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00:00:13: In unserer heutigen Folge spreche ich mit Dr.

00:00:16: Karin Kolb, Karin ist Kommunikationswissenschaftlerin an der Uni Duisburg Essen.

00:00:22: Dort und darüber hinaus setzt sie sich intensiv für die Rechte Die Bildung und ein besseres Leben der Frauen ein.

00:00:29: Sie ist eine Person Mit großem

00:00:31: Engagement

00:00:32: Und dem passenden Wort zur richtigen Zeit.

00:00:36: Hallo liebe Karin, schön dass du da bist.

00:00:38: Ich freue mich sehr das wir heute hier zusammensitzen und miteinander sprechen.

00:00:42: Ja wunderbar!

00:00:43: Ganz herzlichen Dank für die Einladung.

00:00:47: Bevor wir so richtig loslegen und in die Inhalte einsteigen gibt es immer zehn Fragen.

00:00:51: Zehn Fragen, zehn Entweder-oder Fragen Und Du hast immer die Möglichkeit einen Aspekt auszuwählen.

00:00:59: Einen Entweder oder Weiter.

00:01:02: darfst Du einmal sagen

00:01:04: Okay

00:01:06: Wir setzen uns durch und landen dann direkt bei dir.

00:01:08: Will gucken mal Weingummi oder Schokolade?

00:01:12: Schokolada.

00:01:14: Wenn du heute einen geisteswissenschaftlichen Abschluss wählen könntest Magister oder Master?

00:01:22: Magister gibt's nicht mehr, deswegen bleibt nur der Master!

00:01:25: Wenn du wählen könnte und ihn wieder einführen

00:01:27: könntest.

00:01:29: Eine Woche Urlaub in Ligurien Oder eine Woche Zeit für Gerold Ungeheuers Archiv

00:01:39: Ligurien.

00:01:42: Hund oder Katze?

00:01:43: Auf jeden Fall, Katze!

00:01:45: Eine Runde Smalltalk- oder eine wissenschaftliche Diskussionsrunde?

00:01:52: Smalltalk.

00:01:53: Wirklich?!

00:01:54: Holland oder Helgoland?

00:01:56: Holland

00:01:58: Ein Familienroman von Moa Herngsen Oder ein sprachtheoretisches Werk von Karl Bühler?

00:02:04: Bühle

00:02:07: Serie im englischen Original oder mit deutscher Synchro?

00:02:13: Englischen original

00:02:15: Ein Workshop in einem Wirtschaftsunternehmen oder eine Seminarreihe mit Studierenden?

00:02:20: Letzteres.

00:02:23: Die Rhetor Chili Peppers in der längstens Arena, oder Beethoven's Fünfte im Aalto-Theater?

00:02:28: Beethoven's fünfte...

00:02:32: Ich habe gedacht es sind die Chili Pepers!

00:02:35: Dr.

00:02:35: Karin Kolb, siebenundfünfzig Jahre Gebürtig aus Mannheim Kommunikationswissenschaftlerin und Kostodien des Instituts für Kommunikationswissenschaft an der Universität Duisburg Essen.

00:02:48: Du setzt dich seit über zwei Jahrzehnten in der Weltverhalten-Serviceorganisation So-Roptimist International ein, darüber werden wir noch sprechen, bist Vorsitzende der Gleichstellungskommissionen an der Uni Duisborg Essen und Fachvorführer einen ganz besonderen Sprachwissenschaftler Gerold Ongreheuer?

00:03:10: Du bist eine Frau, die Kommunikation durch und durchlebt.

00:03:14: Wann hast du dich das letzte Mal so richtig missverstanden gefühlt?

00:03:20: Oha!

00:03:25: Das ist ne schwere Frage... So richtig missverständlich.

00:03:28: Was

00:03:28: schon direkt zum Anfang?

00:03:30: Ja man habe ich mich so richtig Missverstandengefühlt.

00:03:35: Ich glaube dass man so viele Missverständnisse erst im Nachhinein eigentlich merkt.

00:03:41: Also so diesen typischen Fall von Missverständnissen, weil ich denke wirklich, ich bin hier völlig falsch verstanden worden.

00:03:46: Das passiert glaube ich gar nicht so häufig.

00:03:48: also viel häufiger sind so kleine Missverständnisse die sich durchziehen und man merkt dann erst viel später irgendwo ist der eine an einer Ecke abgebogen an dem man ihn gar nicht abbiegen lassen wollte.

00:04:02: Ja darüber werden wir heute ganz intensiv sprechen.

00:04:05: wie läuft das eigentlich mit der Kommunikation?

00:04:08: Denn wir missverstehen uns laufend ein bisschen und korrigieren unsere auch die ganze Zeit.

00:04:14: Und es gibt eine Untersuchung der Stanford-Universität, die gezeigt hat dass wir im Schnitt nach einer Minute und fünfzehn Sekunden eine Reparatur einbauen.

00:04:24: Im Sinne von wie bitte?

00:04:27: Ich meine so und so oder anders gesagt also das ist sehr üblich, dass wir eigentlich ständig uns reparieren in dem was wir sagen.

00:04:36: Und die Psychologie spricht ja auch von der Illusion, der Transparenz.

00:04:41: Wir glauben das man uns versteht und sagen ja auch viele ich weiß genau was du meinst und verstehen im Alltag dann doch nur die Hälfte.

00:04:51: Das Wunder der Kommunikation ist also nicht dass sie fehlerfrei ist sondern das Wunder ist dass sie trotz Dauerfehlern funktioniert.

00:04:59: Ist das der Grund warum junge Menschen Covid-Kommunikationswissenschaft studieren?

00:05:04: Ob das der Auslöser ist, weiß ich nicht die Covid zu studieren.

00:05:07: Aber ich glaube es ist etwas was sie im Laufe des Studiums tatsächlich auf eine besondere Art und Weise auch begreifen.

00:05:15: also ich glaube dass viele der Studierenden wenn sie kommen denken Ich kann kommunizieren.

00:05:20: Also es ist ja auch ihre praktische Erfahrung.

00:05:22: Sie sind sind achtzehn neunzehntzwanzig oder siebzehn je nachdem Und sie fühlen sich hier auch als Experten für die Kommunikation.

00:05:29: Das tun sie schon seit vielen Jahren.

00:05:31: und ich glaube umzudenken und zu fragen, warum funktioniert das denn?

00:05:39: oder vielleicht funktioniert es gar nicht so gut wie wir immer glauben.

00:05:42: Ich glaube, dass ist tatsächlich der Punkt, der sozusagen mit dem Studium entsteht also die Komplexität des Kommunizierens – das ist Ihnen denke ich im ersten Semester gar nicht klar.

00:05:55: Also die Vorstellung viel gezielter kommunizieren kann, um bestimmte Dinge zu erreichen.

00:06:02: Mit der kommen sie glaube ich an also dass man sagt man lernt jetzt so ein paar Tricks und dann machen die anderen das was ich möchte, was sie machen sollen.

00:06:12: Das ist glaube ich nicht so sehr das was du meinst oder was du jetzt gefragt hast, sondern ich glaube diese Komplexität des Kommunikativen das ist etwas was ihnen erst dem Studium klar wird.

00:06:24: Glauben die meisten, dass es eher so was ist wie ein großes Rhetoriktraining?

00:06:31: Ich glaube tatsächlich habe ich den Eindruck das sich das ein bisschen geändert hat.

00:06:34: Also früher war es so, dass Studierende gekommen sind und der typische Satz irgendwas mit Medien.

00:06:40: Das heißt man wollte unbedingt in die Werbung, in die Massenmedien.

00:06:46: da war das Rhetoric Training gar nicht so im Vordergrund aber es lief implizit mit weil das natürlich auch eine Art von überzeugen ist, Leute zu irgendetwas zu bewegen.

00:06:57: Das ist glaube ich komplexer geworden heute und glaube die Rhetorik ist es nicht mehr.

00:07:04: Heute sind das viele, die Social Media Erfahrungen haben, was mit Social Media machen wollen... Also das Bild mit dem Studierende kommen ist tatsächlich vielfältiger geworden als das noch vielleicht sogar zu unserer Zeit.

00:07:21: damals war

00:07:23: Ja, du hast von uns gesprochen.

00:07:25: Denn wir haben beide das Gleiche studiert.

00:07:26: Stimmt!

00:07:28: Sogar nahezu zeitgleich... Du warst allerdings schneller und ich habe angefangen, zweihundneunzig und wurde dann mit viel Arbeit neben dem Studium im Jahr zweitausend fertig Und ich hab auch in Essen gestudiert.

00:07:42: Würde du?

00:07:42: Ja.

00:07:43: Du hast auch glaube ich zweihundertzig angefangen Aber du warst aber du war es schon siebenhundertzlich fertig.

00:07:49: Wir werden ein bisschen darüber reden was dich eigentlich nach Essen geführt hat Was du heute so machst?

00:07:55: Wir werden darüber reden, wie Kommunikation funktioniert.

00:07:59: So ein bisschen!

00:07:59: Es wird jetzt nicht der große kommunikationswissenschaftliche Super-Exkurs.

00:08:05: Aber wir haben darüber gesprochen was junge Menschen motiviert hat und immer noch motiviert dieses Fach zu studieren.

00:08:11: Und ich habe natürlich im Vorfeld nachgesehen... ...was motiviert.

00:08:16: Und Kommunikations Wissenschaft gilt immer noch als klassischer Karrierturbo für Medien Arbeit und Öffentlichkeitsarbeit.

00:08:23: Also wirklich das, was es mit ... Also so rund um das Thema PR-Öffentlichkeatsarbeit Journalismus.

00:08:31: Und es gibt ganz viele bekannte Namen aus dem Fernsehen, aus dem Radio oder auch aus dem Social Media Bereich die Kommunikationswissenschaft ganz explizit studiert haben.

00:08:41: Barbara Schöneberger Klaus Kleber Anne Will Dunja Halali Giovanni Di Lorenzo Stefan Niggemaier Joko Winterscheidt Caroline Kebekus, Jan Böhmermann.

00:08:55: Also insbesondere die letzten drei.

00:08:57: Joko Winterscheidt, Jan-Böhmer Mann und Caroline Kebekus haben es tatsächlich studiert.

00:09:00: Und die drei haben's nicht abgeschlossen komisch sind aber trotzdem sehr erfolgreich.

00:09:05: Aber die haben explizit Kommunikationswissenschaften studiert,

00:09:08: Günther Jauch auch.

00:09:10: Tatsächlich geschlossen.

00:09:12: Aber alle nicht in Elfsen?

00:09:14: Ja!

00:09:15: Das wollte ich nämlich gerade fragen.

00:09:16: was machen eigentlich die Essen nach Kovis später beruflich?

00:09:21: Und das ist eine Frage, die auch schon so ein bisschen auf ein weiteres Thema, dass wir ebenfalls in der Zeit, die wir hier zur Verfügung haben, absprechen.

00:09:28: Nämlich das Neck, das Netzwerksessen der Kommunikationswissenschaftler.

00:09:32: Das ja genau diesen Ansatz verfolgt.

00:09:34: also als Alumni zu sehen was machen sie eigentlich nach dem Studium?

00:09:40: Was machen Sie denn?

00:09:42: Also wir haben aktuell keine... Systematische Erhebung, dass ich jetzt sagen kann.

00:09:48: Wir haben eine Befragung gemacht oder wir haben nochmal eine Umfrage gemacht was wir ja schon mal gemacht haben vor vielen Jahren.

00:09:54: das haben wir nicht.

00:09:54: aber Ich habe ja Kontakt noch mit Ehemaligen und ich kann so ein bisschen berichten, was ich weiß wo die Studierenden hingehen.

00:10:02: Und das ist tatsächlich wirklich sehr vielfältig!

00:10:04: Also wir haben Absolventen aus den Masterstudiengänge, die gehen in den klassischen Marketingbereich also wirklich dieses Hardcore-Marketing, also wo es auch wirklich um Berechnungen und Zahlen gibt und Budget errechnen.

00:10:21: Kann

00:10:22: man immer noch BWL im Nebenfach studieren?

00:10:24: Kann man leider nicht mehr.

00:10:27: Das finde ich auch hochproblematisch, das sind meist Studierende die sich tatsächlich im Nachhinein noch mal betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse aneignen.

00:10:38: Dann gibt es einen Großteil in den Social Media Bereich also in dem PR-Bereich der an den Unternehmen angesiedelt ist.

00:10:47: gehen also so Content Management machen viel über Social Media arbeiten.

00:10:53: Und dann gibt es jetzt einen neuen Bereich, der auch von Kommunikationswissenschaftlern zumindest von Essen einbesetzt werden.

00:11:00: das ist der ganze Bereich Einsatz von KI aber auch virtuelle Agenten.

00:11:07: also wie helfen virtuelle Agenten?

00:11:10: wir müssen die eigentlich interagieren ja dass sie tatsächlich eine Hilfe sind für die Personen die sie als Unterstützung haben wollen.

00:11:18: Das kann bis zur Mitarbeit bei der Entwicklung solcher virtuellen Agenten auch stattfinden oder bei der Evaluation.

00:11:26: Dann haben wir immer noch Studierende, die in klassischen Agenturen arbeiten bzw.

00:11:33: auch Agenturen selbst haben.

00:11:37: also das ist weiterhin Bereich es ist tatsächlich Vielfältig.

00:11:42: Also die Bereiche sind weiterhin so, dass sie glaube ich auch die Breite des Studiengangs tatsächlich abbilden.

00:11:51: Und so wie ich es mitgekriegt habe gibt's auch durchaus einige, die die Branche wenn man so will verlassen und zum Beispiel ins Personalwesen gehen.

00:11:59: eigentlich ein ganz anderer Bereich und trotzdem ist man da was das Thema Kommunikation angeht ja auch durchaus gut aufgefangen.

00:12:05: Ja, also wir haben tatsächlich Absolventen die in der Personalentwicklung sind und auch gar nicht so wenige was aber auch nachvollziehbar ist weil sie ja Naja Sie haben eine durchaus ja auch grundlegende sozialwissenschaftliche Ausbildung.

00:12:24: Also sie wissen Sie wissen auch schon bei Schutz umzu-und Walmotive.

00:12:30: Warum tut man manche Dinge oder warum strebt man manchen Dinge an?

00:12:35: Über vieles weiß man, warum man das tut.

00:12:37: Aber es gibt auch Dinge, wo man's nicht tut.

00:12:40: Die kann ich erst im Nachhinein erruieren und das sind Perspektiven auf Situationen die die Kovis haben.

00:12:48: Früher hat Herr Kremer mal gesagt sie sind Generaldilitanten.

00:12:51: Das finde ich keine schöne Bezeichnung aber sie sind generalisten.

00:12:57: Das ist, glaube ich etwas was das Studium bei aller Veränderung auch in den letzten Jahren.

00:13:02: Was es aber immer noch versucht zu vermitteln also die Perspektive einzunehmen so was wie Komplexität zu begreifen und dass am Beispiel natürlich erst mal kommunikativer Prozesse aber Bis hin zu... Man spricht immer gerne von öffentlicher Kommunikation.

00:13:26: PR ist ja die Kommunikations, sozusagen auch eines Unternehmens nach draußen.

00:13:29: aber im Unternehmen passiert ja ständig Kommunikion.

00:13:32: also auch interne Kommunikrationsprozesse zu organisieren und zwar nicht nur in Form einer internen Mitglieder.

00:13:39: Mitarbeiterzeit-Schrift, sondern zu sagen wie läuft das eigentlich?

00:13:43: Also wo sind zum Beispiel Probleme zwischen Arbeitsgruppen die sie kommunikativ gar nicht lösen können?

00:13:48: und

00:13:48: dass werden wir uns ebenfalls ansehen.

00:13:50: Wir haben viel vor heute.

00:13:51: Das weiß ich jetzt schon.

00:13:52: also Ich habe da schon im Vorgespräch gesagt ich hab selten soviel Basismaterie gehabt zu einer Folge wie zu dieser.

00:14:02: Mal gucken ob wir das alles hier reingepropft kriegen.

00:14:08: Nach dem Abi Warst du erst mal ein Jahr in London?

00:14:10: Ja.

00:14:11: Und du hast dein Abi in Mannheim gemacht, da bist du aufgewachsen?

00:14:15: Nicht ganz!

00:14:15: Ich habe mein Abi in Lamparteheim gemacht.

00:14:18: Ach natürlich...

00:14:20: Wo

00:14:20: ist Lampardeim bei Mannheim?

00:14:21: Bei

00:14:22: Mannheim?

00:14:23: aber schon ein anderes Bundesland das ist Hessen, es ist das Dreiländereck.

00:14:26: also sagen auf der einen Seite des Rheins ist Hessen auf der anderen Seite das Reins ist Rheinland-Pfalz und ein Stückchen mehr in den Süden runter ist Baden-Württemberg und Manheim.

00:14:39: Aber egal, in welchem Bundesland du das habe gemacht hast.

00:14:41: Du bist danach erst mal nach London gegangen?

00:14:44: Warum?

00:14:48: Ich wollte weg von zu Hause.

00:14:51: Mein größter Wunsch war weg von Zuhause und am besten eine große Stadt.

00:14:55: Und da ich viel auch so britischen Punk- und britische Gitarrenpop gehört hab, war London naheliegend

00:15:05: Wie naheliegend.

00:15:06: Das heißt es war die Zeit in der Blur und der Aces sich die ein oder andere Schlacht geliefert haben.

00:15:13: Das war noch davor.

00:15:14: Ja, das waren noch dvor.

00:15:15: Ich war noch weit davor... Nein, es war

00:15:20: eine Stadt

00:15:22: die mir schon immer gefallen hat.

00:15:23: Also ich war auch nicht so francophil.

00:15:26: Viele wollten ja nach Paris und in der Stadt der Liebe.

00:15:29: Und da war mir irgendwie alles zu ... Ja!

00:15:33: Ich fand auch was mich im Ruhrgebiet bis heute fasziniert.

00:15:38: Auch diese Diese alten Industrieanlagen, die so zentral auch in den Städten sind.

00:15:43: Davon gibt es ja immer noch in London viel, die Docs und also insofern war das für mich schon ein Stadt, in dem ich

00:15:52: wollte.".

00:15:53: Und dann hast du vorhin nicht die Chili Peppers gewählt sondern Beethoven's Fünfte wo du doch auf Hand gemachte Musik stehst?

00:16:00: Ja Beethoven-Fünften ist auch Hand gemacht!

00:16:02: Das

00:16:02: ist ganz schön richtig.

00:16:05: Ja, manchmal verändern sich auch der Geschmack.

00:16:10: Ist

00:16:10: natürlich ein tolles Gebäude.

00:16:11: als Alte-Theater darf man ja nicht vergessen.

00:16:14: Wunderschön!

00:16:16: Aber meistens sind die in der Philharmonie tatsächlich wenn diese Klavierkonzerte oder solche Philharmy Konzerte sind und fast noch mehr in der Philharmonien essen?

00:16:26: Ich hatte irgendwie nachgesehen.

00:16:27: ich glaube das fand jetzt...

00:16:29: Ahja okay aber

00:16:30: egal.

00:16:31: Okay London Sehr große Stadt.

00:16:36: Teure Stadt, Musikerstadt, Kunststadt...

00:16:40: Aber wir müssen einen kleinen Anfang.

00:16:41: Ich war Oper-Mädchen in Launan.

00:16:43: Tatsächlich?

00:16:44: Ja!

00:16:45: Das heißt du warst bei einer Familie?

00:16:47: Ja

00:16:47: ich war bei einer Familien.

00:16:48: Ein Jahr lang?

00:16:49: Ja nicht ganz.

00:16:52: Zu zehn oder elf Monate.

00:16:55: Und du hast das bewusst gewählt weil du raus wolltest?

00:16:58: Weil es zu Hause zu klein zu ... Dörflich war zu piefig oder du hast wirklich losgehabt, dich mal eine Zeit zu trennen von dieser Familie in der man üblicherweise groß wird.

00:17:11: Ich weiß gar nicht ob man das... Also ich glaube zum einen war es so dass ich nicht genau wusste wie's nach dem Abitur weitergehen sollte.

00:17:18: also...

00:17:20: So gehts den meisten?

00:17:21: Ja ja!

00:17:25: Ich wollte ja vieles mal werden zur Schulzeit und Richterin werden, ich wollte mal Tierärztin werden und dann wollte ich irgendwann mal Psychologin werden.

00:17:34: Und da gab es das Problem ist es heute ja immer noch gibt, dass es einen extrem hohen NC darauf gab.

00:17:42: Ich wusste einfach nicht... also ich war... ich wusste, dass sich da nicht sofort anfangen kann und dann war auch sicherlich der Gedanke das Englisch zu verbessern, auch noch ein Punkt war.

00:17:54: Also Ich würde schon sagen, ja ich wollte auch raus.

00:18:01: Also das war so ein Wunsch dabei.

00:18:06: Das war dann ein knappes Jahr.

00:18:08: in dieser Zeit hast du natürlich viel darüber nachgedauert.

00:18:10: was kommt denn jetzt danach?

00:18:13: und So wie ich das verstanden habe war die Freundin deines Bruders hat bereits Kommunikationswissenschaft studiert.

00:18:21: Die Ex-Freundin meines damals.

00:18:25: Jetzt ist es aber wir steigen tief ein.

00:18:28: Also die hat auf jeden Fall Kove studiert.

00:18:30: Und so hast du überhaupt das erste Mal von diesem Fach gehört?

00:18:33: Ja,

00:18:33: das stimmt!

00:18:35: Hat das sofort was mit dir gemacht oder wuchs das so ganz langsam?

00:18:43: Mein ursprüngliches Ziel war ja Psychologie zu studieren und eigentlich hatte ich wie damals viele andere auch... Ich wollte in die Werbung.

00:18:57: In Mannheim war es dann so gewesen, dass man den um zäh und gehen konnte, indem man sich in die Soziologie eingeschrieben hat.

00:19:05: Und im zweiten Semester war's in der Regel so, weil die ersten Veranstaltungen identisch waren, konnte man sich von der Soziologie in die Psychologie umschreiben.

00:19:13: Im ersten Semester waren wesentliche Sozialpsychologien.

00:19:15: Das war unproblematisch, sich dann umzuschreiben.

00:19:18: Als ich das Studium aufgenommen hatte wurde aber in Mannheim der erste Arbeitsbetriebs- und Organisationspsychologie Lehrstuhl eingerichtet.

00:19:26: Es gab zur damaligen Zeit eine unglaubliche Schwämmer an klinischen Psychologen.

00:19:32: Die waren ja alle für die Klinik ausgebildet.

00:19:34: Hast du den Mannheim angefangen zu studieren?

00:19:36: Ich habe ihn Mannheim-Soziologie angefangen, zu studiert und es gab eigentlich zu viel Psychologin, die im klinischem Bereich ausgebilde worden ist.

00:19:48: Und der ganze Bereich was wir heute so kennen, Organisationspsychologie, Industriepsychologe wie immer.

00:19:54: das heißt, das gab's damals in Deutschland noch nicht Und Mannheim hatte den ersten Lehrstuhl.

00:20:00: Und dann war es so, dass in dem Folgesemester also immer im Zweiten kamen die ganzen Psychologen, die an anderen Universitäten in Deutschland studiert haben und in diesem Arbeitsbetriebs- und Organisationspsychologie-Lehrstuhlen eine Perspektive gesehen haben wenn sie da nach Mannheim wechseln und dann sind wir sozusagen nicht mehr untergekommen, dann waren die Plätze mit dem Psychologin belegt.

00:20:24: Dann war die Frage, machst du das noch ein Semester weiter?

00:20:29: und gehst das Risiko ein, dass es dann wieder nicht klappt.

00:20:32: Und dann habe ich mit einer damaligen Kommilitonin geguckt was gibt's in den Deutschland?

00:20:38: Dann wusste ich ja, ich komme aus so einem Kaufmannsfamilie also mein Vater war Kaufmann und dann hab ich geguckt okay wo finde ich denn so eine Kombination, dass du sowas mit BWL machst?

00:20:54: weil dass die Werbung da ein bisschen im Blick hatte, Kowie und ich hab schon immer mich für Kunst- und Kunstgeschichte interessiert.

00:21:02: Und das gab's nur in Essen!

00:21:04: Also es gab diese Kombination wirklich nur in essen...

00:21:07: ...und das war dann die Kommunikationswissenschaft?

00:21:09: Die Kunstwissenschaft und damals Marketing?

00:21:11: Und Marketing, genau so ist es.

00:21:13: Ja also es war so eine RumpfbwL könnte man wahrscheinlich

00:21:18: sagen

00:21:19: Genau, und das war... Und dann bin ich damals mit der kommenden Tun sind wir hier zusammen hingefahren.

00:21:24: Haben ein paar Sprechstunden gehabt aus denen ich glaube ich genauso verwirrt rausgegangen bin wie ich reingegangen bin, weil ich irgendwie richtig viel verstanden hatte.

00:21:31: Aber es war klar, das wird's!

00:21:34: Ist

00:21:34: die auch mit gekommen?

00:21:35: Ja Habt ihr noch Kontakt?

00:21:37: Ja

00:21:38: Wir haben zehn Jahre lang zusammen gewohnt In

00:21:41: einer WG?

00:21:41: Ja Das heißt du bist nach Essen gekommen hast studiert Wie es so weiter ging, das werden wir dann wiederum im weiteren Verlauf erleben.

00:21:56: Du warst damals eine junge Studentin?

00:22:00: Jetzt bist du schon seit vielen Jahren in einer ganz anderen Funktion an der Uni tätig und blickst auf junge Studierende.

00:22:08: Wie haben die sich verändert?

00:22:10: Ich glaube, sie haben nicht nur die Studierenden verändert, sondern auch die Strukturen des Studiums verändern.

00:22:17: Das macht etwas mit Studierendem.

00:22:22: Das ist ja vorhin gefragt, ob ich den Magister-Lieber machen würde oder den Master.

00:22:28: Um im Jahr zwei Tausend sechs sind die Studiengänge modularisiert worden.

00:22:33: das heißt es gab neue Strukturen für das Studium und diese Strukture haben auch meines Erachtens Studiums sehr stark verändert.

00:22:42: damals war der Anspruch dass Studierende schneller fertig werden.

00:22:48: Das Studierende, damals war das Wort, war Employability.

00:22:53: Die Studierenden mussten an den Hochschulen berufsfähiger gemacht werden.

00:22:59: Man muss ihn mit den, sollte der Bachelor ein Zwischenabschluss sein.

00:23:04: Es war ja unsere Zwischenprüfung früher wo ja schon einige ausgestiegen sind die dann aber keinen akademischen Abschluss hatten.

00:23:11: Der Bachelor sollte also den Studenten die irgendwann mal für sich entscheiden sie wollen nicht bis zum Schluss studieren denen die Möglichkeit geben vorher einen Hochschulabschluß in der Tasche zu haben.

00:23:23: Man hat alles gute Ideen, aber ich glaube das sie nicht so sinnvoll umgesetzt wurden.

00:23:28: Denn Universitäten bilden einfach anders aus als... berufsorientierte Ausbildung, das ist einfach so.

00:23:41: Also die klassisch duale Ausbildung?

00:23:42: Die klassisch-duale

00:23:43: Ausbildung oder auch was Fachhochschulen jetzt immer wer machen und das sieht man ja.

00:23:47: also es gab es gibt es gab einen Boom an Fachhochschulen in Deutschland und sie werden ja auch sehr gut nachgefragt aber Sie vermitteln einfach andere Kompetenzen.

00:23:57: Das ist einfach So.

00:23:58: dann muss man glaube ich für sich entscheiden Was einem vielleicht mehr liegt oder weniger gut liegt.

00:24:06: Dadurch ist der Studiengang sehr durchstrukturiert worden.

00:24:10: Und er ist nicht nur stärker durchstrukturiert worden, sondern es hat einen viel stärkeren Leistungsbezug gegeben.

00:24:19: Also bei uns war das früher so.

00:24:20: Wir haben die erste Klausur geschrieben Dafür hat man auch eine Note bekommen um sich mal zu positionieren.

00:24:25: Man konnte durchfallen und dann hat man Hausarbeiten geschrieben.

00:24:29: Da hat man Rückmeldungen bekommen.

00:24:31: Aber es war nicht so, dass sozusagen die erste Leistung, die ich an der Hochschule oder an der Uni absolviere sofort mit der Note in meinen Zeugnis ging.

00:24:40: Das heißt wir hatten Phasen des Experimentierens und wir haben ausprobieren können.

00:24:44: Und wir haben sagen können das

00:24:46: gut

00:24:47: ist ein Schuss gelaufen!

00:24:48: Das hat nicht funktioniert.

00:24:50: Wir mussten zu den Lehrenden gehen und mussten da unsere Noten abholen.

00:24:54: Das heisst wir waren zwangsläufig auch gezwungen den Lehrenden darüber zu reden.

00:25:00: Wenn man das Heft aufgeschlagen hat und er sagte, warum war eine Dreie?

00:25:03: Dann war man zwangsläufig auch in einem Gespräch und hat auch erfahren, wenn man das wollte was kann man besser machen.

00:25:13: Und es ist heute anders.

00:25:14: Heute werden die Noten... in ein Online-System eingegeben.

00:25:18: Die Studierenden müssen gar nicht mehr kommen, um noch eine andere Rückmeldung als die Note zu bekommen und das hat Studium

00:25:24: verändert.".

00:25:25: Aber sie können sich ganz hervorragend online mäßig beschweren?

00:25:28: Oh ja!

00:25:28: Das auch.

00:25:29: Ja es gibt immer solche und solche... Aber

00:25:33: was stimmt die Sache mit dem Experiment?

00:25:35: ich habe auch ... Ich bin eingestiegen ... genau deiner Kombination, Germanistik.

00:25:40: Nee, Kommunikationswissenschaft, Kunstwissenschaft und Marketing...

00:25:44: Ach das wusste ich nicht!

00:25:44: Wir haben exakt dasselbe Studium?

00:25:46: Ja aber nur zwei Semester.

00:25:49: weil ich habe dann gemerkt beim Thema Marketing es ging direkt los mit einer sehr kaufmännischen, sehr mathematischen Geschichte.

00:25:59: Statistik

00:26:00: war klar.

00:26:00: Das war Statistiker als erstes und damit war ich sofort raus.

00:26:04: also ich hatte da Wirklich beim ersten Mal davor sitzen, ich dachte es hat mit Werbung zu tun.

00:26:10: So ein bisschen der gleiche Ansatz um festzustellen nein Es hat mit Mathematik zu tun und Ich habe ja nicht umsonst eine Geisteswissenschaft gewählt weil ich mit Mathematik in der Schule schon ein sehr konträres Verhältnis hatte Und dann hab' ich's abgewählt und Germanistik gewählt.

00:26:23: so viel zum experimentieren.

00:26:24: das hat mir gut getan Also sowohl die Freiheit als auch das Fach selbst.

00:26:28: also es hat mir viel mehr Spaß gemacht.

00:26:32: Da hatte ich einen großen Vorteil.

00:26:34: Ich hatte die Statistik der Soziologie in Mannheim gemacht.

00:26:37: Und damals war der Prof... ...zulieblich ist er, glaube ich.

00:26:43: In

00:26:43: Essen?

00:26:44: Weiß' ich nicht mehr!

00:26:45: Ich kam mit dem Schein und dann guckte der nur auf die Universität und sagte... ...statistisch in Manheim.

00:26:52: selbstverständlich akzeptieren wir das.

00:26:54: Somit wusste ich dass es in Essen kann.

00:26:55: So ein

00:26:55: Monstatus hatte manheim.

00:26:58: Ja da warst du mir natürlich schon von Mannheim einfach raus aber du hast es ja trotzdem geleistet.

00:27:03: Und naja, ich hab dann am Ende auf Germanistik umgesattelt und war da auch wirklich mehr als zufrieden.

00:27:09: Hatte aber genau die Möglichkeiten zu experimentieren – auch innerhalb der Semester!

00:27:15: Wir hatten auch mehr Zeiten, mehr Freiheiten, wir konnten freier hin- und herschieben.

00:27:20: was ich später gemerkt habe, weil sich bei mir in der Agentur Praktikumsplätze vergeben hat und gemerkt habt wie schwer das vielen Studierenden fällt im Semester mal einen zeitlangen Praktikum zu machen.

00:27:31: Ja, also ich glaube die Situation der Studierenden hat sich nicht nur an der Hochschule verändert sondern auch die gesamte Lebenspraxis hat sich verändert.

00:27:43: Also es sind relativ viele Studierende, die wirklich viel arbeiten nebenher.

00:27:50: Ich glaube dass bei vielen Studierendern der Lebensstandard gar nichts so schlecht ist.

00:27:56: Manchmal habe ich das Gefühl wir haben... Das klingt jetzt wirklich völlig altbacken.

00:28:04: Aber wenn ich an meine Bude denke, das war wirklich eine total abgerockte Bude gewesen so... Das ist heute glaube ich auch nicht mehr so gefragt!

00:28:14: Hast

00:28:14: du Musik aus England?

00:28:18: Nein aber das glaube ich, dass heute viele Studierende leben weiter zu Hause.

00:28:24: man muss aber auch sagen es hat sich viel verändert.

00:28:27: also wir haben damals für uns dreihundert Euro habe leben können mit einer Miete, die völlig akzeptabel war und das hat sich wirklich verändert.

00:28:36: Die Fixkosten sind glaube ich deutlich höher geworden was Studierende heute einfach aus der Tasche bringen müssen.

00:28:45: Wir haben vor zwei oder drei Folgen – ich weiß es jetzt gar nicht – eine Fachfrau gehabt, die sich beschäftigt, Judith Ströcker.

00:28:54: Wie wechselt man eigentlich von der Schule in ein Studium?

00:28:57: Wo findet man einen Studienplatz oder macht man eine Ausbildung?

00:28:59: also wie funktioniert eigentlich dieser Wechsel?

00:29:02: und das war auch eine ganz interessante Folge diesen Input mal zu kriegen welche Rolle spielen junge Menschen die Veränderungen?

00:29:11: wie anders sind junge Leute heute?

00:29:13: welcher Erwartung Erwartungshaltung haben umgekehrt auch Unternehmen und wie oft passt es und wie viele passen nicht?

00:29:19: letztlich merkst du es ja auch denn Da kommen neue Studierende zu Beginn des E-Messers rein und mitunter wundert man sich wahrscheinlich.

00:29:29: Und manchmal ist man auch hoch erfreut, ich glaube die Breite ist so üppig wie man sich das nur vorstellen kann.

00:29:38: Du bist seit Jahrzehnteinzwanzig Custodien des Instituts für Covid also Kommunikationswissenschaft.

00:29:46: Als ich Custoden das erste Mal gehört habe wusste ich wirklich nicht was es heißt.

00:29:52: Ein bisschen weiß ich es jetzt, der Custor ist der Bewahrer des Wissens.

00:29:56: Wie schön!

00:29:58: Aber was genau ist das jetzt?

00:30:00: Du bist die Custodin in der Covi.

00:30:02: Was heißt das?

00:30:06: Man könnte sagen so ein bisschen als Mädchen für alles vielleicht auch...

00:30:09: Ach, das ist ja einfach!

00:30:13: Man führt mit der fachlichen Direktorin die Geschäfte des Instituts, also an anderen Instituten heißt das Geschäftsführerin.

00:30:29: Das heißt man ist dafür zuständig dass die Lehre am Institut funktioniert.

00:30:37: Da muss man sich ja immer abstimmen und klären, dass der Studienverlaufsplan auch korrekt angeboten wird.

00:30:44: D.h.,

00:30:45: da muss man Lehrkonferenzen organisieren und muss darüber reden wer bietet was an und wie passt das zusammen?

00:30:52: Das ist das eine.

00:30:55: Man muss schauen die Finanzen des Instituts... akzeptabel sind, also dass wir ein kleines Buffer haben und alle ihre Gelder bekommen.

00:31:06: Dass man die Sachen finanzieren kann, die man finanziert.

00:31:12: Man ist für die Qualitätskontrolle der Studiengänge zuständig.

00:31:17: Ich bin dafür zuständig, dass zum einen Studiengange mit den Fachwissenschaftlern weiterentwickelt werden.

00:31:25: mache ich Entwürfe oder Vorschläge, in welche Richtung?

00:31:29: könnte sich was weiterentwickeln.

00:31:31: Und das ist heute an Hochschulen ein großes Thema geworden?

00:31:35: Wir akkreditieren ja Studiengänge, nun sind wir in einem System akkretiertes Studium Hochschule.

00:31:41: Das heißt die Studiengange werden innerhalb der Hochschulle akkreditiert und da müssen wir in regelmäßigen Abständen Qualitätskonferenzen durchlaufen.

00:31:49: Wir müssen Reakkreditarungen machen dann verändert sich was in den Ordnungen Dann muss das wieder angeglichen werden.

00:31:56: also das ist schon sehr breit.

00:31:59: Das klingt ehrlich gesagt auch sehr politisch organisationsstark formal?

00:32:04: Auch Das ist es auch.

00:32:06: Ist das kreativ?

00:32:11: Ja, es ist auch kreatif.

00:32:13: also sozusagen immer wieder zu schauen wie kann man was kann man an Studiengängen auch verändern welche neue Bereiche kann man mit reinnehmen?

00:32:25: wir kennen uns ja zum Beispiel über das Modul über das Praxismodul weil ich da ... die Modulbeauftragte bin.

00:32:32: Und ich finde, das ist total schön und kreativ auch immer wieder Leute von außerhalb der Hochschule reinzuholen... ...und dann gemeinsam neue Dinge zu entwickeln also mit dem was die Personen mit reinbringen.

00:32:47: Und so schauen wie kann man das in einem Studiengang vernetzen?

00:32:50: Also was wir jetzt auch im Hochschulradium machen zum Beispiel finde ich Das ist für mich schon auch eine Vorstellung von Kreativität.

00:32:58: Und dann habe ich ja immer noch den Teil an Forschung und ein Teil an Lehre, also unkreativ finde ich es gar nicht.

00:33:05: Ne?

00:33:05: Das klingt schon abwechslungsreich!

00:33:09: Und weil du die Forschung angesprochen hast... Du verwaltest und digitalisierst den Nachlass von geholt Ungeheuer.

00:33:16: Wer jetzt nicht aus der Essenerkowie kommt, der wird dem wahrscheinlich erst mal nicht kennen.

00:33:22: diesen Mann Ich habe nachgesehen, der ist mit zweiundfünfzig schon gestorben.

00:33:26: Sehr jung!

00:33:29: War ein deutscher Kommunikationswissenschaftler, Phonetiker und Sprachwissenschaftlar.

00:33:34: Und was heißt das?

00:33:35: Du verwaltest einen Nachlass.

00:33:36: Wie kommt Karin Kolb an den Nachlass von Gerold Ungerheuer?

00:33:41: und was ist überhaupt ein Nachlass?

00:33:46: Also für die Essner Kommunikationesforschung muss man ja sagen dass sie sozusagen eine Nachfolgeinstitution von einer Kommunikationsforschung ist, die sich in den Fünfzigerjahren an der Universität in Bonn gegründet hat.

00:33:59: Und zwar damals aus so einem phonetischen Institut heraus.

00:34:02: Das zeigt auch dass die ersten Akku wie eben andere Traditionslinien hat als die Massenkommunikations-Forschung Die ja per se eigentlich aus der Zeitungskunde und aus der Publicistik kommt also schon immer sich mit Massen kommunikationen beschäftigt hat.

00:34:16: Und in Essen ist es so, dass ... Man kann schon sagen eine Folge einrichtung der Bonner Kommunikationsforschung.

00:34:26: Insofern war das mit dem Tod von Gerald Ungerhäuer in Bonn diese Art der Kommunikationforschungen nicht mehr für die Zukunft gesichert war.

00:34:37: und dann gab es zwischen Damals Fachvertretern aus der Sprachwissenschaft, nämlich der Linguistik und Fachvertrettern aus Bonn gab es Pläne.

00:34:50: Diese Art der Kommunikationsforschung, die also quasi aus der interpersonalen Kommunikationforschungen kamen in Essen zu etablieren.

00:34:59: Und derjenige, der das in Bonn maßgeblich vorangetrieben hatte war Gerald Ungeheuer Und einer seiner Schüler oder eigentlich zwei, die dort am Institut gearbeitet haben, waren dann die ersten Fachvertreter in Essen gewesen.

00:35:15: Nämlich?

00:35:16: Schmitz und Kralmann.

00:35:17: Tatsächlich!

00:35:18: Ach das wusste ich gar nicht.

00:35:20: Das sind Professoren, die haben wir ja tatsächlich mitbekommen.

00:35:23: Ja bei denen haben wir studiert ne.

00:35:26: Und Schmitze hat nach dem noch im Todesjahr von Gerald Umgeheuer den Nur den wissenschaftlichen Nachlass sortiert und katalogisiert.

00:35:41: Und einfach erst mal gesichtet und gesammelt in Boxen.

00:35:46: Nachlass ist wirklich

00:35:47: Kisten mit Zetteln drin,

00:35:49: Aufzeichnung?

00:35:50: Genau!

00:35:52: Das sind sozusagen die Artefakte, die Ungeheuer.

00:35:56: und der Tod kam völlig überraschend...

00:35:59: Der Härten-Herzinfarkt?

00:36:00: Genau.

00:36:01: Die sozusagen in seinem Büro lagen an der Universität, die in den Schubladen lagen... ...die zu Hause in seinem Arbeitszimmer lagen.

00:36:10: Völlig unsortiert!

00:36:12: Ja und nein, so wie ein Arbeitsplatz vielleicht sortiert ist.

00:36:17: Der hat ja im günstigsten Fall schon ne Struktur.

00:36:19: Mal mehr mal weniger!

00:36:21: Also es gab schon bisschen eine Struktur aber in der Tat eben nicht so wie wenn man etwas übergibt und sagt so das sind meine Projekte von bis... Und das hat damals Professor Schmitz gemacht und dieser Nachlass war dann lange bei seiner Witwe Und da ich mich mit den Traditionen wie in der Essener Kowie meiner Dissertation beschäftigt habe, hab' ich dann einen engen Kontakt zu seiner Witwe aufgebaut oder wir beide hatten.

00:36:50: Wir haben viele Gespräche gemeinsam geführt und dann kam der Nachlass irgendwann mal nach Essen und dann haben damals Herr Lünow von ich sozusagen diesen Nachlass übernommen... Professor Lünoff?

00:37:04: Ja, Professor Lünoff habe ich angefangen mit der Digitalisierung des Nachlasses und hab sozusagen auch jetzt, es gibt Radio-Mitschnitte zum Beispiel von Ungeheuer.

00:37:18: Wo er ja Features eingesprochen hat.

00:37:21: Die sind noch nicht digitalisiert, umfangreich digitalisiert gesichtet...

00:37:25: Der ist in zweiundachtzig gestorben.

00:37:26: also das heißt es sind doch noch relativ gute Aufnahmen?

00:37:29: Ja!

00:37:31: Wie viel ist das?

00:37:32: Was sind das?

00:37:33: fünf Kisten oder ist das ein ganzer

00:37:34: Raumvoll?!

00:37:35: Nee, also es ist kein ganzer Raumvoll.

00:37:38: Es ist so ein Schrank mit zwei Stüren und da sind die Mappen drin.

00:37:44: Also auch nicht seine Bücher.

00:37:49: Da hätte man ja noch viel mehr machen können.

00:37:50: Das sind sozusagen die schriftlichen Dokumente, die er für sich aufgehoben hat und die eben noch irgendwo im Büro laden.

00:38:00: Hast du schon alles durchgesehen?

00:38:02: Also jeden einzelnen Zettel ...

00:38:03: Ich glaub, ich hab jeden einzelnen Zettel in der Hand gehabt.

00:38:07: Das ist bei einem Schrank mit zwei Türen schon ausreichend viel.

00:38:11: Das klingt nicht so viel ... Nicht unübersichtlich viel?

00:38:15: Aber sagen wir mal es klingt machbar.

00:38:18: Dennoch ist das eine ziemliche Aufgabe.

00:38:21: Was war denn das für ein Gefühl von diesem Mann, der die Kommunikationswissenschaft ja maßgeblich angeschoben hat diese Unterlagen, diese authentischen Stücke?

00:38:32: Wie eine Unterschrift von einem großen Star, den man dann plötzlich vorsichert.

00:38:37: Das ist schon ein schönes Gefühl.

00:38:39: auch ein besonderes Gefühl also weil man ja irgendwie diese Handschrift wird.

00:38:43: er hat auch noch viele handschriftlich gemacht die wird er mir irgendwann mal vertraut.

00:38:47: also das ist ich kann dir heute wenn du mir drei Handschriften vorlegst würde ich glaube ich mal die von ungeheuer heraus deuten können bekommt schon eine besondere Bindung.

00:39:00: Und man erlebt auch noch mal sein eigenes Fach auch anders, also für mich war es dass ich mich mit der Geschichte der Essener Kofi auseinander gesetzt hat, war auch so eine eigene Frage weil ich immer... Es war schon klar das wir andere Traditionslinien haben und dass wir auch ein anderes Curriculum haben als Münster oder so.

00:39:20: aber so richtig durchblickt hatte ich das nicht.

00:39:23: Also insofern Es ist schon interessant, dass auch ... Ich hab ja über die Interviews damals mit Prof.

00:39:31: Schmitz und Prof.

00:39:32: Krallmann.

00:39:33: Und reichert's dir aus dieser Entwicklung was haben erzählen können?

00:39:37: Dann hast du irgendwann mal einen Manuskript für eine Vorlesung der liegen, aus der später eben der ein oder andere Lehrende etwas rausgenommen hat.

00:39:48: Das ist schon schön!

00:39:49: Also das ist schon ein interessantes

00:39:50: Gefühl.

00:39:51: Du hast ja mit seiner Frau gesprochen.

00:39:54: Lebt die noch?

00:39:55: Habt ihr

00:39:57: über diese Übergabe des Nachlasses hinaus Kontakt gehabt.

00:40:01: Das klingt nach einem freundschaftlichen Verhältnis.

00:40:04: Vielleicht nicht, aber ich glaube sie war sehr daran interessiert was aus dem was ihr Mann da in Bonn maßgeblich mitentwickelt hat wird.

00:40:18: das war glaub ich das war schon ein großes Interesse.

00:40:21: von ihr.

00:40:22: spielt Geralt Ungeheuer ... in der Kommunikationsdienstenschaft bundesweit eine große Rolle.

00:40:29: Also letztens ist Habermas gestorben, da hat ganz Deutschland von gesprochen und sagen wir mal so der akademische Teil.

00:40:37: Ich weiß nicht wie stark...

00:40:37: Alexander Kluge!

00:40:38: Nee also das ist sicherlich ein... Wie sagt man das?

00:40:47: Ich glaube dass der Ansatz ungeheuer war hatte eine unheimlich hohe Reputation im Bereich der Phonetik.

00:40:59: Aber in der Kommunikationswissenschaft hat er sich ... Hat er in der Form nicht regusiert, könnte man sagen?

00:41:07: Das lag ... Heißt!

00:41:09: Ja, hat ja die Anerkennung nicht bekommen so.

00:41:14: Das lag sicherlich auch daran, dass die Massenkommunikationswissenschaftler auch untereinander anders vernetzt waren und mit diesem Ansatz nichts anfangen konnten.

00:41:24: Das ist bis heute so.

00:41:25: wenn du in der Selbstverständnispapier der Fachgesellschaft für Kommunikations- wissenschaft geht, die heißt DGPUG Gesellschaft für Publizistik und Kommunikation-Wissenschaft dann gibt es in dem aktuellen Fachverständnis fangen sie so langsam an, die interpersonale Kommunikation als zu ihrem Gegenstandsbereich zu rechnen.

00:41:50: Aber Sie haben massive Schwierigkeiten sich mit der interpersonalen Kommunikations auseinanderzusetzen.

00:41:57: also das passt nicht in Ihre Traditionslinie.

00:42:00: Das heißt Sie untersuchen Massenmedien.

00:42:03: Das kippt jetzt ein bisschen dadurch, dass durch die sozialen Medien diese klassische Trennung zwischen interpersonaler Kommunikation auf der einen Seite und Massenkommunikation an der anderen Seite nicht mehr so rigideaufrecht zu halten ist.

00:42:17: Aber dann interessiert auch wieder nur die interpersonale Kommunikion wenn sie in irgendeiner Weise wieder medial vermittelt ist?

00:42:25: Also da sind auch in der Fachgesellschaft sehr, sehr harte Diskussionen geführt worden.

00:42:32: Inwiefern man diesen Gegenstandsbereich auf oder öffnen will?

00:42:37: Weil sie einfach immer sagen das ist unser Gegenstandspereich und in Essen ist ja immer anders argumentiert worden.

00:42:43: Wir haben mir immer gesagt eigen- oder es ist immer grundlegend dass das sozusagen erstmal die Komplexität oder überhaupt die interpersonale Kommunikation, Ich meine, das Erste was wir machen ist ja die interpersonale Kommunikation.

00:42:59: Na ja, das was wir gerade machen ne?

00:43:01: Ja und das was uns im Wesentlichen ja auch vom Supuman Bereich unterscheidet.

00:43:06: Von welchem Bereich?

00:43:07: Von dem Nicht-Menschlichen also von den Dieren...

00:43:13: Supumana-Bereich!

00:43:15: Und insofern War das immer ein Ansatzpunkt zu sagen, dass kann nicht Gegenstand sein.

00:43:27: Wenn man sich mit kommunikativen Phänomen beschäftigt und Gerold Ungeheuer war auch einer der Ersten, der zum Beispiel das nachrichtentechnische Modell ganz fundamental kritisiert hat in Deutschland?

00:43:40: war es noch viele Jahre dieses Nachrichtentechnisches Senderempfängermodell, was ja bis heute eine Grundlage ist vieler massenmedialer Modelle der Kommunikation.

00:43:53: Auch wenn jetzt viele Variablen dazugekommen sind wo er einfach ganz früh gesagt hat das kann nicht das Urmodell für die Kommunikationsanweis, weil es vieles nicht abbildet.

00:44:05: Steigen wir mal nicht zu tief an den Urheuer?

00:44:10: Aber als wir auch im Vorgespräch über diesen Wissenschaftler gesprochen haben, hast du in dem Zusammenhang vom Zwang zu denkfreiem Sprechen gesprochen.

00:44:24: Dabei ging es um... Ja das ist was... Es tauchte auf und es ging dabei um Begriffe die in der Wirtschaft häufig genutzt werden also Worte von denen ich sage dass sind einfach nur noch Blasen Innovation, Transformation aufgeblasene Worte die furchtbar wichtig klingen und ständig genutzt werden.

00:44:47: Bei denen aber am Ende doch alle einnicken.

00:44:51: Und trotzdem sind es Begriffe, die inflationär häufig genutst werden.

00:44:57: Ab wann wird eigentlich unsere Unternehmenssprache zu heißer Luft?

00:45:05: Das ist eine schwere Frage.

00:45:07: ob ich ab wann beantworten kann, ab wann das wird...

00:45:11: Aber zum Teil wird sie's!

00:45:11: Das sind Beispiele.

00:45:13: Sie wird es klar.

00:45:14: Also zeigen wir mal so, ich glaube wenn es keine gelebte Praxis mehr ist.

00:45:22: Wenn ich von Teilhabe spreche, wenn ich von Partizipationsprozesse spreche... ...wenn ich von Anerkennung spreche aber tatsächlich dass wirklich Worthülsen sind und in den Praktiken das nicht wiederfinde Das ist, glaube ich.

00:45:44: Da fängt es an zu kippen und das merken Menschen sehr schnell.

00:45:51: Es gibt so viele Sätze die mittlerweile mit vielen Dank für diese Wertschätzung anfangen, wo man wirklich schon einen Bullshit-Bingo ausspielen kann irgendwie.

00:46:02: Und ich denke dass Menschen sehr sehr schnell merken wenn ... Wenn die Praktiken nicht mit der Sprache übereinstimmen.

00:46:12: Oder wenn das so Alibi-Wörter für irgendetwas werden, also wann das genau stattfindet?

00:46:22: Das kann natürlich nicht sagen.

00:46:23: aber da darf man ... Die Hörer oder die Menschen zu denen man das sagt auch in ihren Kompetenzen nicht unterschätzen.

00:46:35: Wie schaffe ich es denn diese Begriffe nicht zu benutzen.

00:46:38: Dafür muss ich erst mal wissen, dass es sie gibt?

00:46:42: Man muss erst einmal ... Ja!

00:46:47: Das wäre auch so ein Punkt.

00:46:48: Man muss vielleicht wirklich versuchen nachzuvollziehen für was standen die Worte vielleicht auch mal.

00:46:55: Denn das ist ja häufig so, dass diese Worte gar nicht neu sind.

00:46:59: Also Wertschätzung zum Beispiel ist ja etwas, was wir... Was wir durchaus auch noch schon vor Jahrzehnten, das Wort ist kein neues Wort.

00:47:06: Und plötzlich kriegt es ein bestimmtes wording.

00:47:08: Plötzlich wird es in bestimmten Kontexten verwendet und dann verändert sich ja sozusagen durch dieses inflationäre Gebrauchen.

00:47:16: Wird das wie abgenudelt?

00:47:19: Und alle fangen

00:47:21: an... Das gibt's ja irgendwie zu Haufnachhaltig ist auch so'n Wort.

00:47:24: alles ist plötzlich nachhaltig

00:47:26: und

00:47:26: jede neue Zahnbürste ist innovativ.

00:47:28: also Es wird natürlich langweilig obwohl der Begriff ja grundsätzlich Gutes.

00:47:33: Es gibt so Hochworte, oder Hochwertworte.

00:47:37: In der Zeit lang war das auch bei Stellen ausschreiben und kreativ.

00:47:40: Wer in Gottes Namen will nicht kreative sein?

00:47:43: Ich würde ja auch nicht sagen, ich suche einen Job, wo ich unkreativ ... Ich habe vorhin gefragt, ist das denn kreatif?

00:47:50: Da würde ich sagen, verständlich ist das kreatives.

00:47:52: Kein Mensch will unkrativ sein!

00:47:55: Und wenn es nur im Kleinen ist, muss ja nicht jeder ein Bild

00:47:57: malen.

00:47:58: Aber du hast recht... Ich habe meine Steuerberaterin mal gefragt, ob das nicht irgendwie ein echt ziemlich unkreativer Job ist und die war entrüstet weil es hoch kreativ ist.

00:48:08: was ich wiederum sehr interessant fand.

00:48:10: Also der Begriff der Kreativität ist natürlich sehr dehnbar.

00:48:13: Aber man will nicht unkreativ sein, ja?

00:48:15: Ja, ich glaube... Jeder beansprucht natürlich für sich einen gewissen Kreativespotenzial auch zu haben und wenn ich bei einer Stellenbeschreibung sage, derjenige soll kreativ seien, dann das muss da rein!

00:48:29: Und natürlich will keiner nicht kreative sein.

00:48:32: Aber wir waren ja mit diesen Buzzwords also diese Begrifflichkeit in die natürlich Häufig genutzt werden, weil sie Kompetenz suggerieren.

00:48:40: Weil Sie eine Fachlichkeit abbilden.

00:48:44: Weil sie halt irgendwie wichtig klingen.

00:48:47: Das ist auch eine Krankheit in solchen Höhlen zu sprechen.

00:48:52: Es ist manchmal auch dieses ... In Sprachspielen sich also einfach einen bestimmten Sprach spielen zuzuordnen.

00:49:02: Ich bin erfahren im Managementtheorien oder ich habe... eine Weiterbildung in Mitarbeiterführungen gemacht.

00:49:11: Man signalisiert ja dann auch anderen dadurch, dass man zu einem bestimmten Sprachspiel dazugehört, also zu einer bestimmten Gruppe die bestimmte Ziele verfolgt.

00:49:26: Das wird elitär?

00:49:29: Ob es elitär ist, weiß ich gar nicht.

00:49:31: Aber es ist am vermeintlichen Zaun der Zeit vielleicht so ja?

00:49:36: Also man hat ... Elitär, das würde ich eher bei anderen.

00:49:42: Also elitäre ist es glaube ich gar nichts so sehr.

00:49:45: Elitäre wäre es wieder eher, dass alles zu hinterfragen.

00:49:48: Dann würde man sagen immer was sind dann?

00:49:49: Das sind doch alles Basswörter!

00:49:52: Das sind auch alles Luftnummern.

00:49:58: Was ich merke ist wenn Studierende Artikel verfassen sollen Das ist ja auch ein Seminar, das wir initiiert haben.

00:50:07: Wie schwer ist den mit Unterfeld wirklich konkret zu sein?

00:50:11: Also eine Begrifflichkeit die allgemeingültiger ist es natürlich weiter!

00:50:16: Die fasst mehr ein, die ist quasi vielleicht richtiger weil sie halt mehr impliziert.

00:50:23: Je konkreter ich werde und so angreifbarer werde ich natürlich... Und ich habe das Gefühl dass diese ganzen Buzzwords die wir gerade ja nur im Ansatz aufgeführt haben.

00:50:32: Davon gibt es ja Tausende, dass sie vor allem die Sorge von dem Konkreten nehmen.

00:50:38: Ich werde halt nicht mehr so angreifbar.

00:50:39: Vielleicht gerade weil's so schwurbelig ist.

00:50:41: also je schwurbliger desto mehr denken Leute was soll das jetzt?

00:50:45: aber vielleicht war es besonders wichtig?

00:50:51: Nun würde man wahrscheinlich sagen in der Alltagesprache sind wir sowieso... Wir machen ja in der Altersprache keine Definitionen von Begriffen, sondern das ist genau das was die Alterssprache von der Wissenschaftssprache unterscheidet.

00:51:04: In der Wissenschaftssprache oder wenn ich eine Terminologie aufbaue dann mache ich es so dass ich quasi mit all meinen Termini genau festlege was damit gemeint ist.

00:51:14: Das heißt sie sind total... Kontext frei, könnte man sagen.

00:51:17: Also wenn ich den Kommunikationsbegriff bei Luhmann mir anschaue, dann ist das einer der immer gleich.

00:51:24: Der ist bei Lohmann immer gleich!

00:51:28: Wenn es gut richtig ist und das is so bei Lhuhmann... Und in der Alltagssprache kennen wir ja gar keine Definitionen.

00:51:34: Das heißt viele Worte bekommen hier sozusagen ihre konkrete Bedeutung erst durch diese Verwendungsweise die man die man hat oder in der man es einbettet.

00:51:44: und deswegen verlieren eben genau diese Worte, die solche Bassworte sind tatsächlich auch ihren ihre eindeutige Bedeutung.

00:51:54: Weil sie für alles und jedes eingesetzt werden.

00:51:56: und zum Schluss weiß keiner mehr was ist denn jetzt eigentlich noch Wertschöpfe?

00:52:01: Aber das ist

00:52:02: doch dann wirklich völlig überflüssige Worte.

00:52:05: Ja

00:52:06: Ich fände es besonders interessant, jene die es dann unbedingt sehen wollen darüber zu informieren und die wollen sie ja mitunter nicht wissen.

00:52:13: Also ich schreibe einen Text eine Werbung ein Slogan und da müssen plötzlich diese Worte daran auftauchen um.

00:52:20: meine Empfehlung wäre nein tu es nicht aber die Stelle darüber sagt dann doch das klingt wichtig dass bleibt drin wie bedauerlich

00:52:28: Das ist.

00:52:29: aber Das ist so.

00:52:33: Für jeden der Texte schreibt, wenn man Anträge schreibt in der Forschung gibt es auch diese Worte die da einfach auftauchen müssen.

00:52:47: Du bist seit zwanzig Jahren bei SoRoptimist International?

00:52:52: Ich muss jedes Mal gucken wie's ausgesprochen wird.

00:52:54: ich kannte das vorher gar nicht aber es eine weltweite Serviceorganisation für berufstätige Frauen die sich gesellschaftlich engagiert und vier Jahre warst du Präsidentin.

00:53:08: Das ist schon echt eine große Nummer, wie gesagt mir war das vorher nicht so bewusst.

00:53:15: Sororis Optimäe – Die besten Schwestern?

00:53:18: Wie nett!

00:53:18: Das fand ich wiederum beinah niedlich Ein Frauen-Service Club.

00:53:23: Du hast im Vorgespräch gesagt da ist ein bisschen sowas wie Rotaria aber für Frauen und mit einer bestimmten Ausrichtung.

00:53:28: Ja

00:53:30: Wie bist du dazu gekommen?

00:53:32: was machst du da?

00:53:36: Also, eine so Optimistin wird man nur über Empfehlungen.

00:53:41: Das heißt ich habe auch... Ich hab in Studiumszeiten, so Studienzeiten habe ich lange als studentische Hilfskraft in einer Galerie gearbeitet und auch darüber hinaus Und die Galeristin war so Optimisten.

00:53:57: Insofern waren bei den Eröffnungen viele Clubschwestern gewesen Gab es so erste Kontakte und irgendwann hat irgendeine Club-Schwester gesagt, wer die Karin nicht war für unseren Club.

00:54:11: Und dann muss man bestimmte Rituale durchlaufen...

00:54:17: Jetzt wird's

00:54:18: spannend!

00:54:19: Es gibt ein Reglement für eine Aufnahme.

00:54:22: Das ist, wenn man das zum ersten Mal erlebt, etwas merkwürdig.

00:54:27: Man muss bestimmte Teilnahmen haben an den Klubabenden.

00:54:30: Du musst

00:54:31: keine verrückten Sachen machen?

00:54:32: Nein,

00:54:34: nein, nein!

00:54:35: Man muss Referat halten und dann entscheidet der Club ob diese Frauen sind ja nur Frauen ob die zu den restlichen Klubschwestern passt.

00:54:47: Und dann gibt es so ein Aufnahmeritual und dann wird man aufgenommen, wenn man nicht irgendwann wieder austritt ist man optimistin.

00:54:58: Damit verpflichtet sich auch die Ziele von so Optimist international... auch zu vertreten.

00:55:05: Das ist bei den Club-Stressern mehr mal weniger, das hat auch immer was mit Lebensphasen zu tun.

00:55:11: aber wir treffen uns einmal im Monat und wir haben einmal im monat eine Referentin oder einen Referenten zu einem speziellen Thema und es ist eine ja es ist ne unheimlich schöne Gemeinschaft und das ist aber auch eine Gemeinsschaft die tatsächlich das Ziel hat konsequent an der Gleichberechtigung aller Geschlechter zu arbeiten.

00:55:35: Und das immer schon, seitdem es das gibt?

00:55:38: Das ist sozusagen die Bewegung.

00:55:41: Das ist in den USA in den zwanziger Jahren.

00:55:43: In den neunzehnten und zwanzigern Jahren genau eingerichtet worden oder sind die ersten Clubs gegründet worden.

00:55:50: Dann war das hier in Deutschland Berlin und von Berlin aus ging es dann in andere Bundesländer auch weiter.

00:55:57: Tatsächlich Essen ist einer der wirklich alten Clubs.

00:56:01: Wir feiern in diesem Jahr glaube ich unsechzigjähriges Jubiläum.

00:56:06: Das ist schon toll, weil man lernt Frauen aus unterschiedlichen Generationen kennen.

00:56:13: Bei den Gründungsklubschwestern haben wir jetzt nicht mehr viele, eine lebt noch ... Aber da waren auch Klubschwestern dabei, die haben mit.

00:56:20: er hat die Währungsreform gemacht.

00:56:22: Also das ist schon toll weil man so viel verschiedene Biografien, weibliche Biographien kennenlernt.

00:56:31: Man lernt auch die Brüche in deren Leben kennen, die nach außen immer so glatt aussehen und so geplant.

00:56:39: Und dann stellt man fest, Guter ging auch nicht immer nur nach oben.

00:56:46: Tolle Gemeinschaft und es ist eine Fürsorge füreinander da.

00:56:53: Der so Optimist hat auch einen Konsultativstatus bei den Vereinten Nationen, also das ist schon ... Die ganze Vereinigung wuppt auch eine ganze Menge Geld für Projekte.

00:57:07: Also für mein Leben war das schon ein Gewinn muss ich sagen.

00:57:12: Bei den Lions?

00:57:13: Ist ja auch so ein Serviceclub.

00:57:14: Da gibt es ja zunehmend auch einen Einbringen der Frauen.

00:57:19: Das war lange ein raner Männerverein und jetzt gibt's zunehrend Leins Clubs, die Frauen ausrundlich zulassen.

00:57:28: Wie ist das bei euch?

00:57:29: Lass ihr die Männer

00:57:31: zu?

00:57:31: Nee noch nicht!

00:57:32: Aber wir haben ja auch eine andere Ausrichtung.

00:57:36: Also Rotaria oder Leins waren früher vor allem solche Business-Clubs gewesen, wo auch Geschäfte ... oder was heißt nicht?

00:57:43: vor allen Dingen, will er jetzt.

00:57:44: Aber auch Geschäfte gemacht wurden so und die immer einen karitativen Anspruch haben und das ja auch tun und zwar mit viel Geld.

00:57:54: Und das ist also optimistisch nicht der einzige Frauen-Service-Clubs es gibt auch noch Sonntag.

00:57:59: Das ist ein Club, der vergleichbar ist.

00:58:02: aber diese Clubs haben sich immer quasi für Gleichberechtigung eingesetzt.

00:58:09: Also sie waren immer auch mit einem politischen Ziel verbunden.

00:58:13: Und das unterscheidet schon diese Frauenservice-Clubs von anderen Serviceclubs, die ursprünglich nur wo nur Männermitglieder waren.

00:58:22: Das heißt wir haben natürlich immer auch für die Rechte der Frauen mitgekämpft.

00:58:28: Also insofern, ich habe mal gehört in New York gäbe es ein Club wo auch jetzt einen Mann Mitglied geworden ist.

00:58:36: Ob das stimmt weiß ich nicht!

00:58:37: Es ist tatsächlich momentan nicht unser Thema.

00:58:41: und wie alles Service Clubs... Man merkt schon, dass sich auch in den Generationen was ändert.

00:58:49: Also heute ist durch die Globalisierung gibt es sowieso einen europaübergreifenden Austausch zwischen Frauen – das war früher ja gar nicht so!

00:59:00: Da verändert sich heute schon etwas.

00:59:02: oder dass Frauen nicht mehr an einem Standort verwurzelt sind wie das bei allen anderen auch so ist.

00:59:09: Früher war das irgendwann mal du nicht alle naselang woanders beschäftigt war und das verändert sich heute auch in den beruflichen biografien.

00:59:17: nun gibt es auf der ganzen welt klubs aber viele wollen sich auch nicht mehr so festlegen.

00:59:24: also insofern dass auch auch sowas verändert sich, aber es ist weiterhin wir machen aktionen gegen gewalt an frauen eigentlich jedes jahr.

00:59:33: was

00:59:33: heißt das?

00:59:34: ihr macht aktion wie sehen solche aktion dann

00:59:36: aus?

00:59:38: Letzten Jahr haben wir mit dem Krillotheater eine Kooperation gehabt.

00:59:43: Da war eine junge Regisseurin, die hat ein Stück aufgeführt als Prüfung Tabak und ... Thema dieses Stückes war ein Roman von einer Österreicherin, die über einen realen Firmizid geschrieben hat.

01:00:02: In Österreich Nagelmich jetzt nicht fest.

01:00:04: Zweiundzwanzig-einzwanziger hat ein ehemaliger Partner seine Frau in einem Tabakladen mit Benzin übergossen und angesteckt und die Tür von außen zugeschlossen Und das ist literarisch umgesetzt worden.

01:00:22: Das Grillo hat das mit einer ganz jungen Regisseurin, Lea Oldmann, eine tolle Frau inszeniert.

01:00:29: Wir haben dann die Tickets für diesen Abend gekauft und haben sie quasi ... dann gespendet für das Frauenhaus.

01:00:38: Das heißt, es waren auch nur Frauen an diesem Abend in diesem Stück.

01:00:42: Es gab danach noch eine Diskussion mit den Schauspielerinnen und mit der Regisseurin – und das ist so eine Aktion!

01:00:48: Ach schon ein schweres Thema?

01:00:51: Das war ein schwereres Thema absolut.

01:00:53: Aber das ist

01:00:55: eben auch Realität.

01:00:56: Ist das euer Prinzip?

01:00:58: Nein, es gibt auch achter Workparties.

01:01:00: Das ist weniger schweres thema.

01:01:02: Wo

01:01:02: es dann ein bisschen leicht dazu geht...

01:01:04: Ja, natürlich.

01:01:06: Aber das war jetzt eine Option zum Nein gegen Gewalt an Frauenbetrug?

01:01:13: Natürlich sehr wichtig und sehr intensiv!

01:01:17: Wenn ihr euch jeden Monat seht – das ist schon eine Herausforderung vor allen Dingen dann für die Präsidentin, die dafür zuständig Die Referenten jedes Mal.

01:01:27: Nee, die Referentens dafür gibt es tatsächlich... Also auch da ist natürlich Teamarbeit mittlerweile.

01:01:33: also du hast ja auch alle die mitarbeiten.

01:01:37: Da gibt das ein Team was sich um die Referente kümmern und...

01:01:41: Du warst vier Jahre Präsidentin man wird für vier Jahre gewählt und dann war's das auch.

01:01:46: Kann man nochmal Präsident

01:01:47: werden?

01:01:48: Ja, komm an!

01:01:49: War das eine anstrengende Zeit?

01:01:56: Es war eine schöne anstrengende Zeit, weil damals als ich Präsidentin wurde ist meine erste Ehe auseinandergegangen.

01:02:03: Und eigentlich macht man das ganz gerne mit einem Partner im Rücken und ich fand es damals auch wirklich überwältigend wie die Clubschuhe sondern mich mitgetragen haben.

01:02:17: Wie viele sind denn das?

01:02:18: Vierzig!

01:02:20: Im Alter von...

01:02:23: Die Jüngsten sind Mitte dreißig, die Ältesten sind neunzig.

01:02:29: Das ist hochbetagt?

01:02:32: Soviel zu den verschiedenen Lebensläufen.

01:02:35: das ist bestimmt interessant.

01:02:36: ja toll Es gibt einen Förderpreis in der auslobt für herausragende Dissertationen.

01:02:45: das fand ich tatsächlich herausragend.

01:02:48: dazu erzählen wir mal was.

01:02:49: es sind ja besondere Disserte von besonderen Frauen.

01:02:55: Die Initialzündung ging von meiner Vorgängerin im Klub aus.

01:03:04: Wir haben viel Förderungen gemacht in Singennetzen, bei den Kindern und der allgemeinen Förderung.

01:03:12: Aber wir haben eigentlich gar nicht so eine Elitenförderung, das ist doch auch was, was wir machen

01:03:15: könnten.".

01:03:17: Und dann kam die Idee, das mit der Universität Duisburg Essen zu machen und weil auch noch eine weitere Clubschwester in der Fakultät für Geisteswissenschaften ist war relativ schnell klar, dass es die Geistes-Wissenschaften werden.

01:03:29: Was ich an diesem Preis wirklich besonders finde – und das glaube ich für uns so eine Herzensangelegenheit – ist kein Wissenschaftspreis.

01:03:38: Es geht nicht darum, dass die beste aller besten Arbeiten primiert wird sondern es geht um Biografien von Frauen!

01:03:46: Wer eine Dissertation mit einer bestimmten Not und es geben nur die zwei besten Noten können in die Auswahl kommen, wer eine Dessertation geschrieben hat.

01:03:56: Hat schon eine herausragende wissenschaftliche Arbeit ist der höchste Abschluss den man an der Universität machen kann.

01:04:01: Der hat schon enorm viel geleistet.

01:04:03: aber uns war's eigentlich wichtig Frauen um die mussten Frauen zu fördern oder denen den Preis zu geben, die Brüche in ihren Biografien haben.

01:04:12: Also die jetzt eben nicht einfach gerade durchgelaufen sind sondern die Kehrarbeit machen mussten, die schwierige Phase in ihrem Leben hatten, die vielleicht auch mit Krankheiten kämpfen mussten und die sich aus diesen Situationen herausgearbeitet haben um ihr Ziel nämlich diese Dissertation fertigzumachen, die das geleistet haben.

01:04:34: Und dann kann es auch egal sein ob eine Frau zehn Jahre an der Dissertation saß.

01:04:39: Oder ob sie sie mit sechzig abschliesst?

01:04:41: Gab's das

01:04:42: genau so?

01:04:44: Mitsechzig noch nicht, aber schon älteren Datums gab es schon ja und das finde ich bis heute ein schöner Preis weil er eben nicht sagt die Jüngste die schnellste die schönste sondern weil es wirklich ein Preis ist für jemand, der dran geblieben ist.

01:05:06: Trotz Widerstände dran gebleben ist.

01:05:08: Ist vielleicht auch der unperfekte Lebenslauf manchmal der Interessanterer?

01:05:12: Für mich ja auf jeden Fall!

01:05:16: Ich finde Menschen die nicht Mainstream sind... Also sind die spannend darin?

01:05:22: Oder Menschen, die nicht so gläsern sind.

01:05:25: Wo du sofort denkst, das ist so ... Nee, das finde ich interessant wenn man verschiedene Facetten von Menschen kennt, die eben auch ungewöhnlich sind.

01:05:37: Glaubst

01:05:37: du Unternehmen sehen das auch

01:05:43: so?

01:05:44: Man sagt ja immer so eine Zeit lang dass gerade in Führungspositionen vor allen Dingen Personen gesucht werden, die diese Kanten haben also die zu diesen Kanten stehen und die auch unabhängig sind davon, wie sie bewertet werden oder wie ihr Handeln bewerted wird.

01:05:59: Diese Art von Menschen meinte ich jetzt eigentlich nicht.

01:06:08: Ja und nein glaube ich!

01:06:09: Also ich denke wenn man das gut macht dann braucht man auch Leute, die individuelle Wege gehen wo man sagt für bestimmte Positionen ist das bestimmt auch wichtig dass man Leute hat, die einen eigenen Kopf haben.

01:06:22: Und was mein Eindruck is Denn das ist das, was ich mit den Studierenden ja häufig so erlebe.

01:06:29: Dass Studierende denken ihre Biografie muss suggeratlinig sein und das ist es, was sich aus den Gesprächen mit unseren Absolventen aber auch mit Personalern höre.

01:06:41: Das wollen sie alle nicht.

01:06:42: also Sie wollen keine Abziehbilder haben von Gleichem sondern sie wollen natürlich dass Studierender irgendwie ihrer eigenen Kompetenzen und auch ihr eigenes Profil schaffen Und in so einem Profil kann ja auch mal eine Krise was bewirken.

01:06:56: Also das ist glaube ich schon, was sie heute mehr suchen.

01:07:00: Sie suchen auf jeden Fall selbstständig denkende Menschen also die reflektieren, die auch sagen nee, das gefällt mir nicht oder sicherlich alles mit Maß und Ziel aber das glaub ich schon.

01:07:15: wo dann die Grenzen jeweils liegen das müssen wahrscheinlich alle selbst für sich entscheiden.

01:07:21: Sie wollen ja, dass die Firma vorhand kommt und ich glaube dann brauchst du auch Leute, die mit Krisen gut umgehen können.

01:07:30: Du bist seit vielen Jahren im Netzwerk der Essener Kommunikationswissenschaftler innen.

01:07:36: Neck!

01:07:39: Warum investierst du dann neben all dieser Arbeit von der du jetzt gesprochen hast als Kostodin?

01:07:45: Als Mitglied der Gleichstellungskommission an der Uni In deinem Verein oder in deinem Club?

01:07:56: Und dann kommt noch das obendrauf.

01:07:58: Das heißt, auch da engagierst du dich?

01:07:59: Das ist ganz schön viel Ehrenamt!

01:08:02: Warum ist ja das so

01:08:03: wichtig?!

01:08:07: Ich glaube schon dass ich mit der Essener Kommunikationswissenschaft sehr verbunden bin.

01:08:12: Also für mich war der Wechsel damals nach Essen an die Hochschule und dieses Fach schon ein besonderes weil es für mich auch einen neuen Horizont geöffnet hat.

01:08:23: also ich habe schon in der Kommunikation Wissenschaft Bereiche kennengelernt, die mir vorher einfach so verschlossen waren.

01:08:31: Also eine Art und Weise, sich mit Problemen auseinandersetzen zum Beispiel.

01:08:34: Das habe ich wieder in der Kunst oder in der BWL auch nicht so empfunden.

01:08:37: Das hab' ich aber in der Kommunikationswissenschaft erfahren.

01:08:41: Oder auch im direkten Gespräch mit Lehrenden – also eine Form von Wertschätzung wäre es jetzt in diesem Fall!

01:08:49: Eine Form von Auseinandersetzung mit meinen Problemen die ich wissenschaftlicher... bearbeiten wollte.

01:08:56: Und zwar damit meine ich jetzt nicht mal private Probleme, sondern Probleme die sich mir beim Lesen von Texten gestellt haben.

01:09:03: so und das habe ich da in wie ich heute immer noch finde in einer besonderen Art und Weise kennengelernt und ich hab auch eine besondere Verbindung dadurch zu diesem Fach bekommen und auch gehalten und das zeigt sich glaube ich in diesem Neck für mich einfach dass dass ich auch glaube, dass das ein Riesengewinn ist.

01:09:24: Das Fach war ja gar nicht mehr so groß wie es zu unseren Zeiten war und wir haben in der Lumni-Verein, wo immer noch knapp dreihundert Mitglieder drin sind.

01:09:34: Auch wenn vielleicht alle nicht gleich zahlen oder so, da muss man mal ein bisschen hinterher hängen.

01:09:40: Aber da gibt es auch eine Verbindung.

01:09:42: Da gibt es irgendwo noch eine Verbindung, dass es interessiert, dass man drinnen bleibt.

01:09:47: Man kann ja auch rausgehen.

01:09:48: Und ich glaube auch, dass es für den Studiengang von einem immensen Vorteil ist.

01:09:58: Dass es diese Verbindung gibt zu den Absolventen und zu den Ehemaligen.

01:10:04: Auch immer wieder zu erfahren wie sieht das dann momentan im Berufsleben aus?

01:10:08: Denn das können die Lehrenden in dem Umfang gar nicht.

01:10:11: Das ist noch nicht der Ziel, sie müssen sich mit etwas ganz anderem profilieren.

01:10:14: also diese Verbindungen zu halten Und davon gibt es eben einige auch in dem Fach.

01:10:21: Und bei den Absolventen, die auch dieses Bedürfnis haben diese Verbindung zu diesem Fach weiter aufrechtzuhalten und für dieses Fach ihnen was ins Leben mitgegeben haben Was sie noch pflegen, was sie noch praktizieren Das finde ich ist ein Riesengewinn und wenn man das irgendwie weiter geben kann dann mache ich das gerne.

01:10:46: Ich habe so den Eindruck, dass die Studierenden oftmals diesen Verein gar nicht kennen.

01:10:52: Den Neck des Netzwerkes in der Kommunikationswissenschaft.

01:10:55: Ich glaube sie lernen das eher kennen wenn sie schon fertig sind.

01:10:58: eigentlich auch schade weil es wäre ja gerade als Studierender oder als Studiendeschön zu sehen wohin treibt's mich eigentlich denn mit der kommunikations.

01:11:08: Wissenschaft als Titel klingt interessant aber was Mache ich dann damit?

01:11:14: Das haben wir schon kurz angedacht.

01:11:16: Ist auch eine legitime Frage als Student, finde ich.

01:11:19: Ja sehr!

01:11:21: Wäre es nicht schön wenn dieser Verein präsenter würde weil er auch als Ansprechpartner also die einzelnen Akteure in dem Verein immerhin dreihundert wächstes?

01:11:33: Ich habe diese

01:11:33: Frage noch nicht zu Ende gestellt.

01:11:35: Es wäre schön wenn die Studierenden die Möglichkeit hätten dann quasi Kontakt aufzunehmen nach dem Motto da ist jemand den Personal den spreche ich mal an Da ist jemand beim Fernsehen den Sprech mal an.

01:11:45: Wir versuchen das jetzt auch wieder aktiver zu machen.

01:11:47: Also es gibt seit Anfang des Ende letzten Jahres ein Instagram-Kanal und der wird jetzt von zwei Mitgliedern aus dem Vorstand, das sind auch zwei Studierende, wird ja sehr intensiv bespielt und da haben wir jetzt hundertfünfundfünfzig Follower und das sind zu ninety fünf Prozent Studierenden.

01:12:13: Also der ganze Vorstand ist ja ehrenamt.

01:12:16: Das heißt, das hat Grenzen was man eben leisten kann und immer wieder gibt es auch so Berufsfeld-Erkundungsseminare.

01:12:26: aber das muss eben auch bei mir mit reinpassen dass ich das noch irgendwie mit organisieren kann und wir sind jetzt wieder mit zwei jüngeren Absolventen zusammen die auch wieder planen solche kleine Vortragsreihen auch mal zu machen Und ich mein jeder Student, wenn er Mitglied ist kann er sowieso an die Adress-Listen.

01:12:45: Da kann ja auch Leute kontaktieren und wir haben einige.

01:12:50: also auch wenn du sagst die meisten kennen es nicht aber wir haben einige über das Netzwerk bis heute obwohl sie selbst schon wieder Absolventen sind noch Kontakt haben zu früheren Absolventin bei denen Sie mal einen Praktikum gemacht haben.

01:13:02: Also das ist sicherlich ein kleiner Kreis.

01:13:04: Das ist nicht alle Und das ist manchmal nicht so schwierig, die Studenten.

01:13:10: Obwohl sie auf der einen Seite beklagen, dass ihnen manchmal das fehlt, ist es auf der anderen Seite schwierig, sie zu motivieren dahinzugehen wenn was angeboten wird.

01:13:19: Also da... Das ist auch ein bisschen ein Dilemma.

01:13:21: Warum ist das wohl so?

01:13:23: Also zum einen glaube ich, dass es tatsächlich heute dieses gibt's ja für Credit Points.

01:13:28: Ja also kriege ich dafür was?

01:13:31: Was sozusagen dokumentiert ist das ist sicherlich ein Punkt.

01:13:36: und das andere ist das was du vorhin auch gesagt hast.

01:13:38: Studierende sind irgendwie auch rund um die Uhr beschäftigt Also mit Arbeit und ... Ich hab das gesagt.

01:13:45: Mhm.

01:13:45: Okay, also sind Sie auch?

01:13:47: Ja, sie arbeiten viel!

01:13:49: Und was immer mehr kommt, gab's zu unserer Zeit nicht so ist, dass viele Studierende auch Kehrarbeit leisten.

01:13:57: Und zwar nicht nur in der Generation nach ihnen sondern vor ihnen.

01:14:02: Dass die Eltern mitbetreuen, versorgen... Auch das kommt immer häufiger vor.

01:14:09: Und für die hat der Tag halt auch noch vier in zwanzig Stunden.

01:14:12: Ja, jetzt bist du dem Fachbereich den du studiert hast seit vielen Jahren treu beschäftigst dich hauptberuflich mit Kommunikation.

01:14:26: und da habe ich mir so überlegt ein Musiker.

01:14:28: Der hört Musik anders wenn er sie einfach nur so hört.

01:14:31: Er hört die Akkorde, er hört die Strukturen, der hört die Rhythmen anders als jemand, der mit Musik nicht viel zu tun hat.

01:14:37: Ein Fotograf sieht die Welt um sich herum anders.

01:14:39: Der hat direkt einen Ausschnitt und sieht die Perspektive und das Licht.

01:14:44: Kommunizierst du anders als Menschen, die mit Kommunikation nicht so viel wissenschaftlich zu tun haben?

01:14:54: Das können glaube ich nur andere beurteilen.

01:14:56: Das kann ich selbst nicht beurten.

01:15:00: Ich glaube dass sich vielleicht anders reflektiere ob ich das aber immer in die Praxis umsetze.

01:15:10: Das weiß ich auch nicht.

01:15:12: also... auf kommunikative Prozesse anders als jemand, der sich damit nicht beschäftigt.

01:15:20: Aber das ist ja immer so eine Sache.

01:15:24: Du kannst dich extra kommunikativ damit beschäftigen also indem du drauf guckst was du tust.

01:15:31: aber natürlich verfolge ich auch mit der Kommunikation bestimmte Ziele in dem ich kommuniziere und sicherlich fließt da vielleicht das ein oder andere ein ob ich jetzt sagen kann, dass es dadurch anders von anderen ist.

01:15:47: Das würde ich mir nicht anmaßen zu sagen aber ganz getrennt davon ist es sicherlich auch nicht.

01:15:54: Ja also ein Psychologe wird sicherlich immer gefragt wenn man mit dem spricht das erste mal, sag mal analysierste mich hier eigentlich gerade und das ist so der was ich dann denke wenn man einem Kommunikationswissenschaftler spricht Ob die Menschen die mit dir ins Gespräch gehen nicht quasi beinahe gehemmt sind im Sinne von egal was ich sage Die versteht das, die kann das.

01:16:15: Die analysiert mich

01:16:16: vielleicht.".

01:16:18: Also ich habe nicht... Erstens bin ich nicht vierundzwanzig Stunden lang sozusagen in diesem Modus und ... Ich hab ja die gleichen Probleme mehr.

01:16:27: also ich habe auch Situationen wo ich nervös bin und wo ich aufgeregt bin Und wo ich mich verhasbeln und wo dann raus geht.

01:16:31: Das hättest du jetzt noch besser?

01:16:35: Ja!

01:16:37: Insofern ist das.. Ich glaube dass man anders drauf guckt Also, dass man vielleicht manchmal andere Dinge sieht wie jemand, der sich damit nicht so beschäftigt.

01:16:48: Aber das ist manchmal wie bei den Schuster, ne?

01:16:52: Der eigene Leisten ist manchmal der ungefliegteste.

01:16:58: Ja!

01:16:59: Das spielt sicherlich mit rein aber es ist nicht so, wie du sagst.

01:17:03: Das glaube ich nicht.

01:17:04: Kommt eigentlich manchmal ein Unternehmen auf die Uni zu und möchte Unterstützung um besser kommunizieren zu können.

01:17:12: Passiert das?

01:17:15: Das passiert schon manchmal, ja.

01:17:18: Das ist aber häufig auch ein bisschen ein Problem wie man damit umgeht.

01:17:24: Wer ist Mann?

01:17:25: Ja also es geht manchmal über Umwege.

01:17:29: Es heißt dass Studierende in Unternehmen arbeiten und da gut ankommen, dass dann eine Abteilungsleiter sagt du schreib doch mal hier als deine Bachelorarbeit oder als seine Masterarbeit mal so ein Kommunikationskonzept für uns.

01:17:47: So was gibt es zum Beispiel häufiger und das ist tatsächlich auch schwierig zu betreuen weil erstens ist es häufig so, dass die Abteilung Leiter gerne in so einer Arbeit mit reinreden Was sie da drin stehen haben wollen und was nicht.

01:18:06: Ja,

01:18:06: was besonders innovativ zum Beispiel ist

01:18:10: oder was vielleicht irgendetwas nicht so in den Fokus nimmt, was die eben nicht haben wollen, was der in den fokus genommen wird das heißt viele machen das deshalb nicht so gerne weil Sie sagen also dass es etwas was ich als Prüfer verantworten muss Und wenn dann sozusagen eine zweite Instanz dazukommt, die Ansprüche an diese Arbeit erhebt, kann das schon mal zu Kollisionen führen.

01:18:37: Das andere ist, dass Unternehmen ne Zeit lang angefragt haben und dann dachten sie bekommen kostenlos irgendetwas.

01:18:46: Und das können wir uns auch nicht leisten in dem Umfang weil wir die Kapazitäten auch gar nicht dafür haben.

01:18:53: Können dir Geld dafür nehmen?

01:18:54: Also könnt ihr Geld verdienen?

01:18:57: Wir könnten schon sagen.

01:18:59: Es gibt auch Projekte, also es gab mal mit der Stadt Mühlheim zum Beispiel so ein Projekt.

01:19:04: Das war dann aber langfristig und dann ging es darum wie sich die Stadt Mülheim mit einem Slogan präsentieren könnte.

01:19:13: Und so etwas, das gibt es schon hin und wieder mal.

01:19:17: Nun haben wir aber auch bei uns im Fach tatsächlich jetzt keine Professuren die Genuin zum Beispiel in so einem Bereich arbeiten.

01:19:26: Also wenn du eine PR-Professur hast, dann ist es auch noch mal was anderes.

01:19:32: Aber das ist bei uns im Fachjahr so nicht, dass wir jetzt sagen da haben wir einen Spezialisten der macht nur PR oder sowas.

01:19:41: Es gibt immer wieder mal diese Anfragen aber häufiger sind eigentlich die Anfragen über die Abschlussarbeiten weil das ist natürlich extrem kostengünstig für Unternehmen.

01:19:52: Aber alle, die es gemacht haben, sagen dann, das birgt einfach eine Menge Probleme.

01:20:00: Die man schlussendlich auch nicht auf dem Rücken der Studierenden austragen

01:20:02: will.".

01:20:04: In vielen Firmen duzt man sich so nach dem Motto wir haben ja flache Hierarchien und sprechen auf Augenhöhe miteinander.

01:20:13: Und trotzdem ist ganz klar, wer eigentlich da das Sagen hat und wessen Meinung zählt?

01:20:19: Ist dieser private Ton in Unternehmen Eigentlich oft nur Fassade?

01:20:24: Jetzt muss ich wieder so eine Antwort beantworten oder eine Antwort geben, wo ich sagen würde, it depends.

01:20:36: Ich glaube, ich kann das global nicht beantwortend, aber vielleicht meine Beobachtung in meinem Umfeld schildern.

01:20:48: Das hat sich auch an der Hochschule verändert ... Und Hochschule ist ja klassischerweise was sehr Hierarchisches.

01:20:55: Du hast die Professoren, du hast den Mittelbau, du hasst den Akademischen Nachwuchs, du Hasst Sekretärin und das hat sich seitdem ich auch da arbeite schon sehr stark verändert.

01:21:10: also als ich meine erste Stelle hatte es war zwei tausend sechs Da kannte ich so gut wie kaum einem aus der Professorenschaft, der seine Sekretärin gedutzt hätte oder umgekehrt.

01:21:26: Das hat sich mittlerweile sehr verändert.

01:21:30: das ist heute tatsächlich in vielen Bereichen so dass da nicht mehr die SIE Form gewählt wird und trotzdem gibt es natürlich diese Hierarchie.

01:21:45: Es gibt auch Lehrende, die Studierenden duzen und umgekehrt.

01:21:52: Auch das war früher etwas was undenkbar war.

01:21:57: Das heißt da hat sich viel verändert.

01:22:00: Es hat sich glaube ich auch einiges an den Hierarchien verändert.

01:22:08: Also das ist auch so... Und gleichzeitig gibt es diese Hierarchien eben immer noch.

01:22:17: Sie werden dann auf anderen Ebenen ausgetragen, also es ist ja nicht so dass wir eine hierarchiefreie Universität wären.

01:22:29: das ist bis heute noch so.

01:22:31: wenn Sekretärin mit Professoren Schwierigkeiten haben.

01:22:37: Die Konsequenzen für die Professorinnen sind immer geringer als für die Sekretären, also bis es wirklich mal oben ankommt und es da Konse quenzen hat, dann dauert das.

01:22:50: Also da denke ich dass Hierarchie freier sicherlich anders.

01:22:55: Hierarchien werden anders ausgelebt?

01:22:57: Das ist bestimmt so.

01:22:59: Ich persönlich glaube bin würde sagen, also ich tu zu mich nicht mit Studierenden.

01:23:09: Ich bin immer noch diejenige, die zum Schluss dann auch die Note gibt und... Ich bin auch nicht so schnell mit dem Dutzend.

01:23:17: Aber das ist meine persönliche Sache und ich glaube nicht, dass ich ein hierarchisch denkender Mensch bin.

01:23:25: Das ist nicht Ausleben einer Hierarchie sondern manchmal finde ich es auch angemessene gewisse Distanz noch warnen zu können sowohl in beide Richtungen.

01:23:34: also was den Eindruck gibt das ist ein freundschaftliches Verhältnis was das vielfach ja auch nicht.

01:23:42: Insofern bleibe ich da tatsächlich, also bei den Studierenden bleib' ich beim Sie zum Beispiel.

01:23:47: Das ist was, was ich weitermache.

01:23:49: Aber es hat sich auch verändert.

01:23:51: Ich glaube man muss da immer von Unternehmen zu Unternehmen gucken.

01:23:56: aber die Vorstellung sozusagen nur dass du Hierarchien abbauen würde, die ist illusorisch.

01:24:04: Ich glaub auch!

01:24:06: Wenn wir schon bei dir sind... Du hattest am Anfang erzählt das du noch während des Studiums in der Galerie gearbeitet hast?

01:24:12: ... in der Galerie von Ricarda Fox, die heute ihre Galerie in Müllheim hat.

01:24:20: Und du hast das schon gesagt, dem Einstieg.

01:24:21: Kunst war und ist ein wichtiger Teil in deinem Leben... ...und du hast auch deine Magisterarbeit über Josef Boyz geschrieben?

01:24:29: Auch sehr spannend!

01:24:32: Welche Rolle spielt Kunst noch heute in deinm Leben und wie?

01:24:36: Eine große.

01:24:36: Also wenn ich Geld habe, kaufe ich mir Kunst.

01:24:41: Tatsächlich?!

01:24:42: Ja Was hast du dir letztens gekauft?

01:24:49: Zwei Drucke von einem Herrler Künstler.

01:24:58: Aber wir haben jetzt beschlossen, dass kein Platz mehr ist.

01:25:02: Weil kein Platz meer ist und die Bilder so neinander hängen?

01:25:05: Ja

01:25:06: in der Tat!

01:25:08: Ist das Kunst aus Leidenschaft weil du es gerne sehen magst?

01:25:12: oder ist es auch ein Investment im Sinne der... naja, der Investition Geld sparen

01:25:20: Nein.

01:25:21: Also ich glaube, wenn man Kunst als Investment ansieht dann muss man in so hochpreisig einkaufen oder man hat Glück dass man irgendwas gekauft hat was plötzlich im Preis weiß nicht was gigantisch steigt oder so.

01:25:40: aber also in diesen Preiskategorien kaufe ich nicht ein.

01:25:44: und das andere ist man kauf es weil's mir gefällt.

01:25:48: Also ich kauf so, als mir gefällt was mit mir macht.

01:25:52: Weil ich es gerne in meiner Nähe habe.

01:25:55: aber das ist kein Investment überhaupt nicht.

01:26:02: Ich komme noch mal zurück zur Uni und zu einem Bereich den du aber hoffentlich wenn meine Recherche jetzt stimmt bearbeitet hast, das ist der Bereich KI Menschmaschine.

01:26:14: Hast Du?

01:26:16: Nicht wirklich.

01:26:17: Aber wir haben damit zu tun.

01:26:18: im Alltag nämlich ... wenn es darum geht, sind eigentlich Hausarbeiten.

01:26:23: Ach so in dem Fall?

01:26:24: Ja das schon.

01:26:25: Zum Beispiel mit ChatGPT oder ähnlichen geschrieben.

01:26:31: In gewisser Weise ist es selbstverständlich mittlerweile, weil er in sehr kurzer Zeit selbstverständlicher geworden ist, KI zu nutzen und das ist ja oft auch sehr nützlich.

01:26:41: Wann ist es nicht mehr nützlig... Und wann ist es auch nicht mehr eine Ordnung für dich?

01:26:47: Also das finde ich tatsächlich auch ein sehr komplexes Thema Weil wenn ich jetzt als Lehrende darüber nachdenke, dann kann man die KI-Nutzung nicht verbieten.

01:27:01: Was ist Quatsch?

01:27:02: Weil jeder der heute an einer Universität ausgebildet wurde muss die Kompetenz haben in irgendeiner Weise mit diesen Tools umzugehen und damit meine ich jetzt die Large Language Models.

01:27:15: also weil KI ist ja noch viel breiter.

01:27:18: Ich meine wirklich die large language models Wie ChatGPT.

01:27:24: Und was glaube ich, wo wir alle momentan so ein bisschen struggling ist?

01:27:34: Welche Kompetenzen muss man erwerben und wie erwirbt man sie dass man mit KI sinnvoll umgeht?

01:27:46: Das gibt Untersuchungen die sehr eindeutig belegen, dass wenn du Aufgabenstellungen mit der KI beantworten lässt.

01:27:56: Dass das Ergebnis weniger präsent bei der Person ist die das Ergebnis über die KI hat ausarbeiten lassen ja?

01:28:07: Das ist ja auch irgendwie Kommissens.

01:28:09: Das kann man sehr gut nachvollziehen.

01:28:10: Sehr nachvollziehbar weil du hast es nicht alles selbst durchdacht

01:28:13: Genau!

01:28:13: Du hast es eben nicht selbst durch dacht und trotzdem brauchst du ja Also du musst ja irgendwann mal das Wissen erworben haben, dass dich in die Lage versetzt.

01:28:24: Das was die KI dir ausgespuckt hat als relevant, belegbar und im Zweifelsfall auch richtig zu klassifizieren.

01:28:35: D.h.,

01:28:35: du musst also über das Wissens verfügen, dass du das beurteilen kannst!

01:28:40: Und das ist ein bisschen ein Dilemma.

01:28:43: Was ich glaube oder wo ich... bisschen eine Lösung drin sehe.

01:28:48: Es gibt ja so etwas wie ein Ethos und das haben ja auch Akademiker, dass sie sagen... Das was ich gelernt habe, wie seriös und wissenschaftlich gearbeitet wird, das ist dann bestimmte gute Kriterien, sage ich mal geknüpft.

01:29:08: Also das muss Transparenz sein, was sich behaupte.

01:29:12: Ich muss die Argumentation darlegen können Und da fängst du schon an, das kann ja KI schon mal nicht.

01:29:19: Das heißt, da würde ich versuche immer anzusetzen und dass Studierende natürlich die KI einsetzen können.

01:29:28: aber sie müssen verstehen was die KI macht.

01:29:31: Sie müssen wissen wo die Fehler liegen oder wo die Fehlerkwellen sind und sie müssen über so viel Wissen auch verfügen, dass sie es identifizieren und erkennen können.

01:29:42: Und was ich schon glaube, ist dass sich die Prüfungsformaten über kurze Zeit an den Hochschulen ändern werden.

01:29:47: Es wird nicht mehr so viele schriftliche Arbeiten geben oder es gibt die schriftlichen Arbeiten in Kombination mit mündlichen Prüfungen.

01:29:55: Dass man einfach eine andere nochmal wieder zu dieser alten Form der Wissensabfrage auch kommt und zwar auch deshalb Prüfung weil wir ja nur dann ins Gespräch kommen also dann eigentlich auch in diese Situationen kommen sozusagen Situationsspezifisch auch antworten zu können und sich auf die konkrete Frage einzulassen.

01:30:15: Also ich meine, dieser Satz, die KI ist gekommen um zu bleiben ja also das ist ja fast wie ein Naturgesetz, so ist es ja nur wirklich nicht.

01:30:25: Es ist ja nun kein Naturgesetz sondern es gibt ja massive Interessen, die hinter dieser riesigen KI-Machinerie stehen.

01:30:35: natürlich könnte man auch sagen braucht die Welt das Und man zieht sich daraus, ich will das gar nicht.

01:30:40: Es ist ja kein Naturgesetz sondern man kann natürlich auch sagen es muss ganz anders geregelt werden.

01:30:45: Fakt ist es aber erst mal da und ich glaube dass... ...und es wird bleiben?

01:30:51: Ja ja, das sehe ich auch.

01:30:55: Das wäre das, dass man einfach sagt wir müssen schauen und ich glaub schon die KI ist was anderes als der Taschenrechner.

01:31:03: sie macht Sie macht was anderes und sie hat auch Auswirkungen auf Wissen.

01:31:09: Das ist einfach so...

01:31:12: Welche Fähigkeit dürfen wir beim Denken und Schreiben denn nicht verlieren?

01:31:16: Überhaupt das Denken oder das Schreiben!

01:31:19: Nein, also ich denke das ... Ja.

01:31:21: Du hast ja gesagt... Überhaupt das Denken?

01:31:26: Also überhaupt das Heerleiten?

01:31:27: Überhaupt die Komplexität von Problemen zu verstehen und so sagen es gibt auch nicht die eine Wahrheit.

01:31:35: sozusagen Ich konstituiere vieles in dem ich mit einer bestimmten Perspektive auf etwas schaue Wie als Kommunikationswissenschaftler, du und ich.

01:31:47: Wir haben ja einen Fokus wie wir kommunikative Prozesse anschauen.

01:31:51: Die Soziologie hat eine andere Perspektive auf kommunikative Prozese.

01:31:54: also zu begreifen dass wir Perspektiven auf Dinge haben.

01:32:03: Und je nachdem wie die Perspektiv ist das Ding auch anders ist was anderes beschreibe anderen Phänomen und auch begründen muss, warum mir was anderes an einem Phänomen wichtig ist als jemand anderem.

01:32:15: Ich glaube das Reflektieren, das Hinterfragen, dass für sich Begründen versuchen, sind die Dinge, das denken.

01:32:25: Wir haben ganz am Anfang diese... Die Studie kurz herangezogen, die besagt, dass man nach einer Minute, fünfzehn Sekunden sich repariert mit dem was man sagt oder dann nochmal nachfragt.

01:32:37: Ich habe die ganze Zeit versucht darauf zu achten und immer wenn ich versucht drauf zu achte, habe ich es wieder vergessen.

01:32:42: Ich hab nicht gemerkt das wir uns irgendwo repariert haben aber wir haben es bestimmt die ganze zeit Nach einer Minute Fünfzehn.

01:32:50: Das werden wir wahrscheinlich sehen wenn wir uns die Aufzeichnung angucken.

01:32:54: Denn dann sind wir sozusagen ... Dann gucken wir extra kommunikativ drauf.

01:32:58: Und dann können wir auch sagen, guck mal da hab ich nachgefragt oder da hab' ich gezuckt?

01:33:03: Oder da habe ich mich korrigiert!

01:33:06: Und es sind vielleicht echt manchmal nur so nonverbale Facetten.

01:33:09: Das ist ja auch ein Teil.

01:33:10: So ist das ja nur.

01:33:12: Wir haben heute Gott sei Dank nicht über das Nicht-Nicht-Kommunizieren gesprochen was so überinflationär häufig genutzt wird wenn man über Kommunikation spricht.

01:33:21: und trotzdem hätte ich gerne so ziemlich zum Schluss, vielleicht so die drei wichtigsten Tipps für eine bessere Kommunikation.

01:33:28: Jetzt hätte ich doch gerne den Ratschlag!

01:33:31: Ich glaube das... Ich habe ja bei Professor Schmitz vor allen Dingen zum Schluss meines Studiums intensiv noch mal studiert und auch da meine Bachelorarbeit und meine Doktorarbeit damals geschrieben

01:33:52: Deine Magisterarbeit?

01:33:54: Meine Magisterarbeiten, meine Doktorarbeit geschrieben.

01:33:56: Hab ich Bachelorarbeit gehört?

01:33:57: Ja guck!

01:33:58: So viel zur Reparatur!

01:34:03: Und Herr Schmitz hatte ja einen unglaublichen Fokus auf den Höhere und das Verstehen... ...und das ist momentan auch ein bisschen inflationär.

01:34:15: aber ich glaube dass es eine große Leistung zuhören können.

01:34:21: Also wir haben wahnsinnig viele Worte fürs Sprechen.

01:34:25: Prühen, rufen, schreien, flüstern... Wir haben gar nicht so viel fürs Zuhören und auch in der Wissenschaftsgeschichte ist sich viel mehr mit dem Sprechens beschäftigt worden und nicht so sehr mit dem Zuhörn.

01:34:42: Stimmt interessant!

01:34:44: Und ich glaube das Zuhören ohne dass zuhören gibt es auch nicht das Sprechnen oder gibt's auch nicht die Kommunikation.

01:34:53: Also wäre sozusagen das Zuhören zu üben.

01:34:57: Das Hnhören, das Verstehen wollen?

01:35:02: Ja, verstehen wollen geht leider ein Herr mit Interesse.

01:35:07: Das muss ich schon mitbringen aber ich war dabei drei Tipps abzufragen.

01:35:11: Zuhörn ist einer.

01:35:19: Es geht alles in eine ähnliche Richtung.

01:35:22: Sich auch in die Rolle des anderen versetzen, auch wenn man in einem Disput ist.

01:35:29: Empathie?

01:35:31: Ja, Empathies aber ja vielleicht auch, aber tatsächlich verstehen zu wollen was sind denn die Interessen das Anderen und sind die Interesse für mich nachvollziehbar.

01:35:42: Auch wenn sie gegen meine eigenen Interessen gehen.

01:35:47: zu versuchen, sich in die Rolle des anderen zu versetzen.

01:35:52: In der stressigen Situation aber sehr schwierig?

01:35:55: Schwierig!

01:35:55: Aber Auseinandersetzungen müssen ja nicht immer stressig sein und man kann auch mal ein Gespräch abbrechen und sagen jetzt entgleitet es mir und so sagen lass uns doch nochmal drüber nachdenken Das wäre dann vielleicht das letzte.

01:36:19: Man kann nicht alles in jeder Situation besprechen, also es gibt einfach bestimmte Themen die brauchen ganz bestimmte Orte wo sie besprochen werden.

01:36:29: Auch geschützte Orte.

01:36:31: So wie der Podcast der diesen Ort brauchte weil hier unter anderem auch Kameras stehen und zwei Mikrofone.

01:36:38: Ganz zum Schluss... Nein eine Frage habe ich tatsächlich noch.

01:36:42: Gibt's noch irgendeine berufliche Herausforderung oder irgendwas wo du sagst?

01:36:47: Das will ich jetzt in den nächsten fünf Jahren noch machen.

01:36:51: Irgend ein Ziel, irgendeine Idee?

01:36:54: Ich würde gerne mit einem Kollegen noch und wir haben auch den Vertrag aber wir sind noch nicht da wo wir sein wollen eine Einführung in die Kommunikationswissenschaft schreiben.

01:37:05: Einen Fachbuch?

01:37:06: Ein Lehrbuch

01:37:09: Für Interessierte zum Thema Kommunikation oder für Lehrende?

01:37:14: Für Studierende?

01:37:16: Also doch ein Fachbuch?

01:37:19: Ja, ich würde ein Lehrbuch sagen.

01:37:24: Ich würde Fachbuch fragen!

01:37:26: Ganz zum Schluss gibt es eine tatsächlich schließende Frage in dreißig Jahren gibt es seine Ausstellung über dich?

01:37:34: In dieser Ausstellung sind drei Gegenstände die Dich beschreiben.

01:37:39: was wird dazu sehen sein?

01:37:44: Eine Katze oder einen Kater?

01:37:48: Eine Katerkatze?

01:37:51: Okay,

01:37:51: eine Katakatze

01:37:53: Eine Katerkatze.

01:38:00: Ein Bild vom Rhein, weil ich an einem Altrheinarm groß geworden bin und der Rhein ist für mich so eine Verbindung in ganz Deutschland.

01:38:12: Also das ist sich für mich immer in Städten wohl, wo der Rhein fließt.

01:38:15: Wobei der Alt-Rhein-Arm ... Das ist noch mal idyllischer als der Reinhelbs?

01:38:19: Ja

01:38:19: ja aber Mannheim fließte auch da rein durch.

01:38:22: also insofern ... Der Rhein Blumen, ich liebe Blumen.

01:38:32: Das finde ich jetzt wirklich interessant, weil das ganze Thema Kommunikation tauchte nicht auf.

01:38:39: Ich danke dir für dieses Gespräch!

01:38:40: Ich fand es wirklich sehr interessant.

01:38:43: Ja vielen Dank.

01:38:43: Ich bin

01:38:44: gespannt was die Kommentare sagen.

01:38:45: Ja das bin ich allerdings auch.

01:38:48: Danke schön für die geschöne Gesprächsführung.

01:38:50: also... ...das war sehr angenehm mit dir so zu sprechen.

01:38:54: Vielen

01:38:55: Dank.

01:39:01: Wenn ja, freuen wir uns über ein Abo.

01:39:03: Und wenn ihr uns nicht mehr verpassen wollt folgt uns einfach und hört euch auch unsere anderen Folgen an mit wirklich spannenden Gästen die über sich und ihre zusätzlichen zwanzig Prozent

01:39:15: sprechen!