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#17 Dr. Peter Kaup

#17 Dr. Peter Kaup

Was passiert, wenn von einer Sekunde auf die andere die gewohnte Welt in Trümmern liegt? Wenn die Zerstörung so gewaltig ist, dass jegliche Infrastruktur kollabiert?

Dr. Peter Kaup kennt diese Momente ganz genau. Als Gründungsmitglied und ärztlicher Direktor des internationalen Such- und Rettungsteams ISAR Germany fliegt er dorthin, wo Naturkatastrophen und Krisen das Leben diktieren. Ob nach dem schweren Erdbeben in der Türkei, Hungersnöten in Ostafrika oder Einsätzen in Haiti und auf den Philippinen – Peter ist dort vor Ort, wo schnelle medizinische Erstversorgung und die Suche nach Verschütteten über Leben und Tod entscheiden.

In dieser Folge sprechen wir mit einem Mann, der im Angesicht extremer Krisen eine ganz besondere Fähigkeit verfeinert hat: die absolute Ruhe im Chaos. Peter erzählt eindringlich, wie es sich anfühlt, wenn auf einer zerstörten Straße plötzlich Grabesstille herrscht, weil alle Teams darauf horchen, ob ein Verschütteter mit dem Finger am Beton kratzt.

Er berichtet von der emotionalen Last des Risikos eines „Bergungstodes“, aber auch von zutiefst menschlichen Begegnungen inmitten des Elends. Dabei wird schnell klar, dass solche Grenzerfahrungen den Blick auf das eigene Leben radikal verändern. Wer einmal erlebt hat, was existenzielle Not bedeutet, steht danach mit einer ganz anderen Demut vor der Marmeladenauswahl im heimischen Supermarkt.

Doch Peters Wirkungskreis endet nicht an den Grenzen von Katastrophengebieten. Als leidenschaftlicher Palliativmediziner begleitet er Menschen in ihrer letzten Lebensphase und plädiert dafür, dem Sterben genau dieselbe Aufmerksamkeit, Liebe und Vorbereitung zu schenken wie einer Geburt. Zudem beleuchten wir ein oft verschwiegenes Thema der modernen Medizin: das „Second Victim“-Phänomen. Peter engagiert sich in der Ärztekammer Nordrhein für den Ausschuss Ärztegesundheit und spricht offen über die psychische Belastung von medizinischem Personal nach Behandlungsfehlern oder Beinahe-Fehlern – ein wichtiger Blick auf die Fehlbarkeit in einem System, das eigentlich keine Fehler verzeihen will.

Wie balanciert man so viel existenzielle Schwere? Mit einer gesunden Portion Lebensfreude und echten, bodenständigen Leidenschaften. Peter ist „Zebra“ aus tiefster Überzeugung und betreut ehrenamtlich als einer von vier Mannschaftsärzten den MSV Duisburg.

Er schraubt in seiner Freizeit leidenschaftlich gern an alten Autos und hilft montagmorgens im eigenen Schafstall bei der Geburt seltener „Baby Doll“-Schafe aus, weil seine Frau als Gynäkologin in der Praxis gebraucht wird. Und dann ist da noch sein eigener Ausflug auf die Stand-up-Comedy-Bühne – denn für Peter ist respektvoller Humor kein Widerspruch zum Ernst des Lebens, sondern das gesündeste Ventil überhaupt.

#16 Dr. Benjamin Eisenberg

Eigentlich ist ein Witz ein ziemlich empfindliches Wesen. Auf der Bühne muss er im richtigen Moment zünden, im richtigen Ton landen und beim richtigen Publikum die richtige Reaktion auslösen. Sobald man ihn erklärt, ist der Zauber meistens vorbei. Benjamin Eisenberg weiß das ziemlich genau – und zwar aus beiden Perspektiven. Er steht seit seinem 16. Lebensjahr auf der Bühne, macht politisches Kabarett, moderiert Formate wie „Comedy im Saal“ und „Nachgewürzt“ und hat sich zugleich wissenschaftlich mit Sprachkomik beschäftigt.

In dieser Folge sprechen wir mit einem, der Pointen nicht nur setzt, sondern auch verstanden hat, wie sie gebaut sind. Es geht um die Logik des Lachens, um Gelingensbedingungen von Komik und um die Frage, warum ein Witz im Theater funktionieren kann, auf einem Parteitag aber vielleicht krachend versandet. Benjamin erzählt, warum Humor nicht einfach nur Geschmackssache ist, sondern immer auch vom Kontext, vom Publikum, vom Timing und von der Haltung zur Sprache abhängt. Und warum man trotzdem nicht auf die Bühne gehen kann wie in ein Labor.

Dabei wird schnell klar: Kabarett ist für ihn keine nostalgische Kunstform, sondern eine sehr gegenwärtige Art, auf Welt, Politik und Gesellschaft zu reagieren. Trump, Merz, Lauterbach, öffentliche Debatten, veränderte Sensibilitäten, Social-Media-Algorithmen, die politische Comedy plötzlich für Propaganda halten – all das gehört für Benjamin längst zum Arbeitsalltag. Genau wie die eher unsichtbare Seite des Bühnenlebens: schreiben, testen, verwerfen, organisieren, schneiden, posten, weitermachen.

Und dann ist da natürlich Bottrop. Nicht als bloße Ruhrpott-Kulisse, sondern als Herkunft, Resonanzraum und vielleicht auch als Schule der Direktheit. Benjamin spricht über seinen ersten Auftritt auf einer Klassenfahrt, über Imitationen von Kohl, Lindenberg und Grönemeyer, über Preise mit wunderbar skurrilen Namen, über den „Bottroper Frechdachs“ und über die Frage, warum am Ende weder Doktortitel noch Auszeichnungen zählen, sondern das, was auf der Bühne passiert.

#15 Dr. Karin Kolb

Eigentlich ist das Archiv am Institut für Kommunikationswissenschaft alles andere als staubig. Für Karin Kolb ist es das lebendige Fundament für unser Verständnis von Verständigung. Als „Bewahrerin des Wissens“ hütet sie das Erbe des Sprachforschers Gerold Ungeheuer und erinnert uns daran, dass Kommunikation eine zutiefst menschliche Höchstleistung ist – und eben kein simpler Datenaustausch zwischen Maschinen.

Heute arbeitet Karin an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Tradition und den Fragen der Zukunft. Sie blickt kritisch auf den Hype um Künstliche Intelligenz und stellt klar: Um Tools wie ChatGPT sinnvoll zu nutzen, brauchen wir heute paradoxerweise mehr eigenes Fachwissen als je zuvor. Nur wer die Materie wirklich durchdringt, kann beurteilen, ob die Ergebnisse der KI stimmen oder uns in die Irre führen. Gleichzeitig engagiert sie sich seit über 20 Jahren bei den Soroptimisten für Frauen, die eben keine glattgebügelten Lebensläufe haben. Mit einem Förderpreis feiert sie ganz bewusst Resilienz und den Mut, Umwege zu gehen.

Und trotzdem klingt sie im Gespräch herrlich bodenständig. Für Karin findet das echte Leben abseits der Uni im Garten, bei ihrem Kater oder am Rhein statt. Ihre große Leidenschaft gilt der Kunst – eine Liebe, die schon im Studium in der Galerie von Ricarda Fox begann und bis zur Magisterarbeit über Joseph Beuys führte. Dass ihr Mann heute manchmal ein bisschen aufpassen muss, wenn sie ein neues Werk entdeckt, gehört zur Geschichte dazu – schlichtweg, weil an den heimischen Wänden eigentlich kein Platz mehr für einen weiteren Nagel frei ist.

#14 Guido Gizinski

Sein eigener Weg war alles andere als geradlinig. Eigentlich wollte Guido in die bunte Welt der Werbung, landete dann aber in einer Ausbildung zum Industriekaufmann. Ein Umweg, der ihn durch eine krachend gescheiterte Bewerbung bei Ferrero seine wichtigste Lektion lehrte: Disziplin und Vorbereitung sind das Fundament für alles, was folgt. Diese Erfahrungen helfen ihm heute, ein hochspezialisiertes Unternehmen mit einer Mischung aus Ruhrgebiets-Lockerheit und harter Kante zu führen.

Heute arbeitet Guido genau an der Schnittstelle zwischen Hightech-Geotechnik und dem Erhalt von Werten. Bei URETEK sieht er jeden Tag, wie Gebäude wortwörtlich den Halt verlieren – und wie er sie mit der Kraft von zehn Elefanten pro Quadratmeter wieder stabilisiert. Gleichzeitig blickt er kritisch auf die deutsche Politik und Wirtschaft, in der er ein massives Umsetzungsproblem sieht, das uns als Standort ausbremst.

Und trotzdem klingt er im Gespräch überraschend bodenständig. Für Guido ist die „Schlüsselloch-Chirurgie“ an Gebäuden kein Hexenwerk, sondern eine Frage der richtigen Methode und des Willens, Dinge einfach anzupacken. Er liebt den Moment, in dem aus Skepsis Staunen wird – ein Stolz, den er seit dem „Ritterschlag“ durch die Sendung mit der Maus sogar als QR-Code auf seiner Visitenkarte trägt.

Wir sprechen über zwei Perspektiven: Technik und Unternehmertum.

- Über 50 Tonnen Hubkraft, minimalinvasive Injektionen und warum wissenschaftliche Belege für ihn die Basis jedes Vertrauens sind.
- Über das „Ronaldo-Prinzip“ im Mittelstand, das Management-Modell Familie und den täglichen Sport als mentalen Anker.
- Und über die Frage, warum Deutschland endlich anfangen muss, wie ein gesundes Unternehmen zu handeln, statt nur Probleme in Endlosschleifen zu analysieren.

Ein Gespräch über echte Macher-Mentalität, den Stolz auf das eigene Handwerk und darüber, warum ein stabiles Fundament immer mit der eigenen Einstellung beginnt.

#13 Judith Strücker

Judith Strücker: Geschäftsleitung bei Einstieg, Grafikdesignerin und jemand, der seit über 20 Jahren zwischen jungen Menschen und Unternehmen vermittelt.

Ihr eigener Weg war alles andere als geradlinig. Erst Germanistik, dann Pädagogik und schließlich Grafikdesign. Umwege, die ihr heute helfen zu verstehen, warum Entscheidungen für junge Menschen oft so schwer sind und warum Unternehmen diese Phase manchmal unterschätzen.
Heute arbeitet Judith genau an der Schnittstelle dieser beiden Welten. Auf Ausbildungsmessen, in Workshops und Gesprächen erlebt sie jedes Jahr tausende Jugendliche, die versuchen herauszufinden, welcher Weg zu ihnen passt. Gleichzeitig spricht sie mit Unternehmen, die genau diese jungen Menschen erreichen wollen und oft nicht verstehen, warum das immer schwieriger wird.

Und trotzdem klingt sie im Gespräch überraschend pragmatisch. Für Judith ist Gen Z nicht schwierig, sie ist nur weniger bereit, schlechte Systeme zu akzeptieren. Gleichzeitig sieht sie auch die Herausforderungen für Unternehmen, die Fachkräfte suchen und sich auf eine neue Generation einstellen müssen.
Wir sprechen über zwei Perspektiven: junge Menschen und Unternehmen.
Über Entscheidungsdruck mit 17, Praktika als Realitätscheck und die Angst, sich falsch zu entscheiden.
Über Berufsmessen, die manchmal ein bisschen wie Tinder funktionieren.
Und über die Frage, was sich in der Arbeitswelt wirklich ändern muss, damit beide Seiten zusammenfinden.
Ein Gespräch über Erwartungen, Missverständnisse und darüber, warum sich Arbeitswelt und Generationen gerade neu sortieren.

#12 Matthias Rauch

Was passiert, wenn ein Kind lieber an die Zaubertricks im Schrank seines Vaters will als an die Kekse – und daraus ein ganzes Berufsleben entsteht?
Matthias Rauch: Zauberer, Moderator, Deutscher Meister der Zauberkunst – und jemand, der privat lieber im Hintergrund bleibt.

Seinen ersten Trick lernte er von seinem Vater. Eine Münze verschwindet im Ärmel und taucht hinter dem Kopf wieder auf. Aus diesem Moment wurde eine Begeisterung, die nie wieder verschwand. Während andere Hausaufgaben machten, übte Matthias Seiltricks und Kartenroutinen. Seine Schule stellte ihn immer wieder frei, damit er zu Wettbewerben und Auftritten in die Welt reisen konnte – oft begleitet von seinem Vater. Früh wurde klar: Das ist kein Hobby.
Es folgten Titel, internationale Engagements und Bühnen in ganz Europa, New York, im Magic Castle in Hollywood und sogar in Las Vegas. In seiner Heimat Dorsten war er irgendwann „der Zauberer von nebenan“ – so etwas wie der lokale Promi.
Und trotzdem klingt er im Gespräch überraschend bodenständig. Für Matthias ist Zauberei keine mystische Gabe, sondern präzises Handwerk: üben, wiederholen, verwerfen, neu denken. Neben der Fingerfertigkeit spielt dabei auch Humor eine große Rolle – als Moderator verbindet er Tricks mit Comedy, Geschichten und Nähe zum Publikum.

Wir sprechen über zwei Welten: Bühne und Alltag.
Über Wettbewerbsdruck, Lampenfieber und große Shows. Über Corona und den Moment, als plötzlich alle Auftritte wegfielen. Und über den Probenkeller zu Hause, in dem heute sein Sohn neben ihm die ersten eigenen Tricks übt.

#11 Felix Lenniger

Was passiert, wenn ein Kind lieber an die Zaubertricks im Schrank seines Vaters will als an die Kekse – und daraus ein ganzes Berufsleben entsteht? Matthias Rauch nimmt uns mit auf seinen Weg von Dorsten auf internationale Bühnen: vom ersten Münztrick mit zehn über Wettbewerbe und den Titel als Deutscher Meister der Zauberkunst bis zu Auftritten im Magic Castle in Hollywood und Shows in Las Vegas. Früh wird klar, dass Zauberei für ihn mehr ist als ein Hobby – seine Schule stellt ihn für Auftritte frei, sein Vater begleitet ihn zu Kongressen und Wettbewerben, und Schritt für Schritt wird aus Begeisterung ein Beruf.

Im Gespräch erzählt Matthias ruhig und nahbar von dem Handwerk hinter der Illusion: von Training, Timing und Fingerfertigkeit, von Humor auf der Bühne und der Nähe zum Publikum. Wir sprechen über Lampenfieber, große Shows und den Moment, als während Corona plötzlich jede Bühne verschwindet – und über den Probenkeller zu Hause, in dem heute sein Sohn neben ihm die ersten Tricks übt. Eine Folge über Magie, Handwerk und die Kunst, Menschen zum Staunen zu bringen.

#10 Ralf Wiemann

Was passiert, wenn ein Bankkaufmann merkt, dass er eigentlich ein „Paradiesvogel“ ist und die weite Welt sein Zuhause nennt? Ralf Wiemann nimmt uns mit auf seine beeindruckende Lebensreise: Von den wilden Jahren, in denen er ohne Geld am Strand in Griechenland lebte, bis an die Spitze des nachhaltigen Reiseveranstalters „erlebe“. Ralf erzählt, warum er sich nie als klassischer Chef sieht, sondern als „Challenger“, und wie er sein Unternehmen durch existenzielle Krisen wie die Pandemie führte – inklusive einer Protestaktion vor dem Reichstag, die beinahe im Gefängnis endete.

In dieser Folge spricht er darüber, warum Japan das Trendziel der Stunde ist, wieso „All-Inclusive“ für ihn keine Option ist und wie man beim Schachspielen am Strand von Lombok echte Völkerverständigung erlebt. Ein inspirierendes Gespräch über den Mut zum Aufbruch, die Verantwortung des Reisens und die Erkenntnis, dass Vertrauen die wichtigste Währung ist.

#9 Britta Radike

Was bedeutet es aus den gefährlichsten und faszinierendsten Regionen der Erde berichtet zu wollen?
Wir tauchen ein in Britta Radike's bewegte Kindheit in Ostberlin, ihre ersten Schritte mit der Kamera und den Weg ins Herz globaler Krisengebiete. Britta erzählt offen von ihren Erfahrungen zwischen Landminen, UN-Einsätzen und emotionalen Grenzerfahrungen – und wie sie dabei immer mit Neugier und einer Prise Naivität vorangeht.

In dieser Folge spricht Sie darüber, was es bedeutet, als Frau in einer männerdominierten Branche zu bestehen, warum hundert Prozent nie genug sind und wie sie heute mit KI und neuen Herausforderungen in der Fotografie umgeht. Ein Gespräch über Mut, Wandel und die Kraft, Geschichten sichtbar zu machen – immer mit dem Blick für das Besondere im Alltäglichen.

#8 Ebru Yildiz

Was bedeutet es, mit voller Energie und Herzblut für die Organspende zu kämpfen?
Dr. med. Ebru Yildiz ist Leiterin des Westdeutschen Zentrums für Organtransplantation an der Universitätsmedizin Essen, Ärztin, Wissenschaftlerin und unermüdliche Kämpferin für eine bessere Versorgung und mehr Bewusstsein für Organspende in Deutschland.

In dieser Folge spricht sie über ihren außergewöhnlichen Karriereweg, die Herausforderungen des Gesundheitssystems sowie die persönlichen Schlüsselmomente, die sie motivieren, immer wieder neue Wege zu gehen. Ein Gespräch über Einsatz, Haltung und den Wunsch, echte Veränderungen herbeizuführen – nicht weil es bequem ist, sondern weil es nötig ist.