Team noch die Unterkunft noch das Auto und noch den Sprit sondern die finanziert das Projekt was man unterstützt Oberhausen das Friedensdorf unterstützt und haben damals acht tausend Euro glaube ich eingefahren, wenn ich mich richtig erinnere.
00:49:33: Und hatten auf der einen Seite natürlich dadurch auch also Rally nicht im Sinne von schnell fahren sondern man fährt rum hat Aufgaben, guckt sich Dinge an, man lernt vor allen Dingen Land und Leute kennen und eben auch ein bisschen anders wenn man da sowieso mit einem alten Auto durch die Gegend fährt.
00:49:49: und ja es ist persönlich schön.
00:49:53: Trotzdem hat das noch was Positives für Dritte.
00:49:58: Das war ein altes Auto und bei der Einstiegs- entweder oder Frage hast du dich für den alten Mercedes entschieden, das kam natürlich nicht von ungefähr sondern in diesem Mann steckt auch eine Leidenschaft die sich mit Autos beschäftigt unter anderem auch mit einem alten Mercedes
00:50:16: aber nicht so alt also nicht fünftig
00:50:18: nicht so Alt.
00:50:19: Aber Du kannst nicht nur ... auf Menschen zu gehen und denen behilflich sein, wenn sie ein Problem haben.
00:50:27: Du kannst auch auf Autos zugehen, wenn die ein Problem habe?
00:50:29: Ja so... Du kannst ganz gut Autos reparieren!
00:50:32: Ja so gut weiß ich gar nicht ob das so gut kann.
00:50:33: aber wenn Sie was älter sind also ich hab das natürlich gemacht in einer Studentenzeit da gab es ja keine Kohle um in die Werkstatt zu fahren.
00:50:41: also mein Polo oder Audi habe ich selber geschraubt.
00:50:46: damals noch auf der Nabühne gab's dann nicht sondern das war eine Grube.
00:50:52: bei meinem ... Onkel, bin ich nach Duisburg gefahren und habe dann zum Beispiel den Ausbruch nur dem Mitteltopf gewechselt.
00:50:58: Ist nicht ganz so leicht, weil man dann meistens den Rest kaputt macht also... Aber man hat ja nicht Geld für alles.
00:51:03: Dann irgendwann kam der Endtopf noch dran.
00:51:05: Also Ölwechsel, Zündkerzen, Luftfilter diese Dinge halt Reifen wechseln.
00:51:11: Ich glaube sogar Bremse darf man offiziell gar nicht sagen.
00:51:13: aber glaube ich sogar dass man sich auch darum gekümmert hatte.
00:51:16: in dritter Person
00:51:19: mit Mann meint es natürlich dich
00:51:20: Ja klar Dann ist das natürlich ganz, ganz lange irgendwie weg.
00:51:26: und meine Idee war eben auch dass wenn ich ein bisschen mehr Zeit habe für diese Dinge die mir nur Freude machen dann gehört dazu auch einem alten Auto zu schrauben.
00:51:37: Und es ist erstaunlich wenn man sich wieder so reinschraubt welche Dinge man lösen kann.
00:51:42: Wenn man an Zeit und Geduld hat und weiß was man nicht morgen damit fahren muss und vielleicht auch die Möglichkeiten größer geworden sind.
00:51:51: So eine Bühne zum Beispiel Ist ja hilfreich, wenn man was älter ist in Augenhöhe dem Auto gegen etwas zu
00:51:57: tun.
00:51:57: Die ist auch hilfreichen, weil man junger ist?
00:51:59: Klar aber da hat man es halt nicht.
00:52:01: Ja das ist richtig!
00:52:02: Jetzt bist du ja nicht mehr in deiner Praxis... Du bist ja ausgeschieden und hast den Kassen-Sitz hier abgegeben.
00:52:08: Das heißt, hast du mehr Zeit?
00:52:12: Ich glaube ja ich nutze die Zeit halt anders doch auf jeden Fall ist er klar.
00:52:16: Also die Fremdbestimmung ist natürlich weg, es ist zwar ein Freiberuf.
00:52:20: Ich hätte jeden Morgen überlegen können ich gerne nicht, ne?
00:52:22: Das macht man natürlich nicht mehr hat eine Versorgungspflicht, die man fühlt für seine Patientinnen und Patienten.
00:52:28: Ich bin super froh dass sich die an sehr motivierte Kolleginnen und Kollegen übergeben konnte, die so ticken wie wir und die wir über eine lange Zeit in der Ausbildung kennengelernt haben und wo man dann einfach... Wo ich für mich nochmal die Chance habe mein Lebensweg noch mal ein bisschen anders zu gestalten ohne Ohne ein Trümmerfeld zu hinterlassen.
00:52:49: Ja, Trümmerfeld das führt uns zurück zu Isar.
00:52:54: Wie sieht es eigentlich aus?
00:52:56: Hast du im Schrank einen Rucksack stehen für den Fall wenn Isar sich meldet?
00:53:01: Klar Sachen sind gepackt also alles gibt's in doppelt.
00:53:04: ich brauche nur meine Tasche nehmen.
00:53:06: Wo man ein bisschen anpassen muss ist dann Winter oder Sommer.
00:53:09: wo gehts hin?
00:53:10: was brauchen wir noch?
00:53:11: Also wenn ich dann einen Müggenschutz braucht hier muss ich schon auch dazu packen aber da ich nicht so gut im Spontan packen bin, habe ich Listen für alles.
00:53:20: Das heißt es gibt diesen Rucksack?
00:53:22: Der steht bei dir keine Ahnung in der Garage im Keller wo auch immer.
00:53:26: und wenn jetzt gleich ein Anruf kämen dann wirst du in sechs Stunden in Köln
00:53:30: genau.
00:53:31: In der Regel haben wir ganz klein bisschen mehr Zeit weil der Anrufe kommt wo noch nicht klar ist ob er einsatzlich entwickelt.
00:53:37: also wir nennen das unser Lagezentrum dass wird hochgefahren sobald die Wahrscheinlichkeit besteht, dass es zu einem Einsatz kommen kann.
00:53:46: Manchmal gibt's ja Vorbeben, die eben noch nicht zu der Große an Zerstörung geführt haben oder weil es halt die Infrastruktur und auch das Meldewesen erwischt hat weiß man gar nicht wie viele Menschen gibt's da, die Hilfe brauchen?
00:53:59: Weil das macht natürlich nur dann Sinn rauszugehen wenn wirklich auch ein Hilfebedarf da ist sodass ich in der Regel ein bisschen mehr Zeit habe.
00:54:08: aber ich bräuchte sechs Stunden und man trifft sich dann nicht in Köln, sondern man trifgt sich an unserem Lager.
00:54:18: Jetzt ein Nehe von Kleve und da wird dann gepackt und von dort geht es los mit einem Bus oder mit Einsatzfahrzeugen.
00:54:23: In der Regel war das bis jetzt immer so dass die Feuerwehr Duisburg uns unterstützt, vor allem auch die freiwillige Feuerwehr, mit der wir eng kooperieren und die auch uns unterstützen beim Lagezentrum.
00:54:33: Auch das ist Wahnsinn!
00:54:37: Das Lagezentra wird hochgefahren Du kommst dahin, alles ist... Was heißt
00:54:41: denn das Lagezentrum?
00:54:42: Wird hochgefahren.
00:54:42: Naja die Kommunikationseinheit werden hingestellt, Telefone werden hinggestellt
00:54:47: aber vor Ort meinen Sie schon.
00:54:48: Ja ja
00:54:49: ja, näher vor Ort hier also bei uns in Duisburg dann in dem Fallen und die Freiwillige Feuerwehr kümmert sich dann darum zum Beispiel auch dafür aus zu essen kriegen unterstützt in jeder Hinsicht.
00:55:00: Das ist Wahnsinn!
00:55:00: Wo ist denn das
00:55:01: Lagerzentrum
00:55:03: In Duisburch bei einer der Feuerwachen?
00:55:07: Jetzt frag ich mich, wer da wohne.
00:55:09: Also ich frage mal dem guten Freund von mir also viele Hausbesuche in Oberhausen finde ich aber ich nenne nicht die Straße.
00:55:17: Ja okay das heißt dass funktioniert dann schnell heißt innerhalb von also wenigen Stunden?
00:55:27: Ich glaube deswegen brauche auch Suchhunde.
00:55:30: Das ist immer hilfreich um
00:55:30: das Lagezentrum zu führen oder so.
00:55:35: Kannst du euch mit tunnen?
00:55:37: Ja, total.
00:55:38: Also wir haben ja auch eine Rettungshündin, also ihr rettet meine Seele regelmäßig.
00:55:42: Die kann bestimmt ganz viel aber vorliegen ist es super Leben und ein toller Familienhund.
00:55:47: Was ist das für einen Hund?
00:55:48: Labradudel-Dudel, also zweimal Pudel drin.
00:55:50: Tatsächlich
00:55:54: verliert keiner Haare, ist antialerisch, wir haben gar keine Allergien aber ist trotzdem schön.
00:55:57: man muss nix fegen.
00:55:58: Ja praktisch!
00:56:00: Du hattest von den Einsätzen in Armenien gesprochen.
00:56:06: Wir haben über Ostafrika Die Türkei gesprochen.
00:56:09: Hawaii haben wir noch nicht drüber gesprochen, Armenien nicht.
00:56:12: Hawaii war ... Ha'iti.
00:56:15: Ha'i-ti.
00:56:16: So einfach!
00:56:18: Was war in Ha'ití?
00:56:19: auch ein Erdbeben?
00:56:20: Das war zeitgleich mit der notfallmäßigen Evakuierung von Kabul und deswegen nicht in den Medien vertreten.
00:56:30: aber die Menschen haben trotzdem gelitten wobei man sagen muss das Land ist wirklich so infrastrukturell geschädigt Und das rappelt es nochmal.
00:56:41: und ja, die Menschen haben nichts zu verlieren.
00:56:44: Trotzdem noch mal alles.
00:56:47: Das sind dann auch Einsätze, die natürlich wenn sie unter UN-Mandat laufen anders sein können oder was auch Sicherheit angeht wie man sich selber kümmern muss.
00:56:58: Man muss immer selbst umkümmern dass wir Sicherheit verurteilt hatten.
00:57:04: Beziehungen aufbauen.
00:57:04: Man muss gucken, wo geht's denn hin?
00:57:06: Also in dem Falle war es so dass ein Geistlicher sozusagen mit seiner Kirchengemeinde uns in seinem Ort Sicherheit geboten hat, wo wir dann unser Zelt aufstellen konnten.
00:57:19: Wir haben also nicht in Trümmern gesucht sondern unsere Notfallversorgung im Rahmen eines Lasserets durchgeführt.
00:57:30: Die Menschen die verletzt waren mussten zu uns kommen und die haben wir versorgt.
00:57:33: Hast du eigentlich nie Angst gehabt?
00:57:37: Nee.
00:57:37: Also vor Ort ist sowieso so, dass die Berichterstattung oft Angst schürt bei der Angehörigen.
00:57:43: Deswegen gibt es halt aus unserem Lagezentrum einmal am Tag eine Kommunikation mit den Angehöringen damit sie einfach wissen wie sie wirklich vor Ort.
00:57:57: Die Situation ist vor Ort gefühlt immer anders.
00:58:00: Auf dem Philippinen hieß es also, Menschenmassen würden jetzt zu den Flughafen hin strömen und das wäre ganz chaotisch und so.
00:58:08: Ne, aber überhaupt nicht chaotischt!
00:58:09: Wir haben alle in zweier Reihe gestanden ja?
00:58:11: Und na klar wollten die zum Flughaf mal die weg wollten von da und wir waren nicht gefährdet.
00:58:18: Ja und in Mahiti war's so dass in Port-au-Pence, das sicherlich so gewesen wäre.
00:58:26: Aber da steigste nicht aus als Ausländer und versuchst es zu helfen, weil man weiß, er wird als Tourist keine drei Stunden überleben.
00:58:37: Wenn der Präsident, der wahrscheinlich geschützt ist im Wetter erschossen wird, dann ist ziemlich klar, dass keine hohe Sicherheit herrscht, muss man sich auf die Menschen verlassen, die man dabei hat mit den Sicherheitsospekten auskennen Wie man sich das zu verhalten hat.
00:58:55: Also die Frage war ja, hast du schon mal Angst gehabt?
00:58:57: Offensichtlich nein!
00:58:58: Aber war es schon mal gefährlich, offensichtlich?
00:59:01: Wahrscheinlich im Nachhinein betrachte.
00:59:06: Lässt deine Frau dich gerne fahren oder fliegen?
00:59:08: Müsste man sie fragen...
00:59:10: Was glaubst du denn, was sie sagt?
00:59:14: Er muss das wissen glaube
00:59:16: ich sowas
00:59:17: in der Art kennen.
00:59:17: Ja er ist hundertprozentig...
00:59:20: Gab's schonmal ein Fehlalarm wo du informiert wurdest und dann seid ihr doch nicht geflogen
00:59:24: oder gefahren?
00:59:25: Fehleralarme gibt es auch manchmal Arame wo dann zum Beispiel keine internationale Hilfe angefordert wird, sondern nur von andreiner Staaten.
00:59:33: Das war damals bei dem Erdbeben in Japan als die Reaktoren da weggeschwemmt wurden.
00:59:40: Da haben wir auch einen Vorabteam gehabt, da haben wir Lagerzentrum hochgefahren aber da sind wir halt nicht in den Einsatz gegangen und viele Dinge da wird natürlich gar nicht drüber berichtet.
00:59:49: Dann ist eben in dieser Medizentrale der Vereinten Nationen von dem Tsunami gewarnt oder von einem zweiten Beben, dann fährt man trotzdem das Lagezentrum hoch und guckt sich die Entwicklung an und macht einen Voralarm.
01:00:04: Und der wird dann wieder gestrichen auch wenn die Zeit einfach zu lang ist.
01:00:09: also Die Idee von ISA ist ja so wir machen ja etwas anders wie die anderen.
01:00:14: Wir sind autark.
01:00:16: Wir können zehn Tage bis zwölf tage ohne jede Unterstützung vor Ort sein haben alles dabei was man braucht außer Diesel, den kann man halt nicht mitnehmen oder Treibstoff, den braucht man vor Ort.
01:00:26: Das funktioniert aber in der Regel ganz gut weil die Autos schon nicht mehr fahren können, die vielleicht auf der Seite liegen und trotzdem noch einen vollen Tank haben.
01:00:36: Und
01:00:38: dann holt ihr tatsächlich da Den Treibstoff raus?
01:00:40: Nein,
01:00:40: haben wir noch nie gemusst.
01:00:42: Bis jetzt war es so, dass man vor Ort eine Unterstützung kriegt aber im Zweifel für den Angeklagten.
01:00:46: also da muss ich halt... Also das sind ja immer dynamische Situationen.
01:00:48: Ich weiß ja nicht vorher was passiert sondern ich muss nach dem richten was da vor Ort geht und Man braucht ihn nicht aus dem Tank klauen.
01:00:56: also der in dem Auto gehört er würde sagen Leben darfst ne Für die Versorgung du kriegst ja direkt durch die Bevölkerung Unterstützung.
01:01:03: Also auch in der Türkei war es ja so, du kriegst dann Tee angeboten.
01:01:07: Du stehst mit den Menschen am Feuer weil's halt draußen kalt war während zum Beispiel in den Gebäuden, in denen ein gestürztes Nichtkalt war.
01:01:15: Das ist eben auch so... In Medien wird manchmal was gespiegelt oder verbreitet oder informiert, was nicht passt.
01:01:22: Auf dem Philippinen hieß es die brauchen Medikamente, die brauchen was zu essen und die brauchen Wasser.
01:01:28: Die brauchten Medikamente und Versorgung.
01:01:30: Die brauchen kein Wasser, weil das Wasser kommt vom Himmel.
01:01:32: Da hat es gerechnet wie verrückt... ...und auf den Philippinen weiß man, wie man Wasser auffängt, wenn man's müsste.
01:01:37: Und zu Essen hatten die auch genug.
01:01:39: Aber trotzdem wurden dann von einem internationalen Militär massig Wasser rangeflogen?
01:01:47: Es gibt das THW, es gibt das Militäre.
01:01:49: Es gibt ja auch Ärzte ohne Grenzen.
01:01:51: Genau!
01:01:52: Sind das benachbarte Organisation mit denen ihr zusammenarbeitet?
01:01:57: oder arbeitet da jeder für sich?
01:01:59: Ja, nicht jeder für sich, sondern in jedem seinen Bereich.
01:02:01: Also Ärzte und Grenzen ist ja auch was... also daran glaube ich oft dass sie wirklich auch in gefährlichen Gebieten unterwegs sind die riskieren glaube ich schon.
01:02:10: eine ganze Menge kann ich natürlich nicht beurteilen war nicht dabei aber das ist so.
01:02:14: das Gefühl Und die machen hier eine langfristige Versorgung und die macht die versorgen vor Ort Das heißt die kommen dann nicht mit einem Lazarett hin Sondern die gehen und unterstützen in Krankenhäuser in den speziellen Versorgungsstrukturen.
01:02:30: Wir sind ja sozusagen eine Art Rettungsdienst, also wir sind der Rettungswagen und der Notarztwagen, der ausrückt, der da ist, die Erstversorgung macht und wenn es dann in die Langfristversorgungen geht wieder sich zurückzieht weil dann die anderen das viel besser können.
01:02:46: Das THW
01:02:46: zum Beispiel?
01:02:47: Ja, THW macht ja viele Dinge ähnlich wie wir.
01:02:50: aber da ist ja die Struktur, die werden ja ins Sand aus Deutschland, da ist die also von der Meldung und dem Hilfeersuch und dem Hinausschicken.
01:03:01: kann es sein dass bei denen länger dauert weil wir halt unumstehen nur den Anruf in der Botschaft haben.
01:03:06: Fragen gibt's noch Request?
01:03:07: die sagen ja klar bitte fliegt los dann kriegen man Fax oder E-Mail oder wie auch immer wo drauf steht.
01:03:13: Isar Germany wird gebeten Unterstützung in unserem Land durchzuführen an dieser in dieser jener Stelle und dann können wir halt raus hier.
01:03:21: Wir sind als NGO haben wir keine keine große Struktur, in der wir viel abklären müssen.
01:03:27: Da gibt es einen ganz kleinen Zirkel von den Menschen die Entscheidungen treffen.
01:03:32: Gehen wir raus oder gehen wir nicht raus?
01:03:34: Und die Entscheidung richtet sich natürlich nach dem Einsatzziel.
01:03:38: Also passt das in das was wir können dann in die Frage auch der Sicherheit.
01:03:45: Wir gehen nicht in Krisen oder also im Kriegsgebiet also in ein Gebiet wo Wir militärischer Schutz bräuchten oder unser Leben riskieren primär, das immer gefährlicher ist wie durch Wiesel spazieren zu gehen.
01:03:59: Ist ja klar und wir müssen gucken haben wir Kapazitäten?
01:04:08: also kommen wir da denn hin?
01:04:10: Also wenn Myanmar zum Beispiel da haben wir auch unsere Lager Also, er ist hochgefahren.
01:04:20: Aber da war klar wir kommen nicht nach mir mal hin.
01:04:22: Wir kommen gerade mal an die Grenze und dann macht es keinen Sinn weil sind ja Spendengelder.
01:04:27: ich kann nicht irgendwie fünfhunderttausend verbraten zum Hinfliegen und helfe dann keinem und weiß noch nicht mehr wie ich zurückkomme.
01:04:33: Solche Flüge die ihr dann international weit seht, sie sind auch richtig teuer und die müssen bezahlt werden.
01:04:43: Wenn wir jetzt wieder vor der Haustür gucken, dann sind wir in Duisburg Mannschaftsarzt beim MSV.
01:04:54: Einer von vieren?
01:04:56: Einer vom Vieren!
01:04:58: Der
01:04:58: Unwichtigste, ich bin ja kein Chirurg.
01:05:01: Bitte?
01:05:02: Der Un wichtigste, Ich bin ja keinen Chirug.
01:05:05: Wäre das jetzt wirklich so?
01:05:07: Nein finde ich natürlich persönlich nicht.
01:05:08: aber...
01:05:10: Das heißt du bist der was bist du denn dann für ein Arzt beim msv Team?
01:05:14: Ja also wenn sich ein Fußballer verletzt ist er ja primär über die Berufsgenossenschaft versichert.
01:05:22: Das heißt, alle Behandlungen erfolgen über die BG, die ja auch starker unterstützt hat, derselbe als von Duisburg ist wie BG Clinic Duisborg.
01:05:32: Aber als Notarzt kann ich natürlich eine Erstversorgung.
01:05:34: Als Hausarzt und Internist kann ich mich um die Dinge drum herum kümmern Auch wenn Familienangehörige erkrankt sind.
01:05:43: Und bis jetzt bei Auswärtsspielen habe ich halt auch logischerweise Erstversorgung gemacht und kooperiere dann mit den Kollegen in der BG-Klinik, mit dem Mannschaftsärztesprecher ab.
01:05:54: Wie wir weiter vorgehen, wenn Verletzungen vorliegen?
01:05:56: Und begleite die dann zum Beispiel auch in die BG Klinik von dem Auswärtspiel.
01:06:02: Bist du der Arzt, der, wenn einer stürzt, mit einem Köfferchen schnell auf das Spielfeld rennt und guckt?
01:06:07: Also ohne Schnell.
01:06:12: Also es sind ja immer zwei, also manchmal sind's zwei Physios die auf dem Platz laufen.
01:06:16: Bei Heimstuhl ist ja in der Regel ein Arzt und ein Physio aus der Umfahrtklinik Und im Außerspiel bin ich mal dabei und laufe mit einmal einer der Kollegen aus der BG-Klinik wenn ihr mitgefahren seid und mal sinds auch zwei Physiotherapeuten.
01:06:33: Ist das eigentlich ein Ehrenamt?
01:06:35: Was ich tue?
01:06:36: ja Warum?
01:06:38: Weil ich zehbar bin Ja.
01:06:42: Ich dachte, du bist gar nicht so ein Riesen-Fußball-Fan?
01:06:44: Nee, aber Zebra!
01:06:46: Weil...
01:06:47: Warum?!
01:06:48: Du bist in Duisburg ein Jahr nur aufgewachsen und dann nach Dienst geladen.
01:06:52: Das hat
01:06:53: gereicht.
01:06:53: Also ja das ist ja was, was man nicht erkennt.
01:06:55: Du warst infiziert genug?
01:06:57: Ja ich war infiziert und wurde noch mehr infiziert durch einen ehemaligen Präsidenten der dann wenn er krank war, den ich betreut habe und mit dem mich dann wieder zum MSV gekommen bin.
01:07:09: Und dann ist so ein Feuer entstanden was sich nicht mehr löschen
01:07:14: ließ.".
01:07:20: Im Erziblattstand mal auf deinem Schreibtisch steht eine MSV-Tasse außer einer Niederlage.
01:07:24: Dann bekommst du ne andere Tasse?
01:07:27: Richtig!
01:07:27: Das gab ne Zeit, da hab' ich ganz selten die MSVtasse gesehen.
01:07:31: Wie viel Leidensfähigkeit trainiert der MSV für deine Katastropheneinsätze?
01:07:36: Das ist ne böse Frage natürlich aber... Ich finde gerade, dass man nicht durch eine Niederlage zerbricht macht er eigentlich den Menschen stärker.
01:07:49: Also siegen kann ja eigentlich jeder verlieren, ärrenvoll nicht jeder.
01:07:55: und ich würde jetzt lügen mir sagen wir das machen mich immer glücklich also wenn andere in unserem steilenden feiern nein das macht mich nicht glücklich aber ich ertrag das.
01:08:07: Und wie man sieht kann sich so vieles ändern wenn es richtig schlecht läuft.
01:08:12: Und da läuft es plötzlich richtig gut und auch dann gibt's plötzlich eine starke Fennunterstützung, was mich unfassbar freut.
01:08:19: Das unsere Hütte wie man so sagt jetzt immer so voll ist das ist Gänsehaut.
01:08:23: Hast du einen blau-weißen Schal?
01:08:26: Hab ich natürlich aber weiß und blau ist ja natürlich an jeder Weise genau dass der MSV ist ja ganz anders also.
01:08:37: Ja wenn Die Mannschaft begleite laufe ich natürlich nicht mit einem Schal aus Feld, sondern dann habe ich meine Mannschafts-Outfit an.
01:08:48: Aber natürlich liegt im Auto der Schale in jedem Auto ein solcher Schal.
01:08:55: Was
01:08:56: wir jetzt auch in dieser zurückliegenden Stunde immer mal wieder gemerkt haben wenn es denn nicht ganz so sehr um diese dramatischen bis spektakulären Momente in den Einsatzgebieten geht und ging... Hast du doch so einen gewissen Schalke im Nacken, wie man so schön sagt.
01:09:13: Und das finde ich ja
01:09:14: doch schalke?
01:09:15: Ja, du hast... Nein!
01:09:16: Du verstehst mich falsch.
01:09:18: Das Thema Humor.
01:09:21: Das ist noch nicht lange her.
01:09:22: Da hast du tatsächlich ... Nicht weh.
01:09:25: Du hast ein Stand-up-Programm zum Thema Humour veranstaltet.
01:09:30: Es hat deutlich über eine Stunde gedauert.
01:09:33: Du standst vorne und hast die Leute zum Lachen gebracht.
01:09:35: Man lacht.
01:09:35: dich stand vor mir.
01:09:36: Ich saß tatsächlich auf diesem Bauhocker
01:09:39: Aber du warst vorne und es sah aus, dazu zu stehen.
01:09:42: Das ist richtig!
01:09:43: Wenn ich gestanden hätte, hätte mich keiner gesehen, weil die Bühne gar nicht hoch genug
01:09:46: war.
01:09:46: Und ich habe das dann nachgesagt und dachte, dass das wahrscheinlich sogar fast nett war.
01:09:52: Ich dachte, du, das war sogar richtig witzig.
01:09:55: Eigentlich und wie so denn sogar war das jetzt überraschend?
01:09:58: Oh nein, es war natürlich nicht überraschen, sondern es war wirklich witzigt.
01:10:03: Wo kommt die Lust... auf den Humor her und zwar so sehr, dass du sogar dann dir wirklich ein Programm zusammenschraubst.
01:10:10: Mit dem du Leute eine Stunde anderthalb, ja nicht ganz anderthalt, so unterhält's das wirklich laut- und ehrlich- und herzhaft gelacht wurde?
01:10:19: Ja ich weiß es auch nicht so genau.
01:10:21: also... Ich glaube ja, dass das irgendwie in der Natur liegt ... meiner Familie vielleicht, also ganz viele bei uns sind ja Lehrer geworden so.
01:10:31: Und ich glaube so Lehrer mit, als sie das wollten, andere unterhalten und mitnehmen... Ich habe auch eine ganze Menge Vorträge gehalten in der Medizin und habe halt gelernt dass wenn man was Humorverlässt erzählt wird die Leute lachen werden Endorphide freigesetzt und wasch man dann nach Erzählbehalt nicht besonders.
01:10:52: Das ist gut so für so.
01:10:53: ne, wenn man ein Message hat, ne?
01:10:55: So ganz am Ende die alle mitnehmen sollen Dann, außerdem merkt man auch das Publikum ist dann dabei.
01:11:00: So kommt es da vorne hin und wir denken ja was will der jetzt?
01:11:03: Na hier ganz langweilig muss ich irgendwie durch und die nimmt er damit und das macht Spaß und Humor verbindet wenn er respektvoll ist.
01:11:17: Wenn man über sich selber lachen kann ist das sehr hilfreich für viele Situationen.
01:11:21: Entspannt Ist so gesund wie Joggen und aber viel leichter finde ich.
01:11:28: Und ja, was ich sagen muss ich gemerkt habe so ein Programm vorbereiten weil dann doch extrem viel Arbeit
01:11:35: ist glaube ich
01:11:36: da hatte ich so nicht mitgerechnet Aber das war mir auch sicher ich mache das nicht nochmal und
01:11:43: und ich frage mich warum?
01:11:45: Ich würde dann gefragt haben gesagt ich macht es auf jeden Fall noch mal nichts mehr einmal bitte noch gehen.
01:11:50: ach guck ma Das Thema Humor ist ja auch durchaus in deiner ärztlichen Versorgung, sicherlich immer mal wieder ein Thema gewesen.
01:12:00: Immer angemessen im richtigen Moment.
01:12:03: Wie hast du das erlebt?
01:12:07: Ja also wenn man mit Patienten lacht im Rahmen der Konsultation des Besuchs und der Untersuchungen ist einfach eine extrem gute Stimmung und es gibt ja halt Situationen wo auch der Patient Humor vorträgt.
01:12:25: Man muss natürlich diejenigen kennen dafür.
01:12:27: Das ist halt beim Haus auch so, ich kenne meine Patientinnen und Patienten und das befreit.
01:12:35: Das macht oft auch den Weg einfache Dinge zu erzählen, die man vielleicht sonst nicht erzählt hätte.
01:12:41: Und ja es bereichert das Leben irgendwie.
01:12:45: Wir hatten in der letzten Folge Benjamin Eisenberg hier, Kameratist aus Bordtrop, der seit fast dreißig Jahren auf der Bühne steht und der zum Thema Humor auch noch promoviert hat.
01:12:58: Also, er hat das ganze Thema wissenschaftlich seziert, hat aber bundesweit seine Auftritte und ist damit auch erfolgreichen.
01:13:06: Von daher ist es eigentlich eine ganz schöne Klammer.
01:13:10: Und es gibt noch eine andere Klamma die mir eingefallen ist denn wir hatten in einer früheren Folge die Leiterin des westdeutschen Transplantationszentrums hier sitzen Dr.
01:13:23: Ebro Yildis Und die erzählte nämlich zum Einstieg, dass bei dem Erdbeben von dem wir jetzt in dem Isar zusammen mal mehrfach gesprochen haben sie mit ihrer Oma telefoniert hat.
01:13:39: Die auch natürlich unmittelbar davon betroffen war weil das Haus links und rechts von der Oma ist nämlich eingestürzt.
01:13:45: nur das wo sie selbst schon saß nicht.
01:13:47: also die hatte wahnsinnig viel Glück und ich finde es ehrlich gesagt gerade ganz Interessant, dass diese Themen die wir hier so auf den Stühlen haben.
01:13:59: Dass sie sich so wenn man denn gerne möchte ganz gut miteinander verbinden lassen?
01:14:04: Du hattest mal gesagt ich habe noch keinen Patienten erlebt in einer kritischen Lebenslage der nicht lachen wollte wenn man miteinander was zu lachen hat.
01:14:12: Ja
01:14:13: du bist als Palliativmediziner ja nun doch ganz oft ganz vorne Wenn Menschen sich eben doch in der letzten Lebensphase befinden auch wenn die palliativ Medizin früher beginnt aber sie begleitet bis zum Schluss.
01:14:27: Wie oft wird da gelacht?
01:14:31: Also ich hab das Gefühl, dass fast bei jedem Hausbesuch mal passiert.
01:14:37: Nicht mal sondern es gibt sogar Hausbesuche.
01:14:40: Da würde ich sagen die Patienten wären meine besten Zuhörer bei so einem Stand-up sind.
01:14:46: aber häufig kann das.
01:14:48: ihr sagt leider kann nicht kommen.
01:14:49: Kann man das auch irgendwo im Fernsehen sehen?
01:14:52: Das geht leider nicht.
01:14:55: Ich würd das nicht zählen sehr, sehr häufig.
01:14:59: Natürlich in so einer Finalsituation nicht das ist ja klar.
01:15:03: aber es geht ja nie darum um die im Moment in dem wir sterben sondern es geht da rum um die Lebenszeit vorher und wenn die von Humor gefüllt ist und von Lebensfreude und von gutes Riechen, gutes Hören, gute Schmecken.
01:15:19: also besser geht's ja nicht.
01:15:23: Das kommt dann auch gar nicht alleine von mir, sondern auch Patienten können extrem guten Humor haben.
01:15:30: Also ich habe das erlebt schon als Anesthesistin.
01:15:36: Ich hab in der Klinik gearbeitet wo schwerstraumatisierte Patienten oft mit hohem Querschnitt urlogisch versorgt wurden und bei mir auf der Intensivstation lagen.
01:15:45: Und dann muss sich da Blut abnehmen.
01:15:48: und dann habe ich zu den Patienten gesagt, wenn sie bitte meine Faust machen!
01:15:51: Das ist ja sehr gerne, wenn ich es könnte.
01:15:53: Und das hat er mit Spaß gesagt, ja?
01:15:56: Ich war natürlich total erschrocken, weil ich da in meiner Zeit das nicht über nachgedacht hätte.
01:15:59: Er hatte einen guten Querschnitt und natürlich kann er keine Faus machen.
01:16:02: Aber ich glaube ... Das ist ja so was, auch wenn jemand schwer erkrankt.
01:16:08: Man denkt wie kann ich den ansprechen und hinter sage ich was falsches oder so?
01:16:12: Und darf ich jetzt lachen... Auch wenn man sieht Politiker die im falschen Moment gefilmt werden weil sie da gelacht haben, die haben mir nicht über das Leid gelacht sondern die haben mit jemanden gelacht in dieser Situation und das dient uns ja auch zu einer Reinigung inneren und man macht das Bild ... zu der falschen Zeit und schreibt was anderes darunter.
01:16:32: Und schon denkt man, derjenige hätte keinen Respekt gehabt.
01:16:34: aber es hat überhaupt nichts damit zu tun.
01:16:36: Ganz im Gegenteil das zeigt eigentlich dass jemand Mensch ist... ...und da mitgeht.
01:16:41: Manchmal gibt's so Situationen die werden halt falsch.
01:16:43: Im Rettungsdienst hatte ich eben auch erlebt, dass wir so umgegangen sind wie als Rettungsteam für eine Reanimation durch hinter einer Tür.
01:16:52: Und Tür ist zu, die Anführungen sind draußen und irgendwo wird die Situation locker und wir scherzen miteinander weil die Situation Schwierig war, aber jetzt leicht wurde.
01:17:01: Dann kommt doch so eine Leichtigkeit ins Team und dann war mir hinterklar, dass für die, die daraus zu stehen, das überhaupt unverständlich wäre und man da eben anders umgehen muss.
01:17:11: Das heißt, man lernt auch im Rahmen dieser Einsätze eben dazu was geht nicht, wo muss ich einfach... Respektvoller sein.
01:17:20: Sprichst
01:17:20: du von den Rettungseinsätzen damals in deiner Zeit, bevor du quasi in dem medizinischen Bereich richtig eingestiegen bist oder von den ISA einsetzen?
01:17:28: Nein, als Notarzt also im Prinzip die ersten zehn Jahre meiner Dienstheitigkeit.
01:17:31: Gibt es während der ISA Einsätzezeit für Humor?
01:17:35: Absolut ja klar!
01:17:37: Also gerade wenn Situationen schwierig sind, also eben Haihiti, die Fahrt dorthin mit einem Boot was hier wahrscheinlich keinen TÜV kriegen würde.
01:17:49: Und dann fährt man da hin und hat eine recht lange Zeit auf dem Wasser, und weiß auch nicht, was einer wartet.
01:17:54: Dann habe ich mit einem anderen Einsatzmitglieder gesessen und wir zwei haben ähnlichen Humor, würde ich sagen?
01:18:02: Und dann haben wir uns gegenseitig Witze erzählt – und kennt ihr den schon?
01:18:07: Und wir hatten hinter unfassbare Schmerzen im Züchfel als wir da ankamen.
01:18:12: Und alle andere um uns herum lacht nur ... Verrückte.
01:18:15: Und ja, das hat sicherlich einmal unser Stress abgebaut und war aber auch extrem schön bis auf die Schmerzen.
01:18:25: Du hast dir mit deiner Frau einen Bauernhof gekauft und züchtes Schafe?
01:18:30: Ich nicht ne meine Frau tut das.
01:18:31: ich bin ein scharfes Zuckthelfer
01:18:34: Aber mit vollem Einsatz
01:18:36: Das richtig.
01:18:37: Also auch schon mal bei der Geburt habe ich Golden zu Beginn.
01:18:39: deswegen weil meine Frau kann das natürlich als Gynäkologin ... die kennt jede Schaf beim Namen.
01:18:45: Und da hat man natürlich erst mal zugehörig und hat so eine gewisse... ... Hemmschwelle, da gibt es auch eine ganz lustige Geschichte.
01:18:51: So ein Montagmorgen war.
01:18:52: also wann sind Geburten schwierig bei so einem Schaf?
01:18:54: Natürlich einen Montag morgens nicht an einem Sonntagabend!
01:18:57: Alle müssen in die Praxis, meine Frau auch, meine frau ist... ... Gudekologin, niemand kann sich vertreten.
01:19:02: ich bin allgemeiner als wir sehen ein paar mehr.
01:19:03: Ich kann also Anrufen kann sagen, ich komme was später.
01:19:07: Ich habe hier noch ne Geburte und die Mitarbeiter haben das dann auch so weitergegeben doch gekauft kommt später.
01:19:11: der hat noch ne Geburt.
01:19:13: Und als ich dann reinkam in die Praxis, wurde ich gefahrt und er ist ein junger, ein Mädchen.
01:19:17: Ah Zwillinge!
01:19:19: Und alle Patienten um ihre Hume schauten da, boah unfassbar krass ne?
01:19:23: Hat der gerade noch einen Geburt geleitet?
01:19:24: jetzt kommt er her.
01:19:25: Ich habe das einfach mal so stehen lassen und hab jetzt nichts von den Schafen erzählt... ...und als die Patientin dann die erste Patientin zu mir reinkamen hob die was vom Boden auf und sagte oh hier liegt heul.
01:19:37: und dann habe ich mir das angeguckt und gesagt nee dass es Stroh
01:19:43: Und man kann es doch auch verwechseln.
01:19:47: Stroy
01:19:47: und Stroh,
01:19:49: ständig verwechsel ich das?
01:19:50: Ja, das Schaf verwechselt nicht.
01:19:51: Das eine schmeckt das andere nicht.
01:19:53: Ich
01:19:55: hab sogar relativ viele Schafe.
01:19:59: Das sind Southdown-Schafe.
01:20:02: Old English Baby Doll.
01:20:04: Ganz spezielle englische Rasse.
01:20:08: Vom Aussterben bedrohter Rasse gewesen, jetzt nicht mehr gehört.
01:20:11: zu den rare breeds wurde in Großbritannien so geführt wie hier das archiprojekt also wo ja dann seltene in dem falle haustierrassen Wieder gezüchtet werden um möglichst breites spektrum auch zu haben.
01:20:25: und die gibt es tatsächlich in großer anzahlung in großbritanniens wo wir inzwischen auch wirklich tolle freunde gewonnen haben scharfzüchter die dass auch hobby mäßig betreiben neben ihrem großen bauernhof mit dem sie ihr geld verdienen.
01:20:37: Und nach Brexit leider kann man Schafe nicht mehr importieren oder aus England exportieren, wie auch Moments will.
01:20:43: Weil das keiner so verrückt ist, dass er dafür also eine Quarantäne-Lage aufbaut.
01:20:49: Also einen Löwen könnte ich da kaufen und brauche gerade nur nicht Schafe
01:20:54: geht.
01:20:55: Wie
01:20:55: ein Löwe wird gehen, also Hunde Katzen
01:21:00: aber keine Schafe?
01:21:01: Nein, keine Nutztiere weil niemand ist so verrückt wenn es hier genug Schafe gibt sich dort welche zu kaufen.
01:21:07: Wir haben jetzt über Ehren angesprochen, wir haben über deine medizinischen Funktionen gesprochen.
01:21:10: Wir haben über den MSV gesprochen.
01:21:13: Über second victim und überschafe.
01:21:14: was interessiert dich nicht?
01:21:20: Dokussoaps so wenn sie also wie soll man sagen So fast Stas.
01:21:29: Also alle Sendungen, wo irgendjemand aus dem Urwald rausgeholt wird, da kann ich gar nicht verstehen wie man davor sitzen kann.
01:21:34: aber gut ist halt vielleicht auch Unterhaltung.
01:21:36: Guckst
01:21:36: du Fernsehen?
01:21:37: Ja leider für meinen lieben gern Krimis.
01:21:41: Ich plane auch immer noch den Mord der nicht aufzudecken ist.
01:21:46: Ich google das aber nicht mehr seitdem ich weiß dass ein halbes Jahr nachverfolgt wird.
01:21:51: Nein also... Ich gucke leider für mein Leben gerne Krimis.
01:21:56: Ich würde auch Horrorfilme gucken, aber keiner guckt nicht mehr mit da ich Angst habe und unser Hund dann auch immer in seine Kiste geht.
01:22:02: Geht das nicht?
01:22:03: Man hat mir jetzt ein Geburtstag geschenkt, dass man mit mir mal einen gucken wird, aber ich glaube, ich hab doch Schätze, wer das nicht tun.
01:22:08: Ich würd's unter vernünftig absprechen!
01:22:11: Wenn wir schon von Menschen im Dschungel sprechen die sich vor die Kamera zählen lassen was sollte jeder Mensch mal erlebt haben bevor er über Probleme spricht?
01:22:20: Das ist eine schwierige Frage.
01:22:25: Ich glaube, das ist total individuell.
01:22:28: Man darf immer über seine Probleme sprechen weil was man als Problem empfindet hängt davon ab.
01:22:39: ich will mal zum Beispiel sagen es hängt von Ereignis und von der Persönlichkeit ab.
01:22:45: wenn ich mir vorstelle zu Nami große Welle kommt, ich bin dem Wasser.
01:22:50: Ich kann mein Leben retten und nicht halten mich
01:22:52: fest.".
01:22:52: Dann kann das sein, dass ich danach nicht traumatisiert bin und überhaupt kein Problem damit habe?
01:22:57: Es kann sein, das gleiche Ereignis.
01:23:00: Ich stehe auf einer erhöhten Veranda und unter mir geht der Tsunami vorbei und man sieht wie man mich dadurch Wasser gezogen werde.
01:23:10: Und der Mensch, der das sieht, kann danach nicht mehr in Köln im siebten Stock schlafen weil er Angst hat vor der Welle die kommt.
01:23:17: Das heißt, das Ereignis war immer gleich.
01:23:18: Das war der Tsunami.
01:23:19: Einmal war ich sogar mitten drin und jede würde sagen objektiv.
01:23:22: Ich bitte dich also einmal da drinnen dann kannst du über Probleme sprechen.
01:23:24: Du hast in der vierten Etage gestanden.
01:23:26: Da ist das Quatsch.
01:23:27: Also ich finde es super über Probleme zu sprechen mit den Menschen die einem wichtig sind.
01:23:34: Voll letzte Frage!
01:23:38: Du hast einige Katastropheneinsätze erlebt.
01:23:42: Welche Fähigkeiten, die du da so für dich erworben hast haben wir im Alltag geholfen?
01:23:47: Ruhe zu bewahren sich auf die Aufgabe zu konzentrieren und nicht so viel über was wäre denn nachzudenken.
01:23:57: Also ich glaube dabei habe ich entwickelt einen Gedanken dafür, ich suche nach dem Ziel und nicht nach den Problemen.
01:24:03: Das ist ein bisschen wie beim Motorradfahren.
01:24:05: da hat man zum Glück nichts darüber geschworen.
01:24:07: also bei Motorrad fahren es ja auch so dass es sinnvoll ist zu gucken wo's rausgeht aus der Kurve und zwar gesund und nicht wo man nicht hinkommen will.
01:24:14: und das hab' ich glaube ich geübt.
01:24:17: Ich sehe hier nicht das problem ich sehe die Lösung Und wenn das Problem auftaucht, ja ist es halt da natürlich eine neue Lösung.
01:24:23: Aber nach dem Problem zu gucken hilft nicht viel.
01:24:27: In fünfzig Jahren gibt's ne Ausstellung über dich.
01:24:30: Darin sind unter anderem drei zentrale Gegenstände die dir wichtig waren und die dich beschreiben.
01:24:37: Was würden wir sehen?
01:24:39: Müssen Gegenständen sein?
01:24:42: Das ist gemein Eine altes Auto auf jeden Fall Natürlich.
01:24:48: Vielleicht besteht der Scope Weil irgendwie Abhören ist schon ziemlich wichtig.
01:24:54: Und als dritten Gegenstand, ja vielleicht ein leeres Glas weil man braucht nicht viel um üblich zu sein.
01:25:07: Zum Schluss noch eine Prise Philosophie.
01:25:09: Peter ich danke dir sehr für das Gespräch.
01:25:11: Ich fand es super interessant und schade dass wir nicht noch über die Motorräder gesprochen haben.
01:25:16: So soll's sein!
01:25:17: Ich bedanke mich auch.
01:25:18: Es war sehr angenehme, sehr angnehme Atmosphäre.
01:25:21: Danke dafür.
01:25:24: Hat euch diese Episode gefallen?
01:25:26: Wenn ja, freuen wir uns über ein Abo.
01:25:29: Und wenn ihr uns nicht mehr verpassen wollt folgt uns einfach und hört euch auch unsere anderen Folgen an mit wirklich spannenden Gästen die über sich und ihre zusätzlichen zwanzig
01:25:40: Prozent
01:25:40: sprechen!